Was sind Pari-Mutuel-Wetten?
Pari-Mutuel (französisch für „untereinander wettend") ist ein Wettsystem, bei dem alle auf einen Markt platzierten Einsätze in einem gemeinsamen Pool zusammengefasst werden. Nach Abzug einer Provision des Wettanbieters (der sogenannten „Take") wird die verbleibende Gesamtsumme anteilig unter allen Gewinnern aufgeteilt. Die Quoten werden also nicht im Voraus festgelegt, sondern ergeben sich erst nach Abschluss der Wetteingabe – abhängig davon, wie viele Spieler auf das Gewinnerergebnis gesetzt haben.
Dieses System ist typisch für Pferderennen und wird in Deutschland unter anderem durch die Toto-Oddset-Pools bekannt. Ein wesentlicher Unterschied zu festen Quoten (Fixed Odds) beim Buchhalter besteht darin, dass die endgültige Auszahlung erst nach dem Rennen feststeht. Startet viel Geld auf einen Favoriten, sinkt die Auszahlungsquote entsprechend.
Pari-Mutuel-Wetten bieten keine Möglichkeit zur Arbitrage gegen den Buchmacher, da es keinen festen Gegenspieler gibt – der Pool ist das Gegenstück zu allen Einsätzen.
Beispiel
Bei einem Pferderennen werden insgesamt 10.000 € auf alle Teilnehmer gesetzt, davon 3.000 € auf den Favoriten. Nach einem 15%igen Abzug verbleiben 8.500 € im Pool. Gewinnt der Favorit, teilen sich alle Gewinner die 8.500 € – je nach individuellem Einsatz.