Was ist Net Rating und warum ist es wichtig?
Das Net Rating ist eine der fundamentalsten Kennzahlen im modernen Basketball und eine unverzichtbare Metrik für seriöse Sportwetter. Es misst die Differenz zwischen den Punkten, die ein Team erzielt (Offensive Rating), und den Punkten, die es zulässt (Defensive Rating) – berechnet pro 100 Ballbesitze.
Die Bedeutung des Net Rating kann nicht überbewertet werden. Während viele Fans sich auf den Win-Loss-Record konzentrieren, zeigt das Net Rating die wahre Leistungsfähigkeit eines Teams. Ein Team mit einem hohen Net Rating ist nicht nur zufällig erfolgreich – es ist strukturell dominant. Dies macht Net Rating zur wertvollsten Vorhersagemetrik für Moneyline-Wetten und Spread-Wetten in der NBA.
Definition und Kernkonzept
Das Net Rating beantwortet eine einfache, aber entscheidende Frage: Erzielt ein Team mehr Punkte als es zulässt? Die Antwort auf diese Frage ist der beste Indikator dafür, wie gut ein Team wirklich ist.
Ein positives Net Rating bedeutet, dass ein Team durchschnittlich mehr Punkte pro 100 Ballbesitze erzielt als es zulässt. Ein Team mit einem Net Rating von +5.0 ist beispielsweise etwa 5 Punkte pro 100 Ballbesitze besser als der Durchschnitt. Ein negatives Net Rating deutet darauf hin, dass ein Team schwächer ist als der Durchschnitt.
Das Konzept der „pro 100 Ballbesitze"-Normalisierung ist entscheidend. Es ermöglicht faire Vergleiche zwischen Teams, die unterschiedliche Tempi spielen. Ein Team, das schnell spielt und viele Ballbesitze hat, wird nicht automatisch bevorzugt gegenüber einem langsameren Team.
Warum Sportwetter Net Rating nutzen sollten
Für Sportwetter ist Net Rating ein Game-Changer. Die Metrik hat sich als einer der zuverlässigsten Prädiktoren für zukünftige Spielergebnisse erwiesen. Teams mit hohem Net Rating gewinnen nicht nur häufiger – sie gewinnen konsistenter und zuverlässiger.
Die Vorhersagekraft des Net Rating ist wissenschaftlich dokumentiert. Studien zeigen, dass Teams mit einem Net Rating von über +5.0 eine Gewinnquote von etwa 75-80% haben, während Teams mit einem Net Rating unter -5.0 nur etwa 20-25% gewinnen. Diese Konsistenz macht es zu einer wertvollen Metrik für die Wettanalyse.
Besonders bei Moneyline-Wetten zeigt sich die Überlegenheit des Net Rating. Während der Point Spread versucht, beide Seiten ausgewogen zu halten, offenbart das Net Rating die wahre Leistungsdifferenz zwischen Teams. Ein Team mit +8.0 Net Rating gegen ein Team mit -3.0 Net Rating hat einen echten Leistungsvorteil von etwa 11 Punkten – unabhängig davon, wie der Spread gesetzt ist.
| Net Rating Range | Teamqualität | Erwartete Gewinnquote | Wettzuverlässigkeit |
|---|---|---|---|
| +8.0 und höher | Elite/Championship-Kandidat | 85-95% | Sehr hoch |
| +5.0 bis +7.9 | Sehr gut/Playoff-Team | 75-85% | Hoch |
| +2.0 bis +4.9 | Gut/Playoff-Kandidat | 60-75% | Mittel-hoch |
| -2.0 bis +1.9 | Durchschnitt | 45-55% | Niedrig |
| -5.0 bis -2.1 | Schwach | 25-40% | Niedrig |
| Unter -5.0 | Sehr schwach/Tanking | 5-25% | Sehr niedrig |
Wie wird Net Rating berechnet?
Die Berechnung des Net Rating ist mathematisch elegant und logisch aufgebaut. Obwohl die Formel einfach aussieht, steckt dahinter eine komplexe Datenerfassung und -verarbeitung.
Die mathematische Formel verstehen
Die grundlegende Formel für Net Rating ist:
Net Rating = Offensive Rating – Defensive Rating
Das klingt einfach, aber die beiden Komponenten erfordern eine detaillierte Berechnung:
- Offensive Rating (ORtg) = (Punkte / Ballbesitze) × 100
- Defensive Rating (DRtg) = (Gegenpunkte / Gegnerische Ballbesitze) × 100
Die Ballbesitze werden dabei nicht einfach gezählt, sondern berechnet, da die NBA nicht offiziell jede Ballbesitz aufzeichnet. Die Formel für Ballbesitze ist:
Ballbesitze = Feldwurfversuche + 0,44 × Freiwurfversuche – Offensivrebounds + Ballverluste
Diese Formel normalisiert alle Statistiken auf 100 Ballbesitze, was faire Vergleiche zwischen verschiedenen Teams und Spielzeiten ermöglicht.
Offensive Rating vs. Defensive Rating
Das Offensive Rating zeigt, wie effizient ein Team bei der Punkteerzielung ist. Es antwortet auf die Frage: Wie viele Punkte erzielt dieses Team durchschnittlich pro 100 Ballbesitze?
Das Defensive Rating zeigt die gegenteilige Seite – wie effizient ein Team bei der Verteidigung ist. Es antwortet auf: Wie viele Punkte lässt dieses Team durchschnittlich pro 100 gegnerische Ballbesitze zu?
Ein Team kann hervorragend in einer Komponente sein, aber schwach in der anderen. Die Boston Celtics könnten beispielsweise ein Offensive Rating von 115 haben (sehr gut), aber ein Defensive Rating von 105 (schwach), was zu einem Net Rating von +10 führt. Ein anderes Team könnte ein ausgeglicheneres Profil haben.
| Metrik | Definition | Beispielbereich | Interpretation |
|---|---|---|---|
| Offensive Rating | Punkte pro 100 Ballbesitze | 100-120 | Höher = besser |
| Defensive Rating | Gegenpunkte pro 100 gegnerische Ballbesitze | 100-120 | Niedriger = besser |
| Net Rating | ORtg - DRtg | -10 bis +15 | Höher = besser |
| Pace | Ballbesitze pro 48 Minuten | 95-105 | Tempo des Spiels |
Praktische Berechnungsbeispiele
Nehmen wir ein konkretes Beispiel aus der NBA-Saison 2022-23:
Golden State Warriors:
- Offensive Rating: 115.2
- Defensive Rating: 108.1
- Net Rating: +7.1
Dies bedeutet, dass die Warriors pro 100 Ballbesitze 7,1 Punkte besser waren als ihre Gegner. Über eine typische 48-Minuten-Partie mit etwa 100 Ballbesitzen pro Team entspricht dies etwa 7 Punkten Vorteil pro Spiel – ein großer Unterschied.
Los Angeles Lakers (2022-23 Anfang der Saison):
- Offensive Rating: 111.8
- Defensive Rating: 115.5
- Net Rating: -3.7
Die Lakers waren schwächer als der Durchschnitt, besonders weil ihre Verteidigung nicht mithalten konnte. Ein negatives Net Rating von -3.7 bedeutet, dass sie in einem typischen Spiel etwa 3-4 Punkte hinter ihren Gegnern zurückblieben – ein großer Unterschied über eine ganze Saison.
Diese Beispiele zeigen, warum Net Rating so wertvoll für Wetter ist: Es quantifiziert den echten Leistungsunterschied zwischen Teams in messbaren Punkten pro Spiel.
Woher kommt Net Rating und wie hat sich die Metrik entwickelt?
Das Net Rating ist nicht aus dem Nichts entstanden. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklung im Basketball-Denken und der statistischen Analyse.
Die Geschichte der Effizienzmetriken
Die modernen Effizienzmetriken im Basketball entstanden in den 1980er und 1990er Jahren, als Pioniere wie Dean Oliver und John Hollinger begannen, Basketball mathematisch zu analysieren. Vor dieser Zeit verließen sich Teams und Analysten auf einfache Statistiken wie Punkte pro Spiel und Feldwurfquote.
Das Problem mit diesen einfachen Metriken war, dass sie nicht normalisiert waren. Ein Team, das 110 Punkte pro Spiel erzielte, konnte besser oder schlechter sein als ein Team mit 105 Punkten pro Spiel – je nachdem, wie schnell die Teams spielten und wie viele Ballbesitze sie hatten.
Dean Oliver entwickelte in seinem Buch „Basketball on Paper" (2004) das Konzept des „Efficiency Rating" – im Grunde das moderne Offensive Rating. Dies war ein Durchbruch, denn es ermöglichte erstmals faire Vergleiche zwischen Teams mit unterschiedlichen Spielstilen.
Das Net Rating als Kombination von Offensive und Defensive Rating folgte natürlich aus dieser Entwicklung. Wenn man die offensive Effizienz eines Teams messen konnte, warum nicht auch die defensive? Und wenn man beide hatte, warum nicht die Differenz berechnen?
Warum wurde Net Rating zur Standard-Metrik?
Das Net Rating wurde zur Standard-Metrik, weil es funktioniert. Die Metrik hat sich in der Praxis bewährt:
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Vorhersagekraft: Teams mit hohem Net Rating gewinnen häufiger und konsistenter. Dies ist nicht nur eine statistische Anomalie – es ist eine robuste, reproduzierbare Beziehung.
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Einfachheit: Im Gegensatz zu komplizierteren Metriken ist das Net Rating leicht zu verstehen. Jeder kann verstehen, dass „mehr Punkte erzielen als zulassen" ein Zeichen von Überlegenheit ist.
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Objektivität: Das Net Rating basiert auf objektiven Spielstatistiken, nicht auf subjektiven Urteilen oder Meinungen.
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Akzeptanz in der NBA: Die NBA-Teams und deren Analyseabteilungen haben Net Rating als Standard adoptiert. Dies führte zu einer Verbreitung in Medien, Sportwetten und Fan-Analyse.
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Wettzuverlässigkeit: Für Sportwetter hat sich Net Rating als überlegenes Vorhersageinstrument erwiesen. Dies führte zu seiner Verbreitung in der Wettkommunity.
Heute wird Net Rating von der NBA, ESPN, von Sportmedien, von Wettanalytikern und von ernsthaften Fans verwendet. Es ist die Standard-Metrik für die Bewertung von Teamleistung.
Wie unterscheidet sich Net Rating von ähnlichen Metriken?
Obwohl Net Rating eine ausgezeichnete Metrik ist, gibt es andere Metriken, die ähnliche Informationen vermitteln oder komplementäre Einblicke bieten.
Net Rating vs. Point Differential
Das Point Differential ist die einfachste Metrik: die Differenz zwischen Punkten erzielt und Punkten zugelassen, gemessen in absoluten Werten, nicht normalisiert.
Der Hauptunterschied ist die Normalisierung. Das Point Differential berücksichtigt nicht die Anzahl der Ballbesitze. Ein Team, das schnell spielt und viele Ballbesitze hat, kann ein hohes Point Differential haben, auch wenn es weniger effizient ist als ein langsameres Team.
Das Net Rating normalisiert auf 100 Ballbesitze, was faire Vergleiche ermöglicht. Ein Team mit einem Net Rating von +5.0 ist immer besser als ein Team mit +4.0, unabhängig vom Tempo. Ein Team mit einem Point Differential von +100 könnte besser oder schlechter sein als ein Team mit +90, je nach Anzahl der Spiele und des Tempos.
Für Sportwetter ist Net Rating überlegen, weil es diese Tempo-Verzerrung eliminiert. Ein schnelles Team mit moderatem Net Rating ist vorhersagbarer als ein schnelles Team mit hohem Point Differential.
| Aspekt | Net Rating | Point Differential |
|---|---|---|
| Normalisierung | Pro 100 Ballbesitze | Absolute Punkte |
| Tempo-Unabhängigkeit | Ja | Nein |
| Vergleichbarkeit | Hoch (verschiedene Teams, Zeiten) | Niedrig (tempo-abhängig) |
| Vorhersagekraft | Sehr hoch | Mittel |
| Einfachheit | Mittel | Sehr hoch |
| Wettzuverlässigkeit | Sehr hoch | Mittel |
Net Rating vs. Pythagorean Winning Percentage
Die Pythagorean Winning Percentage ist eine Metrik, die vorhersagt, wie viele Spiele ein Team gewinnen sollte, basierend auf Punkten erzielt und Punkten zugelassen. Die Formel ähnelt dem Pythagorean Theorem:
Erwartete Gewinnquote = Punkte² / (Punkte² + Gegenpunkte²)
Der Unterschied zu Net Rating ist subtil aber wichtig. Das Net Rating misst die Effizienz pro Ballbesitz, während die Pythagorean Winning Percentage die Gewinnerwartung über eine ganze Saison vorhersagt.
In der Praxis sind Net Rating und Pythagorean Winning Percentage hochgradig korreliert. Ein Team mit hohem Net Rating wird eine hohe Pythagorean Winning Percentage haben. Aber Net Rating ist direkter und leichter zu verstehen.
Für Sportwetter ist Net Rating überlegen, weil es unmittelbar die Leistungsdifferenz zwischen Teams zeigt. Die Pythagorean Winning Percentage ist mehr für Saison-Vorhersagen nützlich.
Net Rating vs. True Shooting Percentage
Das True Shooting Percentage (TS%) ist eine Metrik, die die Effizienz beim Werfen misst. Es berücksichtigt Feldwürfe, Dreier und Freiwürfe und normalisiert sie auf eine einzelne Effizienzmetrik.
Net Rating und True Shooting Percentage messen unterschiedliche Dinge. TS% misst nur die Wurf-Effizienz, während Net Rating die gesamte Team-Effizienz misst, einschließlich Ballverluste, Rebounds und Defensivarbeit.
Ein Team könnte ein hohes True Shooting Percentage haben (gute Schützen), aber ein niedriges Net Rating (weil die Verteidigung schlecht ist). Umgekehrt könnte ein Team mit großartiger Verteidigung und schlechten Schützen ein niedriges TS%, aber möglicherweise immer noch ein positives Net Rating haben.
Für Sportwetter ist Net Rating umfassender, da es alle Aspekte der Team-Leistung abdeckt.
Wie nutzen Profis Net Rating in der Praxis?
Das Net Rating ist nicht nur eine akademische Metrik – es wird von Profis in der NBA, im Coaching, in der Wettindustrie und in der Fantasy-Basketball-Analyse täglich genutzt.
NBA-Teams und Coaching-Stäbe
Die NBA-Teams verwenden Net Rating als eine der Hauptmetriken bei wichtigen Entscheidungen. Coaching-Stäbe analysieren Net Rating, um zu verstehen, warum ein Team gewinnt oder verliert, und wo Verbesserungen nötig sind.
Ein Beispiel: Wenn ein Team ein niedriges Offensive Rating, aber ein hohes Defensive Rating (großartige Verteidigung) hat, wissen die Coaches, dass sie die Offensive verbessern müssen, nicht die Verteidigung. Dies führt zu gezielten Trainingsmaßnahmen und taktischen Anpassungen.
Teams verwenden auch Net Rating für Roster-Entscheidungen. Wenn ein Trade ein Team von einem Net Rating von +2.0 auf +4.0 verbessern könnte, ist der Trade wahrscheinlich wertvoll. Dies hilft Teams, rationale Entscheidungen zu treffen, anstatt sich von kurzfristigen Ergebnissen täuschen zu lassen.
Die Denver Nuggets gewannen die NBA Championship 2023 mit einem Net Rating von +9.2 – eines der höchsten in der modernen NBA. Dies war kein Zufall. Ihr großartiges Net Rating war ein direkter Indikator ihrer Dominanz.
Sportwetten und Handicapping
Für Sportwetter ist Net Rating ein essentielles Handicapping-Tool. Professionelle Wetter verwenden Net Rating, um:
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Monolines zu bewerten: Ein Team mit +8.0 Net Rating gegen ein Team mit -2.0 Net Rating sollte eine Moneyline haben, die den 10-Punkte-Unterschied widerspiegelt. Wenn die Moneyline nicht so weit auseinander liegt, könnte es eine Wettgelegenheit geben.
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Spreads zu analysieren: Wenn der Spread nicht dem Net Rating-Unterschied entspricht, kann dies eine Wettgelegenheit anzeigen. Wenn zwei Teams einen Net Rating-Unterschied von 8 Punkten haben, aber der Spread nur 5 Punkte ist, könnte das stärkere Team eine gute Wette sein.
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Verletzungen zu bewerten: Wenn ein Schlüsselspieler verletzt ist, können professionelle Wetter mit Net Rating abschätzen, wie sehr sich die Team-Effizienz verschlechtert.
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Trends zu erkennen: Net Rating kann sich schnell ändern, wenn ein Team verletzt wird oder wenn neue Spieler ankommen. Professionelle Wetter beobachten diese Veränderungen genau.
Ein typisches Szenario: Team A hat ein Net Rating von +6.0, Team B ein Net Rating von -1.0. Der Punkt-Spread ist Team A -4.5. Ein professioneller Wetter könnte sehen, dass der Unterschied im Net Rating (+7 Punkte) größer ist als der Spread (-4.5), und Team A als Wette nehmen, da die Quote nicht das wahre Leistungsverhältnis widerspiegelt.
Fantasy Basketball und DFS
Im Daily Fantasy Sports (DFS) und in der Fantasy-Basketball-Analyse wird Net Rating verwendet, um:
- Zu verstehen, welche Teams wahrscheinlich hohe Punkt-Gesamtsummen haben werden
- Zu identifizieren, welche Teams wahrscheinlich große Blowouts haben werden (was die Spielzeit beeinflusst)
- Die Wahrscheinlichkeit zu bewerten, dass bestimmte Spieler „in the flow" des Spiels sein werden
Ein Team mit hohem Net Rating ist wahrscheinlich ein Spiel zu gewinnen, was bedeutet, dass seine Spieler wahrscheinlich länger spielen und mehr Punkte erzielen. Dies macht die Spieler von Teams mit hohem Net Rating attraktiver in DFS.
Was sind häufige Missverständnisse über Net Rating?
Obwohl Net Rating eine ausgezeichnete Metrik ist, gibt es mehrere weit verbreitete Missverständnisse, die zu schlechten Entscheidungen führen können.
Mythos 1: Höheres Net Rating = garantierter Sieg
Dies ist das häufigste Missverständnis. Ein Team mit +8.0 Net Rating wird nicht jedes Spiel gewinnen. Es wird das Spiel etwa 80-85% der Zeit gewinnen, aber nicht immer.
Der Grund ist Varianz. Selbst wenn ein Team strukturell besser ist, können einzelne Spiele durch Glück, Verletzungen, schlechte Schiedsrichter-Entscheidungen oder einfach einen schlechten Spieltag beeinflusst werden.
Dies ist für Sportwetter entscheidend zu verstehen. Ein Team mit hohem Net Rating ist eine gute Wette, aber es ist nicht garantiert. Ein Wetter sollte niemals mit voller Konfidenz auf ein einzelnes Spiel wetten, egal wie groß der Net Rating-Unterschied ist.
Mythos 2: Net Rating ist die einzige Metrik, die zählt
Net Rating ist eine großartige Metrik, aber sie ist nicht die einzige. Andere Faktoren spielen eine Rolle:
- Verletzungen: Ein Team mit +6.0 Net Rating, das seinen besten Spieler verliert, könnte schnell auf +2.0 fallen.
- Gegner-Stärke: Ein Team mit +5.0 Net Rating gegen einen schwachen Gegner ist eine bessere Wette als gegen einen starken Gegner.
- Momentum: Ein Team, das gerade 5 Spiele in Folge verloren hat, könnte psychologisch beeinflusst sein, selbst wenn sein Net Rating immer noch positiv ist.
- Coaching-Anpassungen: Ein großartiger Coach könnte die Taktik anpassen und die Leistung eines Teams verbessern oder verschlechtern.
Net Rating sollte als die primäre Metrik betrachtet werden, aber nicht als die einzige.
Mythos 3: Net Rating ist zu kompliziert für Anfänger
Dies ist falsch. Das Konzept von Net Rating ist sehr einfach: erzielt ein Team mehr Punkte als es zulässt? Wenn ja, ist es besser. Die mathematische Berechnung ist kompliziert, aber das Konzept ist es nicht.
Ein Anfänger kann sofort verstehen, dass ein Team mit +5.0 Net Rating besser ist als ein Team mit -3.0 Net Rating. Man muss nicht die genaue Formel verstehen, um diese Information zu nutzen.
Wohin entwickelt sich Net Rating in der Zukunft?
Das Net Rating ist eine etablierte Metrik, aber die Basketball-Analyse entwickelt sich weiter. Es gibt mehrere Trends und Entwicklungen, die die Zukunft von Net Rating beeinflussen werden.
Neue Variationen und Refinements
Analytiker entwickeln ständig neue Variationen und Refinements des Net Rating. Einige Beispiele:
- Adjusted Net Rating: Berücksichtigt Gegner-Stärke. Ein Team mit +5.0 Net Rating gegen starke Gegner ist beeindruckender als gegen schwache Gegner.
- On-Off Net Rating: Misst die Veränderung des Net Rating, wenn ein bestimmter Spieler auf dem Spielfeld ist. Dies zeigt, wie viel ein Spieler zum Team-Erfolg beiträgt.
- Position-Specific Net Rating: Misst die Effizienz bei bestimmten Positionen oder Paarungen.
Diese Refinements helfen Analytikern, tiefer in die Daten einzudringen und subtilere Unterschiede zwischen Teams und Spielern zu erkennen.
Rolle in der KI und Predictive Analytics
Mit dem Aufstieg von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning wird Net Rating wahrscheinlich eine noch wichtigere Rolle spielen. AI-Modelle können Net Rating mit anderen Variablen kombinieren, um noch genauerere Vorhersagen zu treffen.
Zum Beispiel könnte ein AI-Modell Net Rating mit Verletzungs-Daten, Gegner-Stärke, Heimvorteil und historischen Trends kombinieren, um eine Gewinnwahrscheinlichkeit vorherzusagen, die besser ist als jede einzelne Metrik allein.
Dies wird wahrscheinlich zu noch besseren Vorhersagen und höheren Gewinnquoten für Sportwetter führen, die diese Technologien nutzen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Net Rating
F: Was ist ein gutes Net Rating?
A: Ein Net Rating von über +5.0 ist sehr gut und deutet auf ein Championship-Kandidaten-Team hin. Ein Net Rating von +2.0 bis +5.0 ist solide und deutet auf ein Playoff-Team hin. Ein Net Rating über +8.0 ist außergewöhnlich und deutet auf ein Elite-Team hin. Ein negatives Net Rating deutet auf ein schwaches Team hin.
F: Wie berechne ich Net Rating selbst?
A: Die grundlegende Formel ist: Net Rating = Offensive Rating – Defensive Rating. Das Offensive Rating wird berechnet als (Punkte / Ballbesitze) × 100, und das Defensive Rating wird berechnet als (Gegenpunkte / gegnerische Ballbesitze) × 100. Die Ballbesitze müssen mit einer komplexen Formel berechnet werden, die Feldwurfversuche, Freiwurfversuche, Offensivrebounds und Ballverluste berücksichtigt. In der Praxis nutzen die meisten Menschen verfügbare Datenquellen wie NBA.com oder ESPN, um Net Rating zu finden, anstatt es selbst zu berechnen.
F: Welches Team hat das beste Net Rating in der NBA?
A: Dies ändert sich jede Saison. Historisch hatten die Golden State Warriors 2016-17 eines der höchsten Net Ratings aller Zeiten mit +10.5. Die Denver Nuggets hatten 2022-23 mit +9.2 eines der höchsten. Um die aktuelle Saison zu sehen, besuchen Sie NBA.com oder ESPN.
F: Kann ich Net Rating für andere Sportarten nutzen?
A: Das Konzept von Net Rating – die Differenz zwischen erzielten und zugelassenen Punkten pro Ballbesitz – kann theoretisch auf andere Sportarten angewendet werden. Im American Football wird ein ähnliches Konzept verwendet. Im Fußball ist es schwieriger, da die Struktur unterschiedlich ist. Für Basketball ist Net Rating die Standard-Metrik.
F: Warum unterscheidet sich Net Rating zwischen verschiedenen Quellen?
A: Es gibt verschiedene Methoden, um Net Rating zu berechnen, und verschiedene Quellen verwenden möglicherweise leicht unterschiedliche Formeln oder Datenquellen. Einige Quellen verwenden Regular Season nur, andere kombinieren Regular Season und Playoffs. Einige verwenden Adjusted Net Rating, andere verwenden unadjustiertes Net Rating. Die Unterschiede sind normalerweise klein, aber sie können existieren.
F: Ist Net Rating wichtiger als der Win-Loss Record?
A: Für die Bewertung der Team-Qualität ja. Ein Team mit hohem Net Rating ist wahrscheinlich besser als sein Record andeuten könnte. Ein Team mit hohem Net Rating und schlechtem Record ist wahrscheinlich überreif für Verbesserungen. Aber für die Bestimmung von Playoff-Seeds und Preisen ist der Win-Loss Record das, das zählt.
F: Wie lange sollte ich Net Rating beobachten, um es zu beurteilen?
A: Net Rating ist am zuverlässigsten über einen längeren Zeitraum. Nach 10 Spielen kann Net Rating täuschen sein, da Varianz eine große Rolle spielt. Nach 20-30 Spielen wird Net Rating zuverlässiger. Nach 50+ Spielen ist Net Rating sehr zuverlässig. Für Saison-Bewertungen sollte man die komplette Regular Season betrachten.
F: Kann Net Rating negativ sein und was bedeutet das?
A: Ja, Net Rating kann negativ sein. Ein negatives Net Rating bedeutet, dass ein Team weniger Punkte pro 100 Ballbesitze erzielt als es zulässt. Ein Team mit -3.0 Net Rating ist schwächer als der Durchschnitt. Ein Team mit -8.0 Net Rating ist sehr schwach. Negative Net Ratings sind typisch für Teams, die tanken (absichtlich verlieren, um bessere Draft-Picks zu bekommen) oder für Teams mit großen Verletzungsproblemen.