BBL· Saison 2025-2026
Alba Berlin dreht 20-Punkte-Rückstand im 5. Finalspiel und gewinnt 84:81 bei Bayern München – der zwölfte Meistertitel für Berlin.
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Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSensationelle Aufholjagd: Alba Berlin krönt sich mit 84:81 in München zum deutschen Meister
Alba Berlin hat mit der wohl größten Aufholjagd der BBL-Finalgeschichte den zwölften Meistertitel der Vereinsgeschichte eingefahren. Im entscheidenden fünften Spiel der Finalserie drehten die Berliner einen 20-Punkte-Halbzeitrückstand im SAP Garden und besiegten den FC Bayern München mit 84:81. Für Bayern-Trainer Svetislav Pesic endete damit seine legendäre Karriere ohne den sechsten Meistertitel.
Wie es geschah: Einbruch im zweiten Viertel, Aufbruch nach der Pause
Die erste Hälfte gehörte ganz den Münchnern. Alba startete furios und führte nach dreieinhalb Minuten bereits mit 15:9 – Jonas Mattisseck traf drei Dreier innerhalb von dreieinhalb Minuten. Doch dann fand Bayern defensiv besser Zugriff. Justinian Jessup (nach Verletzung zurück im Kader) und Johannes Voigtmann trafen von jenseits der Dreierlinie, München zog auf 25:20 davon.
Im zweiten Viertel brach Alba komplett ein. Andreas Obst traf zwei Dreier nach Ballverlusten der Berliner, und Bayern setzte sich auf 36:23 ab (14. Minute). Erst drei Minuten vor der Pause beendete J'wan Roberts mit einem Korb aus der Nahdistanz den Münchner 16:3-Lauf. Zur Halbzeit stand es 47:27 – Alba hatte im zweiten Viertel nur sieben Punkte erzielt, ein Saison-Tiefstwert.
Doch was nach der Pause geschah, schrieb BBL-Geschichte. Alba brauchte keine zwei Minuten, um die Offensivausbeute aus dem gesamten zweiten Viertel zu übertreffen. Malte Delow und Jonas Mattisseck trafen aus der Distanz, und binnen gut drei Minuten hatte Berlin den Rückstand auf einstellig verkürzt (55:46, 25. Minute).
Obwohl Jessup mit einem Dreier kurzzeitig für einen erneuten zweistelligen Vorsprung sorgte, war der Bann gebrochen. Justin Bean traf einen Buzzer-Beater zum Dreiervorsprung vor dem Schlussviertel, und Alba glich auf 67:66 aus (33. Minute). In einer dramatischen Crunchtime wechselte die Führung mehrfach, ehe Jack Kayil und Martin Hermannsson die entscheidenden Körbe setzten. Hermannsson traf 45 Sekunden vor Schluss aus der Halbdistanz und besiegelte den größten Comeback-Sieg der BBL-Endspiel-Geschichte.
Alba gewann das dritte Viertel mit 26:19 und das vierte mit 31:15 – insgesamt 57 Punkte in der zweiten Hälfte nach nur sieben im zweiten Viertel.
Der Wendepunkt: Historischer Lauf zum Auftakt der zweiten Hälfte
Albas 19:5-Lauf zu Beginn des dritten Viertels war der absolute Game-Changer. Die Berliner spielten plötzlich mit der Leichtigkeit der Anfangsphase, kombinierten schnelles Umschaltspiel mit sicherer Distanzverteidigung und zwangen die Bayern in der Offensive zu überhasteten Abschlüssen. Justin Beans Buzzer-Dreier zum Viertelende war der emotionale Höhepunkt – von da an spürte das gesamte SAP Garden-Publikum, dass etwas Historisches im Gange war.
Schlüsselspieler
Justin Bean (Alba Berlin) – Der Power Forward wurde verdient zum Finals-MVP gekürt. 18 Punkte, zwölf Rebounds und fünf Assists – ein Allround-Spiel, das an die großen Momente von Vereinsikone Luke Sikma erinnerte.
Andreas Obst (Bayern München) – Mit 24 Punkten war der Nationalspieler der Topscorer des Spiels. In der ersten Hälfte traf er drei Dreier und war der dominierende Offensivspieler – in Halbzeit zwei blieb er jedoch weitgehend ohne Einfluss.
Jonas Mattisseck (Alba Berlin) – 18 Punkte für den gebürtigen Berliner, der gleich zu Beginn drei Dreier versenkte und auch in der Aufholjagd ein verlässlicher Anker war. Es ist sein vierter Meistertitel.
Jack Kayil (Alba Berlin) – Alle seine zehn Punkte erzielte der 25-Jährige im Schlussviertel. Ein Nerven aus Stahl in der entscheidenden Phase.
Die Zahlen, die die Geschichte erzählen
Albas sieben Punkte im zweiten Viertel waren der niedrigste Wert einer Berliner Mannschaft in der gesamten Saison. Dass nach dieser mageren Ausbeute noch 57 Zähler in der zweiten Hälfte folgten, unterstreicht die außergewöhnliche mentale Stärke dieser Mannschaft.
Seit 1988, als die Finalserie auf Best-of-five umgestellt wurde, hatte immer das Heimteam das entscheidende fünfte Spiel gewonnen – bis zu diesem 21. Juni 2026.
Das Rebounding-Duell gewann Alba am Ende knapp mit 39:38 – nachdem die Bayern in Hälfte eins noch deutlich dominiert hatten.
Addiert man die Endresultate aller fünf Finalspiele, ergibt sich ein Gesamtstand von 418:414 für Berlin – die knappste Finalserie der Ligageschichte.
Was der Titel bedeutet
Für Alba Berlin ist es der zwölfte deutsche Meistertitel, der sechste seit 2018 und der vierte für Jonas Mattisseck und Malte Delow (nach 2020, 2021, 2022). Die Mannschaft von Pedro Calles ist damit in jeder Playoff-Runde über die volle Distanz von fünf Spielen gegangen – eine historische Meisterleistung.
Für Svetislav Pesic endete mit dieser Partie die aktive Trainerkarriere. Der 76-Jährige, der zuvor vier Meisterschaften mit Alba (1997–2000) und eine mit Bayern (2014) gewonnen hatte, verabschiedet sich mit insgesamt fünf deutschen Titeln in den Ruhestand. Die Finalserie Bayern gegen Berlin war das siebte Aufeinandertreffen der beiden Rivalen in den Endspielen seit 2014 – ein Rekord für die 60-jährige BBL-Geschichte.
Fazit
Alba Berlin hat sich mit der wohl größten Aufholjagd der BBL-Historie den Meistertitel gesichert und die Bayern im eigenen Wohnzimmer geschlagen. Die Serie geht als die knappste aller Zeiten (418:414 Punkte) in die Geschichtsbücher ein – und als die, in der zum ersten Mal seit 1988 das Auswärtsteam ein fünftes Finalspiel gewann. Für Pesic bleibt der letzte Tanz unvollendet, für Alba beginnt eine neue Ära.
Rivalität seit 2014
Bayern vs Alba Berlin Direkter Vergleich· 19
Bayern und Alba Berlin trafen 19 Mal aufeinander — Bayern gewann 13 Mal, Alba Berlin 5 Mal, dazu kamen 1 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2014 zurück. Bayern führt den Direktvergleich mit 13 Siegen aus 19 Begegnungen an. Insgesamt fielen 3041 Tore in diesen Partien, im Schnitt 160.05 pro Spiel (1578 für die Heimmannschaft, 1463 für die Gäste). Beide Teams trafen in 19 Spielen (100%). In 19 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 115–88 im Jahr 2024.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 26. Juni 2026

