Was ist Spielsucht?
Spielsucht (auch pathologisches Glücksspiel oder Problem Gambling) ist eine anerkannte psychische Erkrankung, die durch das zwanghafte Verlangen gekennzeichnet ist, trotz negativer Konsequenzen weiterzuspielen. Betroffene sind nicht in der Lage, ihr Spielverhalten eigenständig zu kontrollieren, auch wenn sie unter den finanziellen, sozialen oder emotionalen Folgen leiden.
Typische Warnzeichen sind das Nachjagen von Verlusten (Chasing Losses), das Verheimlichen der Wettaktivitäten vor Familie und Freunden, das Erhöhen der Einsätze, um den gewünschten Kick zu erhalten, sowie das Vernachlässigen beruflicher oder familiärer Verpflichtungen. In Deutschland leiden schätzungsweise 250.000 bis 400.000 Menschen an einer klinisch relevanten Glücksspielstörung.
Hilfsangebote in Deutschland umfassen die Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, 0800 1 37 27 00, kostenlos), Beratungsstellen der Caritas und Diakonie sowie spezifische Therapieprogramme für Spielsüchtige. Eine frühzeitige Inanspruchnahme dieser Angebote erhöht die Heilungschancen erheblich.
Beispiel
Ein Fußballfan beginnt harmlos mit kleinen Bundesliga-Tipps, steigert seine Einsätze jedoch kontinuierlich, verheimlicht Verluste vor seiner Familie und nimmt Kredite auf, um weiterzuspielen – klassische Anzeichen einer sich entwickelnden Spielsucht.