Monte-Carlo-Simulation ist die Brücke zwischen einem statistischen Modell und verwertbaren Wettwahrscheinlichkeiten. Statt exakte Wahrscheinlichkeiten analytisch zu berechnen, simulieren Sie das Ereignis tausende Male und zählen die Ergebnisse.
Schritt 1: Modell definieren
Für Fußball nutzt der häufigste Ansatz die Poisson-Verteilung:
- Erwartete Tore berechnen basierend auf Angriffsstärke und gegnerischer Abwehrschwäche
- Heim-xG: (Heimangriffsstärke) x (Auswärtsverteidigungsschwäche) x (Ligadurchschnitt Tore)
- Auswärts-xG: (Auswärtsangriffsstärke) x (Heimverteidigungsschwäche) x (Ligadurchschnitt Tore)
Beispiel: Bayern München zu Hause mit xG 2,10 vs Freiburg mit xG 0,95.
Schritt 2: Simulation durchführen
Für jeden von 10.000+ Durchläufen:
- Zufällige Heimtore aus Poisson-Verteilung mit Mittelwert = Heim-xG generieren
- Zufällige Auswärtstore generieren
- Ergebnis aufzeichnen
- Genaues Ergebnis notieren
Nach allen Simulationen Ergebnisse zählen:
- Heimsiege: 5.200 von 10.000 = 52,0% Wahrscheinlichkeit
- Unentschieden: 2.300 = 23,0%
- Auswärtssiege: 2.500 = 25,0%
Schritt 3: Mehrere Märkte bepreisen
Die Stärke der Simulation: Ein Durchlauf bepreist jeden Markt gleichzeitig:
- Genaues Ergebnis: Wie oft jedes Ergebnis auftrat (z.B. 2:1 in 1.340 von 10.000 = 13,4%)
- Über/Unter 2,5: Simulationen mit 3+ Gesamttoren zählen
- Beide Teams treffen: Simulationen, wo beide mindestens einmal trafen
Ein 20-€-Einsatz auf Über 2,5 bei Quote 1,80 bringt 36 € Rückzahlung. Wenn Ihre Simulation 60% Wahrscheinlichkeit für 3+ Tore zeigt, sind die fairen Quoten 1,67 — Quote 1,80 ist eine Wertwette. Berücksichtigen Sie die 5% Sportwettensteuer bei der Renditeberechnung.
Schritt 4: Mit Buchmacher-Quoten vergleichen
Wandeln Sie Quoten in implizierte Wahrscheinlichkeiten um und vergleichen Sie. Wetten Sie dort, wo Ihr Vorteil die Buchmacher-Marge übersteigt (typischerweise 3-5% Overround).
Schritt 5: Inputs verfeinern
Vergleichen Sie nach jedem Spieltag vorhergesagte Wahrscheinlichkeiten mit tatsächlichen Ergebnissen. Ein gut kalibriertes Modell sollte vorhergesagte 30%-Ereignisse über eine große Stichprobe in etwa 30% der Fälle eintreten sehen.