Was sind Pari-Mutuel-Wetten und woher kommt der Name?
Pari-Mutuel-Wetten (englisch: parimutuel betting) sind ein Wettsystem, bei dem alle auf einen Markt platzierten Einsätze in einem gemeinsamen Pool zusammengefasst werden. Nach Abzug einer Provision des Wettanbieters – der sogenannten „Take" oder „Takeout" – wird die verbleibende Gesamtsumme anteilig unter allen Gewinnern aufgeteilt. Die endgültigen Auszahlungsquoten werden nicht im Voraus festgelegt, sondern ergeben sich erst nach Abschluss der Wetteingabe und werden durch die Verteilung der Einsätze bestimmt.
Der Name stammt aus dem Französischen: „Pari" bedeutet Wette, „Mutuel" bedeutet untereinander oder gegenseitig. Die wörtliche Übersetzung lautet daher „untereinander wettend" – ein präzises Konzept, das den Kern des Systems beschreibt. Im deutschsprachigen Raum wird das System häufig als Totalisator oder Pool-Wetten bezeichnet, insbesondere im Kontext von Pferderennen.
Das Pari-Mutuel-System unterscheidet sich fundamental von Festquoten-Wetten bei Buchmachern. Während ein Buchmacher als Gegenpartei fungiert und die Quoten selbst festlegt, wettet der Spieler beim Pari-Mutuel gegen alle anderen Spieler. Der Pool – nicht ein einzelnes Unternehmen – ist der Gegenspieler.
Die Etymologie und historische Entwicklung
Das Pari-Mutuel-System wurde 1870 von Pierre Oller, einem Pariser Chemiker und Parfumhändler, erfunden. Oller entwickelte den Totalisator als Lösung für ein zentrales Problem des Pferderennsports: Wie können Quoten fair und transparent gebildet werden, ohne dass ein Buchmacher das Risiko trägt oder eine unrealistische Marge einbaut?
Der erste Totalisator in Deutschland wurde beim „Großen Hamburger Handicap" 1870 in Betrieb genommen – ein kleines Holzhäuschen, in dem der Wettbetrieb für diesen Renntag abgewickelt wurde. Seitdem hat sich das System weltweit verbreitet und ist heute in vielen Ländern die Standardmethode für Pferderennen-Wetten.
| Zeitraum | Entwicklung | Region |
|---|---|---|
| 1870 | Pierre Oller erfindet den Totalisator | Frankreich |
| 1870 | Erstes deutsches Totalisator-System | Deutschland (Hamburg) |
| 1900–1950 | Ausbreitung in Nordamerika, Australien, Japan | International |
| 1960–1980 | Mechanische Totalisator-Boards an Rennbahnen | Welt |
| 1990–2000 | Digitalisierung und elektronische Quoten-Anzeigen | Global |
| 2000–2025 | Online-Pools, World Pool, Integration in Sportwetten-Plattformen | Digital |
Wie funktioniert das Pari-Mutuel-System Schritt für Schritt?
Das Pari-Mutuel-System folgt einem klaren, mathematischen Prozess. Um das System vollständig zu verstehen, ist es wichtig, alle Schritte von der Wetteingabe bis zur Auszahlung nachzuvollziehen.
Der Pooling-Prozess
Beim Pari-Mutuel werden alle Einsätze für einen bestimmten Wetttyp (z.B. alle Win-Wetten) in einen gemeinsamen Pool fließen. Dies geschieht kontinuierlich, während die Wetten eingehen – von der Eröffnung des Marktes bis zum offiziellen Schließen der Wetten, kurz bevor das Rennen beginnt.
Beispiel: Bei einem Pferderennen mit vier Pferden werden folgende Win-Wetten platziert:
- Pferd A: 4.000 €
- Pferd B: 6.000 €
- Pferd C: 3.000 €
- Pferd D: 2.000 €
- Gesamtpool: 15.000 €
Bevor der Pool unter den Gewinnern aufgeteilt wird, zieht der Wettanbieter einen Takeout ab. Der Takeout liegt typischerweise zwischen 10 % und 20 %, je nach Land, Rennbahn und Wetttyp. Dieser Abzug deckt Betriebskosten, Steuern, Rennpreisgelder und die Gewinnmarge des Betreibers.
Mit 15 % Takeout:
- Takeout: 15.000 € × 0,15 = 2.250 €
- Auszahlungspool: 15.000 € – 2.250 € = 12.750 €
Quotenbildung in Echtzeit
Die Quoten beim Pari-Mutuel sind nicht statisch – sie ändern sich kontinuierlich, während neue Wetten eingehen. Dies ist einer der Hauptunterschiede zu Festquoten bei Buchmachern.
Die Quote wird nach folgender Formel berechnet:
Quote = Auszahlungspool ÷ Einsätze auf das Gewinnerpferd
Wenn zum Beispiel die Wetten wie oben verteilt sind und der Auszahlungspool 12.750 € beträgt, dann wären die aktuellen Quoten:
- Pferd A: 12.750 € ÷ 4.000 € = 3,19
- Pferd B: 12.750 € ÷ 6.000 € = 2,13
- Pferd C: 12.750 € ÷ 3.000 € = 4,25
- Pferd D: 12.750 € ÷ 2.000 € = 6,38
Diese Quoten sind jedoch nicht endgültig. Wenn in den nächsten Minuten weitere 2.000 € auf Pferd B gesetzt werden, ändert sich die Quote für Pferd B:
- Neuer Pool für Pferd B: 6.000 € + 2.000 € = 8.000 €
- Neue Quote für Pferd B: 12.750 € ÷ 8.000 € = 1,59
Die Quote ist also gesunken, weil mehr Geld auf Pferd B gesetzt wurde. Dies ist das Wesen des Pari-Mutuel-Systems: Die Quote reflektiert das Vertrauen des Marktes. Favoriten (Pferde mit viel Geld) haben niedrige Quoten, Außenseiter (Pferde mit wenig Geld) haben hohe Quoten.
Auszahlungsberechnung nach dem Rennen
Sobald das Rennen vorbei ist und der Gewinner feststeht, wird die endgültige Auszahlung berechnet. Diese basiert auf der Quote, die zum Zeitpunkt des Wettschlusses galt.
Gewinn pro Wettschein = Einsatz × Endquote
Wenn Pferd A mit einer Endquote von 3,19 gewinnt und Sie 100 € gesetzt haben:
- Gewinn: 100 € × 3,19 = 319 €
- Rückgabe: 319 € (der Einsatz ist bereits im Pool enthalten)
Ein wichtiger Punkt: Beim Pari-Mutuel erhalten Sie nicht Ihren Einsatz plus Gewinn wie bei Festquoten – die Quote ist bereits die Gesamtrendite pro Euro gesetzt. Ein Einsatz von 100 € mit Quote 3,19 ergibt 319 € Gesamtrendite, nicht 319 € Gewinn zusätzlich zum Einsatz.
Pari-Mutuel vs. Buchmacher: Die wichtigsten Unterschiede
Das Verständnis der Unterschiede zwischen Pari-Mutuel und Buchmacher-Wetten ist entscheidend für die Wahl des richtigen Wettsystems.
Quotenbildung und Preisgestaltung
Beim Pari-Mutuel wird die Quote durch den Markt – also durch die Einsätze aller Wetter – bestimmt. Es gibt keine zentrale Stelle, die die Quote „festlegt". Stattdessen ergibt sich die Quote automatisch aus der Formel: Auszahlungspool ÷ Einsätze auf Gewinner.
Beim Buchmacher setzt der Anbieter die Quoten selbst fest. Der Buchmacher baut eine Marge (Überrunde) in die Quoten ein, um unabhängig vom Ergebnis Gewinn zu machen. Ein fairer Markt für ein Zwei-Pferde-Rennen würde beide Pferde bei Quote 2,00 bewerten (50 % Wahrscheinlichkeit für jedes). Ein Buchmacher könnte jedoch beide bei 1,90 anbieten, was ihm eine Marge von etwa 5,3 % gibt.
| Merkmal | Pari-Mutuel | Buchmacher (Festquoten) |
|---|---|---|
| Quotenbildung | Marktgesteuert (Pool) | Anbieter-gesteuert (Marge) |
| Quote bekannt | Nach Wettschluss | Bei Wettabgabe |
| Gegenpartei | Alle anderen Wetter | Der Buchmacher |
| Betreiber-Gewinn | Fester Takeout (%) | Eingebaute Marge in Quoten |
| Favoriten-Quoten | Niedrig (weniger Gewinn) | Oft besser als Pari-Mutuel |
| Außenseiter-Quoten | Sehr hoch (großer Gewinn möglich) | Durch Marge begrenzt |
| Exotische Wetten | Umfangreich vorhanden | Oft begrenzt |
| Arbitrage möglich | Nein (ein Pool) | Ja (verschiedene Buchmacher) |
Takeout und Betreiber-Gewinn
Der Takeout beim Pari-Mutuel ist transparent und festgelegt. Ein Takeout von 15 % bedeutet, dass 85 % der Einsätze an Gewinner ausgeschüttet werden. Der Betreiber (Rennbahn, Wettanbieter) behält 15 % für Betriebskosten, Steuern und Gewinn.
Der Buchmacher-Gewinn ist weniger sichtbar, da er in die Quoten eingebaut ist. Ein Buchmacher mit 5 % Marge auf einem Zwei-Pferde-Rennen (beide bei 1,90) wird langfristig 5 % des Wettumsatzes behalten, unabhängig vom Ergebnis.
Welcher Takeout ist besser?
Das hängt von der Wettart und dem Markt ab. Ein niedriger Takeout (10–12 %) ist für Wetter attraktiver als ein hoher (18–20 %). Allerdings kann ein niedriger Takeout zu kleineren Pools und damit zu weniger Liquidität führen. Länder wie Frankreich (PMU) und Japan (JRA) haben relativ niedrige Takeouts (12–15 %), während einige andere Länder höhere Sätze haben.
Wann lohnt sich welches System?
Pari-Mutuel ist vorteilhaft für:
- Außenseiter-Wetten: Die Quoten können deutlich höher sein als bei Buchmachern, wenn wenig Geld auf ein Pferd gesetzt wird.
- Exotische Wetten (Exacta, Trifecta): Große Pools ermöglichen große Jackpots.
- Große Felder: Mit vielen Pferden können die Quoten unprediktabel sein – der Pool kann größere Überraschungen abfedern.
Festquoten sind vorteilhaft für:
- Favoriten-Wetten: Die Quoten sind oft besser als beim Pari-Mutuel, da der Buchmacher weniger Marge auf sichere Wetten baut.
- Wertsuche: Erfahrene Wetter können Quoten vor Marktbewegungen vergleichen und Wert finden.
- Sicherheit: Die Quote steht fest – keine Überraschungen beim Auszahlungsprozess.
Viele professionelle Pferderennen-Wetter kombinieren beide Systeme: Sie nutzen Festquoten für ihre Hauptwetten mit erkanntem Frühpreis-Wert und Pool-Wetten für exotische Kombinationen, wo die Struktur des Pools größere Auszahlungen ermöglicht.
Verschiedene Wetttypen im Pari-Mutuel-System
Das Pari-Mutuel-System unterstützt viele verschiedene Wetttypen. Jeder Wetttyp hat seinen eigenen Pool – Win-Wetten werden nicht mit Place-Wetten gemischt.
Einfache Wetten
Win (Sieg): Der Spieler setzt darauf, dass das Pferd das Rennen gewinnt. Dies ist die einfachste und häufigste Wettart.
Place (Platz): Der Spieler setzt darauf, dass das Pferd in den ersten Plätzen endet (üblicherweise 1. oder 2. Platz, je nach Feldgröße). Die Quote für Place ist niedriger als für Win, da die Wahrscheinlichkeit höher ist.
Show (Platzierung): Der Spieler setzt darauf, dass das Pferd in den ersten drei Plätzen endet. Die Quote ist noch niedriger als Place.
Kombinationswetten
Exacta: Der Spieler muss die genaue Reihenfolge der ersten zwei Pferde vorhersagen (1. und 2. Platz). Dies ist eine schwierigere Wette mit höheren Quoten.
Trifecta: Der Spieler muss die genaue Reihenfolge der ersten drei Pferde vorhersagen. Mit noch höheren Quoten, aber auch schwieriger zu gewinnen.
Daily Double: Der Spieler muss die Gewinner von zwei aufeinanderfolgenden Rennen vorhersagen. Dies ist eine Kombinationswette über mehrere Rennen hinweg.
Superfecta: Der Spieler muss die genaue Reihenfolge der ersten vier Pferde vorhersagen. Dies ist eine der schwierigsten Wetten mit potenziell sehr hohen Quoten.
Jeder dieser Wetttypen hat seinen eigenen Pool, und die Quoten werden unabhängig berechnet. Dies ist ein großer Vorteil des Pari-Mutuel-Systems: Es können viele verschiedene Wetttypen angeboten werden, ohne dass der Betreiber zusätzliches Risiko eingehen muss.
Häufige Missverständnisse über Pari-Mutuel-Wetten
Selbst erfahrene Wetter haben manchmal falsche Vorstellungen über das Pari-Mutuel-System. Hier sind die häufigsten Missverständnisse und die Wahrheit dahinter.
Mythos 1: „Höhere Quoten bedeuten bessere Chancen"
Die Wahrheit: Höhere Quoten bedeuten nicht bessere Chancen – sie bedeuten, dass weniger Geld auf das Pferd gesetzt wurde. Eine Quote von 10,00 für ein Pferd bedeutet nicht, dass das Pferd eine bessere Chance hat zu gewinnen. Es bedeutet, dass der Markt (alle anderen Wetter) dieses Pferd für einen großen Außenseiter hält.
Tatsächlich ist die umgekehrte Beziehung oft wahr: Niedrige Quoten = hohe Wahrscheinlichkeit (Favorit), Hohe Quoten = niedrige Wahrscheinlichkeit (Außenseiter). Dies ist mathematisch aus der Formel ableitbar: Wenn viel Geld auf ein Pferd gesetzt wird, sinkt die Quote.
Mythos 2: „Totalisator ist immer besser als Buchmacher"
Die Wahrheit: Dies hängt stark vom Kontext ab. Für Außenseiter und exotische Wetten kann der Totalisator deutlich bessere Quoten bieten. Für Favoriten und einfache Win-Wetten können Buchmacher oft bessere Quoten haben. Die beste Strategie ist, beide Systeme zu verstehen und je nach Situation das bessere zu wählen.
Mythos 3: „Der Pool ist immer fair"
Die Wahrheit: Der Pool ist mathematisch fair in dem Sinne, dass alle Gewinne unter den Gewinnern aufgeteilt werden. Allerdings ist der Pool nicht unbedingt „fair" in Bezug auf die tatsächlichen Chancen. Der Markt kann sich irren – Favoriten können überbewertet sein, Außenseiter können unterbewertet sein. Dies ist der Grund, warum Wettanalyse und Handicapping immer noch wichtig sind.
Mythos 4: „Takeout ist versteckte Gebühr"
Die Wahrheit: Der Takeout ist transparent und notwendig. Er deckt Betriebskosten, Steuern und Rennpreisgelder. Ein Wettsystem ohne Takeout wäre nicht nachhaltig. Der Takeout ist tatsächlich transparenter als die versteckte Marge bei Buchmachern.
Der World Pool und internationale Pari-Mutuel-Systeme
In den letzten Jahrzehnten haben sich nationale Pari-Mutuel-Pools zu einem globalen Netzwerk entwickelt. Dies hat dramatische Auswirkungen auf die Größe der Pools und damit auf die Quoten und Auszahlungen.
Wie der World Pool funktioniert
Der World Pool ist ein internationales Netzwerk, das die Pari-Mutuel-Pools mehrerer Länder zusammenbringt. Statt dass nur deutsche Wetter auf ein deutsches Rennen wetten, können Wetter aus aller Welt auf denselben Pool wetten. Dies führt zu:
- Größeren Pools: Mehr Wetter = mehr Geld = größere Auszahlungen
- Besseren Quoten: Größere Liquidität ermöglicht bessere Quoten für Außenseiter
- Jackpots: Internationale Pools können riesige Jackpots für exotische Wetten generieren
Der World Pool wird von mehreren großen Rennbahnen und Wettanbietern betrieben, darunter die Hong Kong Jockey Club (HKJC), die Japan Racing Association (JRA) und die Pari Mutuel Urbain (PMU) aus Frankreich.
PMU (Frankreich), JRA (Japan), HKJC (Hongkong)
PMU (Pari Mutuel Urbain) ist das größte Pari-Mutuel-System in Europa und eines der größten der Welt. Die PMU hat ein Monopol auf Pferderennen-Wetten in Frankreich und bietet Wetten auf französische und internationale Rennen an. Die PMU ist bekannt für:
- Niedrige Takeouts (12–15 %)
- Umfangreiche Wetttypen
- Große internationale Pools
- Starke Integration in den World Pool
JRA (Japan Racing Association) ist das Pari-Mutuel-System Japans. Japan hat eine lange Tradition von Pferderennen und eine große Wettkultur. Die JRA ist bekannt für:
- Sehr große Pools (Japan ist ein großer Wettmarkt)
- Wettbewerb zwischen mehreren Rennbahnen
- Integration in den World Pool
- Hohe Quoten für exotische Wetten
HKJC (Hong Kong Jockey Club) ist das Pari-Mutuel-System Hongkongs und eines der größten der Welt. Hongkong ist ein großer Wettmarkt mit einer langen Geschichte von Pferderennen. Die HKJC ist bekannt für:
- Extrem große Pools
- Hohe Takeouts (aber auch große Auszahlungen)
- Zentrale Rolle im World Pool
- Riesige Jackpots für exotische Wetten
Diese internationalen Systeme sind über den World Pool miteinander verbunden, was bedeutet, dass Wetter von überall aus auf Rennen aus verschiedenen Ländern wetten können.
Praktische Tipps für erfolgreiche Pari-Mutuel-Wetten
Zu verstehen, wie das System funktioniert, ist nur der erste Schritt. Hier sind praktische Tipps für bessere Wetten.
Tote Board lesen und Quoten-Shifts erkennen
Das Tote Board ist die Anzeige der aktuellen Quoten und Einsätze. Es wird kontinuierlich aktualisiert, während neue Wetten eingehen. Erfahrene Wetter beobachten das Tote Board genau, um:
- Letzte-Minuten-Bewegungen zu erkennen: Ein plötzlicher Anstieg der Einsätze auf ein Pferd kann ein Signal sein, dass Insider-Information vorhanden ist (z.B. ein bekannter Trainer setzt große Beträge).
- Quoten-Verschiebungen zu nutzen: Wenn die Quote für Ihr Pferd sinkt, weil mehr Geld darauf gesetzt wird, können Sie entscheiden, ob Sie noch wetten möchten oder ob die Quote zu schlecht geworden ist.
- Geldfluss-Signale zu interpretieren: Ein starker Geldfluss auf einen Außenseiter kann bedeuten, dass dieser Außenseiter tatsächlich eine bessere Chance hat als der Markt ursprünglich dachte.
Bankroll-Management und Risikokontrolle
Gutes Bankroll-Management ist entscheidend für langfristigen Erfolg. Hier sind einige grundlegende Regeln:
- Setzen Sie ein Budget: Entscheiden Sie, wie viel Sie bereit sind zu verlieren, und überschreiten Sie dieses Budget nicht.
- Verwenden Sie Einheitswetten: Setzen Sie den gleichen Betrag auf jede Wette, um Ihre Bankroll vor großen Verlusten zu schützen.
- Jagen Sie nicht nach Verlusten: Wenn Sie einen Verlust erleiden, erhöhen Sie nicht die Einsätze, um den Verlust schnell zurückzugewinnen. Dies führt zu schlechten Entscheidungen.
- Kombinieren Sie Wetttypen: Verwenden Sie einfache Wetten (Win, Place) für sichere Auswahlen und exotische Wetten (Exacta, Trifecta) für spekulativere Auswahlen.
- Verfolgen Sie Ihre Ergebnisse: Führen Sie ein Wetttagebuch, um zu sehen, welche Strategien funktionieren und welche nicht.
Zukunft des Pari-Mutuel-Systems
Das Pari-Mutuel-System ist nicht statisch – es entwickelt sich ständig weiter, insbesondere durch Digitalisierung und Online-Integration.
Digitalisierung und Online-Pools
Traditionell wurden Pari-Mutuel-Wetten an physischen Rennbahnen oder in Wettbüros platziert. Heute können Wetter online wetten, und die Pools sind digital integriert. Plattformen wie Wettstar und pferdewetten.de bieten Online-Zugang zu Pari-Mutuel-Pools, oft mit zusätzlichen Features wie:
- Mobile Apps: Wetten von überall aus
- Live-Streaming: Rennen in Echtzeit anschauen
- Erweiterte Datenanalyse: Historische Daten, Handicapping-Tools
- Integration mit Sportwetten: Pari-Mutuel-Pools neben Festquoten-Wetten
Trends und Entwicklungen
Der Pari-Mutuel-Markt ist weltweit wachsend, insbesondere in Asien und Europa. Einige aktuelle Trends sind:
- Wachsende Pools: Der World Pool wird immer größer, was zu besseren Quoten führt.
- Neue Wetttypen: Ständig neue und innovative Wetttypen werden eingeführt.
- Technologische Verbesserungen: Bessere Quoten-Berechnung, schnellere Auszahlungen, bessere Benutzeroberflächen.
- Regulatorische Entwicklungen: Mehr Länder regulieren und legalisieren Pari-Mutuel-Wetten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie unterscheidet sich Pari-Mutuel von Festquoten-Wetten?
Bei Pari-Mutuel wird die Quote durch den Markt bestimmt – durch die Einsätze aller Wetter. Bei Festquoten setzt der Buchmacher die Quote fest. Dies bedeutet, dass Pari-Mutuel-Quoten dynamisch sind und sich bis zum Rennbeginn ändern, während Festquoten statisch sind.
Was ist Takeout?
Der Takeout ist der Prozentsatz der Einsätze, den der Betreiber (Rennbahn, Wettanbieter) behält. Ein Takeout von 15 % bedeutet, dass 85 % der Einsätze an Gewinner ausgeschüttet werden. Der Rest deckt Betriebskosten, Steuern und Rennpreisgelder.
Kann ich beim Pari-Mutuel Arbitrage betreiben?
Nein, nicht wirklich. Da es nur einen Pool pro Wetttyp gibt, können Sie nicht die gleiche Wette bei verschiedenen Anbietern mit unterschiedlichen Quoten platzieren. Allerdings können Sie Arbitrage zwischen Pari-Mutuel und Festquoten-Buchmachern betreiben, wenn die Quoten ausreichend unterschiedlich sind.
Warum sind die Quoten beim Pari-Mutuel manchmal so unterschiedlich vom Tippgeber?
Die Quoten beim Pari-Mutuel basieren auf den Einsätzen der Wetter, nicht auf der echten Wahrscheinlichkeit. Der Markt kann sich irren – Favoriten können überbewertet sein, Außenseiter können unterbewertet sein. Dies ist der Grund, warum Handicapping und Analyse wichtig sind.
Wie funktioniert der World Pool?
Der World Pool verbindet Pari-Mutuel-Pools aus verschiedenen Ländern. Dies ermöglicht Wettern aus aller Welt, auf die gleichen Rennen zu wetten, was zu größeren Pools und besseren Quoten führt. Der World Pool wird von großen Rennbahnen wie der HKJC, JRA und PMU betrieben.
Welcher Takeout ist normal?
Der Takeout variiert je nach Land, Rennbahn und Wetttyp. Typisch sind 10–20 %. Länder wie Frankreich (PMU) und Japan (JRA) haben relativ niedrige Takeouts (12–15 %), während andere Länder höhere Sätze haben.
Sollte ich Pari-Mutuel oder Festquoten verwenden?
Dies hängt von der Situation ab. Für Außenseiter und exotische Wetten ist Pari-Mutuel oft besser. Für Favoriten und einfache Wetten können Festquoten besser sein. Viele Wetter kombinieren beide Systeme.
Wie berechne ich meine Gewinne beim Pari-Mutuel?
Gewinn = Einsatz × Quote. Wenn Sie 100 € bei Quote 3,50 setzen, erhalten Sie 350 € zurück (nicht 350 € Gewinn zusätzlich zum Einsatz – 350 € ist die Gesamtrückgabe).
Gibt es eine Strategie, um beim Pari-Mutuel zu gewinnen?
Ja, mehrere: Gutes Handicapping, Bankroll-Management, Tote-Board-Beobachtung, Kombination von einfachen und exotischen Wetten, und langfristiges Denken. Es gibt keine garantierte Strategie, aber diese Ansätze erhöhen die Chancen.
Ist Pari-Mutuel legal in Deutschland?
Ja, Pari-Mutuel-Wetten sind in Deutschland legal, insbesondere für Pferderennen. Sie werden von lizenzierten Anbietern wie Wettstar und pferdewetten.de angeboten.