Algerien dreht das WM-Duell gegen Jordanien durch zwei Tore nach der Pause. Benbouali und Gouiri treffen, Jordanien ist nach dem 1:2 ausgeschieden.
Match-Videos
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSo lief die Partie
Jordanien startete mutig und hielt gegen das favorisierte Algerien gut mit. In der 36. Minute belohnten sich die ‚Nashama‘ für ihren Einsatz: Nach einem Ballverlust des algerischen Mittelfeldspielers Ramiz Zerrouki im Aufbau schaltete Jordanien schnell um. Mousa Tamaris Schuss wurde abgefälscht und landete bei Nizar Al Rashdan, der aus halblinker Position trocken ins rechte untere Eck traf – 1:0 für Jordanien.
Algerien hatte vor der Pause mehr Ballbesitz (72 % über das gesamte Spiel), fand aber gegen die kompakte jordanische Defensive kaum Lücken. Riyad Mahrez, den Trainer Vladimir Petkovic nach seiner Bankrolle gegen Argentinien in die Startelf beordert hatte, vergab die beste Gelegenheit, als er nach Zuspiel von Hicham Boudaoui frei vor Torhüter Yazeed Abulaila auftauchte, aber an dessen Fußabwehr scheiterte.
Petkovics Doppelwechsel zur Halbzeit ändert alles
Der Wendepunkt kam mit dem Wiederanpfiff. Petkovic brachte zur zweiten Halbzeit Nabil Bentaleb und Nadhir Benbouali für Zerrouki und Boudaoui – ein Wechsel, der die Partie komplett verändern sollte. Algerien erhöhte sofort das Tempo und die Präsenz im Strafraum.
In der 69. Minute zahlte sich die Umstellung aus: Riyad Mahrez trat eine Ecke von der rechten Seite, Benbouali stieg im Gedränge jordanischer Verteidiger am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ins rechte Eck – 1:1.
Jordanien hatte nun sichtlich mit Kräften zu kämpfen. Der zweite Schlag folgte in der 82. Minute: Wieder war es eine Standardsituation. Der eingewechselte Anis Hadj-Moussa brachte eine Ecke herein, die über Umwege (eine Abfälschung von Al Rashdan) zu Amine Gouiri gelangte, der aus kurzer Distanz zum 2:1 einschob. Der Treffer wurde nach VAR-Überprüfung in der 84. Minute bestätigt.
Die Schlüsselfigur: Algeriens Standards
Beide algerischen Tore fielen nach Eckbällen – ein Beleg für die Überlegenheit Algeriens in Standardsituationen. Rachel Corsie, ehemalige schottische Nationalspielerin, analysierte bei BBC Radio 5 Live treffend: „Ich denke, Algerien war nicht spektakulär, aber sie haben in den großen Momenten funktioniert. Jordanien war in der ersten Halbzeit exzellent, ist aber im Laufe des Spiels ermüdet. Es war die Qualität bei Standardsituationen, die für Jordanien enttäuschend sein wird.“
Jordanien wehrte sich bis zum Schluss, brachte in der Nachspielzeit (sieben Minuten) aber keinen zwingenden Abschluss mehr zustande.
Die besten Spieler
- Nadhir Benbouali (Algerien): Der zur Halbzeit eingewechselte Stürmer erzielte mit seinem Kopfball nicht nur den Ausgleich, sondern veränderte mit seiner Präsenz die gesamte Dynamik des Spiels.
- Riyad Mahrez (Algerien): Nach seiner Nichtberücksichtigung in der Startelf gegen Argentinien kehrte der erfahrene Flügelspieler zurück und bereitete den Ausgleichstreffer mit einer präzisen Ecke vor.
- A. Gouiri (Algerien): Der Matchwinner – er stand beim zweiten Tor goldrichtig und bewies seinen Torriecher im Gewühl des Strafraums.
- Yazeed Abulaila (Jordanien): Der Torhüter hielt Jordanien mit mehreren Paraden (unter anderem gegen Mahrez) lange im Spiel und verhinderte eine höhere Niederlage.
By the Numbers – interpretiert
Die nackten Statistiken (28 % Ballbesitz, 8:17 Schüsse, 0,63–1,89 xG) spiegeln den Spielverlauf exakt wider: Jordanien verteidigte leidenschaftlich und nutzte eine Umschaltaktion eiskalt, während Algerien nach der Pause die Kontrolle übernahm und seine Überlegenheit in Standardsituationen ausspielte. Dass beide algerischen Tore aus ruhenden Bällen fielen, ist kein Zufall – bei einer xG-Differenz von 1,26 über 90 Minuten war der Sieg letztlich verdient.
Was das Ergebnis bedeutet
Mit dem Sieg steht Algerien nach der Auftaktniederlage gegen Argentinien (0:3) nun bei drei Punkten – genauso wie Österreich, das zuvor 2:0 gegen Argentinien verlor (Argentinien gewann am selben Tag mit 2:0 gegen Österreich und hat als Gruppensieger bereits sechs Punkte).
Jordanien ist nach zwei Niederlagen (1:3 gegen Österreich, 1:2 gegen Algerien) punkt- und chancenlos und als erster Absteiger der Gruppe J ausgeschieden.
Die letzten Gruppenspiele:
- Algerien trifft auf Österreich (Kansas City) – ein Unentschieden reicht beiden Teams bei einer entsprechenden Konstellation fürs Weiterkommen.
- Jordanien spielt zum Abschluss gegen Argentinien und Lionel Messi, der in diesem Turnier bereits alle fünf argentinischen Tore erzielt hat.
Fazit
Algerien bewies Comeback-Qualitäten und nutzte seine individuell stärkere Besetzung in den entscheidenden Momenten. Die ‚Wüstenfüchse‘ leben im Turnier – und stehen vor einem brisanten Finale gegen Österreich, das an die ‚Schande von Gijón‘ von 1982 erinnert. Für Jordanien endet die erste WM-Teilnahme nach zwei Spielen, aber die Mannschaft hat mit einer kämpferisch starken ersten Hälfte gezeigt, dass sie auf dieses Niveau gehört.
Spielereignisse
Vorlage: Mousa Tamari
Vorlage: R. Mahrez
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 26. Juni 2026
