Rule 4 ist ein Abzug auf Ihre Gewinne, wenn ein Pferd nach Eröffnung des Wettmarkts aus einem Rennen zurückgezogen wird. Die Regel existiert, weil der Rückzug eines Konkurrenten die Chancen jedes verbleibenden Pferdes verbessert — die ursprünglichen Quoten sind dadurch großzügiger als sie sein sollten.
Die Rule-4-Abzugsskala
Die Höhe des Abzugs richtet sich nach den Quoten des zurückgezogenen Pferdes zum Zeitpunkt des Rückzugs:
| Quote des zurückgezogenen Pferdes | Abzug |
|---|---|
| 1,11 oder kürzer | 90 % |
| 1,20 – 1,22 | 80 % |
| 1,25 – 1,29 | 75 % |
| 1,33 – 1,50 | 65 % |
| 1,53 – 1,80 | 55 % |
| 1,83 – 2,00 | 45 % |
| 2,10 – 2,50 | 35 % |
| 2,63 – 2,75 | 30 % |
| 3,00 – 3,25 | 25 % |
| 3,50 – 4,00 | 20 % |
| 4,33 – 5,00 | 15 % |
| 5,50 – 6,50 | 10 % |
| 7,00 – 15,00 | 5 % |
| Über 15,00 | Kein Abzug |
Rechenbeispiel
Sie platzieren einen 20-€-Einsatz auf Pferd A bei Quote 4,00. Vor dem Rennen wird Pferd B (Quote 3,00) zurückgezogen, was einen 25-%-Rule-4-Abzug auslöst.
- Bruttorendite: 20 € × 4,00 = 80 €
- Gewinnanteil: 80 € - 20 € = 60 €
- Abzug: 60 € × 0,25 = 15 €
- Nettorendite: 80 € - 15 € = 65 €
Ihr Gewinn sinkt von 60 € auf 45 € durch den Rule-4-Abzug.
Wann Rule 4 nicht gilt
- Langzeitwetten — Kein Rule 4, aber auch keine Erstattung bei Nichtstartern.
- Wetten nach dem Rückzug — Sie erhalten die neuen Marktquoten; kein Abzug nötig.
- Langquotige Rückzüge (über 15,00) — Der Einfluss auf den verbleibenden Markt ist vernachlässigbar.
Schutzmaßnahmen
Der einfachste Schutz gegen hohe Rule-4-Abzüge ist, näher am Startzeitpunkt zu wetten, wenn der Markt stabilisiert ist und späte Rückzüge unwahrscheinlicher sind. Alternativ können Sie Wettbörsen nutzen, bei denen zurückgezogene Starter automatisch aus dem Markt entfernt werden und die verbleibenden Preise sich organisch anpassen.