St. Pauli II und Verden 04 trennen sich 5:5 in einem Testspiel mit neun Toren in der ersten Halbzeit. Milan Berenschot schnürt einen Dreierpack für Verden.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungEine irre erste Halbzeit mit neun Treffern
Aufgrund der hohen Temperaturen von knapp 30 Grad hatten beide Mannschaften eine Verkürzung der Partie auf 80 Minuten vereinbart – je 40 Minuten pro Hälfte. Und in dieser ersten Halbzeit fielen allein neun der zehn Treffer. Verden 04 führte zur Pause mit 5:4.
Den Torreigen eröffnete Jack Wardius für St. Pauli II in der 6. Minute, als er nach einer Flanke schneller am Ball war als Verdens Nils Koehle. Der Oberligist aus Verden zeigte sich jedoch unbeeindruckt und drehte die Partie binnen sieben Minuten. Milan Berenschot glich in der 10. Minute mit einem Schuss ins lange Eck aus – Vorarbeit von Ruwen Albrecht. Nur drei Minuten später war der Niederländer erneut zur Stelle und markierte per Hereingabe von Phil Sarrasch das 2:1 (13.).
Jonas Austermann erhöhte nach einem cleveren Chip von Koehle auf 3:1 (17.), ehe Abdoul Alassani im direkten Gegenzug für St. Pauli verkürzte (18.). Berenschot schnürte in der 31. Minute seinen Dreierpack per Elfmeter, nachdem er selbst im Strafraum gefoult worden war – 4:2. Oleg Scacun traf per Handelfmeter zum 4:3 (35.), nachdem Bastian Kamole den Ball mit der Hand gespielt hatte. Ruwen Albrecht stellte den Zwei-Tore-Vorsprung postwendend wieder her (37.), ehe Mamadou Djalo mit einem trockenen Schuss aus 16 Metern den 5:4-Pausenstand herstellte (40.).
Die zweite Hälfte: Ein Tor, aber kein Sieger
Nach zahlreichen Wechseln zu Beginn der zweiten Halbzeit flachte das Spiel deutlich ab. Jack Wardius erzielte bereits in der 45. Minute nach einem Fehler von Jonas Kühl den 5:5-Ausgleich – und damit den letzten Treffer der Partie. St. Pauli drückte in der Folge mehr und hatte die größeren Chancen, Verden versuchte es abwechselnd mit Angriffspressing und einem dichten Abwehrblock. Weitere Tore fielen trotz guter Möglichkeiten auf beiden Seiten nicht mehr.
Der Wendepunkt: Die zweite Hälfte bringt die Ernüchterung
Nach einer ersten Halbzeit, die von neun Toren und offenem Schlagabtausch geprägt war, sorgten die zahlreichen Wechsel beider Teams für eine deutlich ruhigere zweite Hälfte. Das frühe 5:5 durch Wardius war der letzte Höhepunkt – danach neutralisierten sich die Mannschaften weitgehend. Verdens Trainer Oliver Warnke monierte später, dass sein Team in der zweiten Hälfte „zu ungenau“ gespielt habe.
Die Schlüsselspieler
Milan Berenschot (Verden 04): Der Sommerneuzugang von der U21 der Go Ahead Eagles Deventer schnürte seinen ersten Dreierpack im Verdener Trikot (10., 13., 31. per Elfmeter). Nach dem Spiel sagte er: „Klar bin ich glücklich, dass ich wieder meine Tore erzielt habe. Allerdings muss ich noch besser werden. Noch mehr Buden sind mein Ziel.“ (Quelle: Kreiszeitung)
Jack Wardius (St. Pauli II): War mit zwei Treffern (6., 45.) der erfolgreichste Torschütze der Hamburger und eröffnete und schloss den Torreigen.
Jonas Austermann (Verden 04): Der Kapitän erzielte das 3:1 und leitete die Aufholjagd nach dem frühen Rückstand ein.
Ruwen Albrecht (Verden 04): Der Neuzugang traf nicht nur selbst zum 5:3 (37.), sondern bereitete auch Berenschots erstes Tor vor.
By the Numbers – interpretiert
Neun der zehn Tore fielen in der ersten Halbzeit, die auf 40 Minuten verkürzt war – das entspricht einem Treffer alle 4,4 Minuten. Die zweite Hälfte brachte dagegen nur einen Treffer (Wardius' 5:5 in der 45. Minute). Beide Teams kassierten fünf Gegentore – für ein Testspiel mit intensivem Wechseln und nachlassenden Kräften in der Vorbereitung kein ungewöhnlicher Wert. Verdens Coach Warnke führte vier der fünf Gegentore auf individuelle Fehler zurück: „Das passiert, weil nach vielen Einheiten die Kraft nachlässt.“ (Quelle: Kreiszeitung)
Was das Ergebnis bedeutet
Für St. Pauli II (Regionalliga Nord) und Verden 04 (Oberliga Niedersachsen) war es der dritte Test der Sommervorbereitung 2026/27. Verden zeigte vor allem offensiv starke Ansätze – Berenschot traf bereits im dritten Testspiel in Folge. Defensiv offenbarte der Oberligist jedoch Schwächen, die Trainer Oliver Warnke klar benannte: „Vier der fünf Gegentore sind durch individuelle Fehler gefallen.“ (Quelle: Weser-Kurier)
Sein Fazit fiel gemischt aus: „Die Jungs haben viele Dinge umgesetzt, die wir vorgegeben hatten. Natürlich ist keiner bei fünf Gegentreffern zufrieden.“ (Quelle: Kreiszeitung)
Für Verden 04 geht es bereits am 14. Juli 2026 mit einem Doppel-Spieltag weiter: Ein Teil der Mannschaft trifft auf den TSV Dörverden, der andere Teil testet beim SV Blau-Weiß Bornreihe. Das Highlight der Vorbereitung folgt eine Woche später: Der SV Werder Bremen kommt zum Test ins Stadion am Berliner Ring.
Fazit
Ein denkwürdiges Testspiel, das in der ersten Halbzeit Schlag auf Schlag lief und mit neun Treffern einen Rekordwert für die Vorbereitung lieferte. Milan Berenschot krönte sich mit einem Dreierpack zum Mann des Spiels, während beide Trainer vor allem defensive Schwächen konstatierten. Für die Zuschauer am Hubertushain war es ein unterhaltsamer Nachmittag – für die Trainer lieferte das Spektakel reichlich Stoff für die Analyse.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 15. Juli 2026