Spielanalyse
KI-ZusammenfassungCarlton Blues demontieren Tabellenführer Fremantle – Evans (5 Tore) und Walsh (32 Ballkontakte) ebnen Weg zu 119:82-Sieg und möglichem Wildcard-Duell gegen Collingwood
Die Carlton Blues haben am Samstag im Marvel Stadium ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Tabellenführer Fremantle Dockers wurde mit 119:82 (18.11 zu 12.10) deklassiert. Dank einer furiosen Aufholjagd nach einem 0:24-Rückstand und fünf Toren von Frankie Evans bleibt der Traum von einem Wildcard-Finalklassiker gegen den Erzrivalen Collingwood am Leben.
So lief die Partie
Was in den ersten acht Minuten nach einem Spaziergang für die Dockers aussah, entpuppte sich als eine der dominantesten Vorstellungen der Saison. Fremantle legte mit vier Toren in Folge los und führte nach nicht einmal einem Viertel mit 24 Punkten. Carlton wirkte zunächst überrumpelt.
Doch dann drehten die Blues auf. Noch vor der ersten Viertelpause hatten sie den Rückstand auf zwei Punkte verkürzt – 4.3 (27) zu 4.5 (29) lautete der Zwischenstand nach 30 Minuten.
Das zweite Viertel gehörte komplett Carlton. Brodie Kemp (zwei Tore im zweiten Durchgang) und Sam Walsh brachten die Hausherren in Führung. Der Wendepunkt war ein spektakuläres Tackling von Ollie Hollands, der Patrick Voss im Torraum zu Fall brachte – aus einem sicheren Tor wurde ein Ballgewinn für Carlton. Die Fox-Footy-Kommentatoren waren außer sich. Gary Lyon sagte: „Das fasst den Nachmittag zusammen." Jordan Lewis meinte, Voss hätte sich „am liebsten ein Loch gegraben". Carlton gewann das Viertel mit 4.4 zu 2.3 und führte zur Halbzeit mit 8.7 (55) zu 6.8 (44).
Die Blues dominierten die Statistik nach 40 Minuten mit 204 Ballbesitzen zu 141, 68 Marks zu 25 und 21 Clearances zu 18.
Im dritten Viertel baute Carlton den Vorsprung weiter aus. Ollie Hollands eröffnete den zweiten Durchgang mit einem Tor, Jagga Smith legte nach. Frankie Evans schnürte seinen vierten Treffer und Kapitän Patrick Cripps setzte mit einem Lauftor aus 45 Metern den Schlusspunkt. Nach drei Vierteln hieß es 12.8 (80) zu 8.10 (58).
Das Schlussviertel wurde zur Schaulaufen der Blues. Evans erzielte sein fünftes Tor, Ben Ainsworth und Harry McKay trugen sich ebenfalls in die Torschützenliste ein. Fremantle kam nicht mehr heran. Am Ende feierte Tobyn Murray in der Schlussminute seinen ersten AFL-Treffer für Fremantle – ein kleiner Trost für die Gäste.
Der Wendepunkt
Das Hollands-Tackling gegen Voss im zweiten Viertel war mehr als nur eine spektakuläre Aktion – es symbolisierte den Mentalitätsunterschied an diesem Nachmittag. Während Fremantle nach vier schnellen Toren in den Verwaltungsmodus schaltete, steigerte Carlton unter dem neuen Cheftrainer Josh Fraser die Intensität auf ein Niveau, das die Dockers nicht mehr erreichten. Fox Footys Garry Lyon analysierte: „Die Blues spielen, als ob ihr Leben davon abhängt."
Die Schlüsselspieler
Frankie Evans (Carlton) – Spieler des Spiels Der Small Forward erzielte fünf Tore aus nur sieben Schussversuchen. Evans ist unter Josh Fraser zu einer Offensivwaffe erster Güte gereift. Seine Fähigkeit, Lücken in der Freo-Verteidigung zu finden, bescherte Carlton mehrere einfache Tore.
Sam Walsh (Carlton) – 32 Ballkontakte, 8 Clearances Walsh dirigierte das Mittelfeld der Blues mit einer herausragenden Leistung. Zusammen mit Jagga Smith (31 Ballkontakte) dominierte er die Clearance-Statistik (33:22 für Carlton).
Ollie Florent (Carlton) – 25 Ballkontakte Der vom Sydney Swans verpflichtete Florent war mit 25 Besitzständen der beste Ballträger auf dem Feld und ein entscheidender Faktor beim schnellen Umschaltspiel der Blues.
Patrick Cripps (Carlton) – 9 Score Involvements, 8 Clearances Der Kapitän zeigte eine rustikale Vorstellung und bereitete mehrere Tore vor, darunter einen seiner Markenzeichen-Power-Lauf in der dritten Viertel.
Was die Zahlen verraten
Carltons Überlegenheit war statistisch erdrückend. Das Team von Josh Fraser hatte 68 Marks zur Halbzeit (davon 10 innerhalb der Forward-50) – eine Zahl, die den Mangel an Druck der Dockers offenbarte. Die 118 Punkte, die Fremantle kassierte, waren die höchste Gegenzahl seit Runde 1 der Saison 2025. Die Clearance-Dominanz von 33:22 und das 19:1-Verhältnis bei Marks Inside 50 (19 für Carlton) unterstreichen die taktische Überlegenheit.
Fremantle hatte dagegen nur 63 unbestrittene Marks bis zur Halbzeit – Garry Lyons Kritik, die Dockers hätten „konservativ und vorhersehbar" gespielt, fand ihre Bestätigung in den Zahlen.
Was das Ergebnis bedeutet
Der Sieg katapultiert Carlton auf den neunten Tabellenplatz – zumindest vorübergehend. Sollten die Western Bulldogs am Samstagnachmittag gegen Melbourne verlieren, bleiben die Blues auf Platz neun und treffen in der Wildcard-Runde auf Collingwood (Platz acht). Genau dieses Szenario hat die Carlton-Fans elektrisiert. Wie The Age berichtete: „Carlton könnte im Wildcard-Finale auf den Erzrivalen Collingwood treffen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Magpies von Verletzungen geplagt sind."
Collingwood muss ohne Scott Pendlebury (Hamstring) und Brayden Maynard (Knie) auskommen. Beide fielen am Samstag verletzungsbedingt aus.
Für Fremantle ändert die Niederlage nichts an der Tabellenführung. Die Dockers (19-3) sind bereits als Minor Premiers qualifiziert und starten mit einer Woche Pause in die Finals. Cheftrainer Justin Longmuir hatte Jye Amiss, Sam Switkowski und Heath Chapman geschont – ein Indiz dafür, dass die Priorität auf den Finals lag.
Fazit
Carlton hat unter Josh Fraser eine beeindruckende Wandlung durchgemacht: 11 Siege und ein Unentschieden aus 13 Spielen seit seiner Übernahme als Interimstrainer. Der 119:82-Erfolg gegen den Liga-Primus war die bislang reifste Vorstellung. Sollte der Wildcard-Traum gegen Collingwood wahr werden, wäre dies der emotionale Höhepunkt einer der bemerkenswertesten Saisonwendungen der jüngeren AFL-Geschichte. Die Blues spielen mit einem Selbstvertrauen, das sie zum gefürchtetsten Außenseiter der diesjährigen Finals macht.
Carlton Blues vs Fremantle Dockers Direkter Vergleich· 20
Carlton Blues und Fremantle Dockers trafen 20 Mal aufeinander — Carlton Blues gewann 10 Mal, Fremantle Dockers 9 Mal, dazu kamen 1 Unentschieden. Carlton Blues führt den Direktvergleich mit 10 Siegen aus 20 Begegnungen an. Insgesamt fielen 2895 Tore in diesen Partien, im Schnitt 144.75 pro Spiel (1410 für die Heimmannschaft, 1485 für die Gäste). Beide Teams trafen in 19 Spielen (95%). In 19 Begegnungen (95%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Fremantle Dockers ist in den letzten 5 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 85–115 im Jahr .
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 23. Aug. 2026