Penalty-Kill-Prozentwert im Eishockey: Die ultimative Erklärung
Der Penalty-Kill-Prozentwert ist eine der wichtigsten Defensiv-Statistiken im Eishockey. Er misst, wie erfolgreich eine Mannschaft bei gegnerischem Powerplay Tore verhindert. Ein hoher Penalty-Kill-Prozentwert signalisiert eine starke Defensiveinheit und kann spielentscheidend sein – besonders in engen Spielen und bei der Analyse von Wettmöglichkeiten. In diesem Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie über diese kritische Eishockey-Metrik wissen müssen.
Was ist der Penalty-Kill-Prozentwert?
Definition und Grundkonzept
Der Penalty-Kill-Prozentwert (auch PK-Quote oder PK% genannt) ist ein statistisches Maß, das den Prozentsatz der Strafen angibt, die eine Mannschaft erfolgreich übersteht, ohne ein Gegentor zu kassieren. Wenn ein Spieler eine Strafe bekommt, muss er für einen festgelegten Zeitraum (normalerweise zwei Minuten bei einer Minor Penalty) auf die Strafbank. Während dieser Zeit spielt sein Team mit nur vier Spielern auf dem Eis, während die gegnerische Mannschaft mit fünf Spielern versucht, ein Tor zu erzielen.
Das Team in Unterzahl ist dann "im Penalty Kill" – es muss versuchen, die Zeit zu überbrücken und ein Gegentor zu vermeiden, während es mit einem Spieler weniger spielen muss. Wenn das gegnerische Team vor Ablauf der Strafe ein Tor erzielt, kann der bestrafte Spieler die Strafbank verlassen und sein Team spielt wieder mit fünf Spielern.
Der Penalty-Kill-Prozentwert wird berechnet, indem man die Anzahl der erfolgreich überstandenen Strafen durch die Gesamtzahl der Strafen dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert.
Warum ist diese Statistik wichtig?
Der Penalty-Kill-Prozentwert ist ein zuverlässiger Indikator für die Defensivstärke einer Mannschaft. Ein hoher Wert zeigt, dass die Mannschaft:
- Disziplin und Struktur in Unterzahlsituationen hat
- Gute Positionalverteidigung und Stickarbeit zeigt
- Einen starken Goaltender hat, der unter Druck liefert
- Effektive Kommunikation zwischen den Spielern hat
Ein Team mit einem Penalty-Kill-Prozentwert über 85% gilt als überdurchschnittlich defensiv stark. Solche Teams gewinnen häufiger, weil sie Chancen ihres Gegners minimieren und den psychologischen Vorteil haben, dass sie Strafen ohne Bestrafung überstehen können.
| Aspekt | Penalty-Kill-Prozentwert | Power-Play-Prozentwert |
|---|---|---|
| Definition | Erfolgsquote beim Unterzahlspiel | Erfolgsquote beim Überzahlspiel |
| Ziel | Gegentore verhindern | Tore erzielen |
| Formation | Meist 2-2 System (2 Defender, 2 Stürmer) | Meist 1-3-1 oder 2-3 System |
| Beispiel-Quote | 82% (82 von 100 Strafen erfolgreich) | 22% (22 von 100 Chancen nutzen) |
| Bedeutung | Defensivstärke | Offensivstärke |
| Durchschnitt NHL | ~80% | ~20% |
Wie wird der Penalty-Kill-Prozentwert berechnet?
Die Berechnungsformel
Die Berechnung des Penalty-Kill-Prozentwerts ist einfach und unkompliziert:
Penalty-Kill-Prozentwert = (Erfolgreiche Penalties / Gesamte Penalty-Chancen) × 100
Diese Formel zeigt den Prozentsatz aller Strafen, die eine Mannschaft erfolgreich überstand. Ein "erfolgreicher" Penalty Kill bedeutet, dass der gegnerische Team während der gesamten Strafzeit kein Tor erzielte.
Praktische Berechnungsbeispiele
Betrachten wir ein konkretes Beispiel: Angenommen, ein Team hatte in einer Saison 250 Strafen gegen sich. Von diesen 250 Strafen konnte das Team 210 erfolgreich überstehen, ohne ein Tor zu kassieren. Die Berechnung würde wie folgt aussehen:
PK% = (210 / 250) × 100 = 84%
Dieses Team hätte einen Penalty-Kill-Prozentwert von 84%, was bedeutet, dass es in 84% der Fälle ein Gegentor verhinderte.
| Szenario | Erfolgreiche Penalties | Gesamte Chancen | Berechnung | PK-Quote |
|---|---|---|---|---|
| Team A | 210 | 250 | (210/250) × 100 | 84,0% |
| Team B | 188 | 220 | (188/220) × 100 | 85,5% |
| Team C | 175 | 210 | (175/210) × 100 | 83,3% |
| Team D | 200 | 240 | (200/240) × 100 | 83,3% |
Sonderfälle und Besonderheiten
Es gibt mehrere Sonderfälle, die bei der Berechnung des Penalty-Kill-Prozentwerts berücksichtigt werden müssen:
Doppelstrafen (Double-Minor Penalties): Wenn ein Spieler eine Doppelstrafe erhält, zählt dies als zwei separate Strafen in der Statistik. Jede zwei-minütige Periode wird separat gezählt. Das bedeutet, dass ein Team, das eine Doppelstrafe erfolgreich übersteht, zwei Erfolge verbucht – vorausgesetzt, es kassiert während der gesamten vier Minuten kein Tor.
Gleichzeitige Strafen: Wenn zwei Spieler der gleichen Mannschaft gleichzeitig bestraft werden, erhält das Team doppelte Gutschrift, wenn es erfolgreich ist. Dies zählt als "zwei von zwei" (100%), oder "null von zwei" (0%), wenn ein Tor fällt.
Überzahlsituationen: Wenn eine Mannschaft während eines Penalty Kills selbst einen Spieler verliert (weil ein anderer Spieler bestraft wird), kann die Situation komplexer werden. In solchen Fällen wird die Penalty-Kill-Statistik trotzdem normal gezählt.
Woher kommt die Penalty-Kill-Statistik?
Historischer Ursprung
Die Penalty-Kill-Statistik entstand aus der Notwendigkeit, die Defensivleistung von Eishockey-Mannschaften präzise zu messen. In den frühen Tagen des modernen Eishockeys (1920er–1950er Jahre) gab es keine standardisierten Statistiken für Unterzahlspiele. Teams verfolgten einfach, ob sie ein Tor kassierten oder nicht.
Mit der Professionalisierung des Sports und der Gründung der NHL in 1917 wuchs der Bedarf nach detaillierteren statistischen Analysen. In den 1970er und 1980er Jahren, als Computer Einzug in die Sportwelt hielten, begannen Statistiker, den Penalty-Kill-Prozentwert systematisch zu verfolgen. Dies ermöglichte es, Mannschaften nicht nur nach ihrer Gesamtverteidigung zu bewerten, sondern auch nach ihrer Spezialisierung in Unterzahlsituationen.
Evolution der Metrik
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Bedeutung des Penalty-Kill-Prozentwerts verändert. In den 1980er und 1990er Jahren war ein Penalty-Kill-Prozentwert von 75% ausgezeichnet. Mit der Modernisierung des Spiels, besseren Trainingsmethoden und spezialisierteren Penalty-Kill-Einheiten sind die durchschnittlichen Quoten heute deutlich höher.
Heute liegt der Liga-Durchschnitt in der NHL bei etwa 80%, und Teams mit Quoten unter 75% gelten als schwach in der Defensivorganisation. Dies zeigt, wie sehr sich die Erwartungen und Standards im Eishockey verändert haben.
Bedeutung im modernen Eishockey
Im heutigen schnellen, offensiven Eishockey ist ein starker Penalty-Kill-Prozentwert wichtiger denn je. Teams, die mit hohen Strafen kämpfen, können schnell aus einem Spiel fallen, wenn ihr Penalty-Kill-Prozentwert niedrig ist. Umgekehrt können Teams mit exzellentem Penalty Killing (über 85%) oft Spiele gewinnen, die sie sonst verlieren würden, weil sie ihre Gegner frustrieren und den psychologischen Vorteil haben.
Welche Strategien nutzen Teams beim Penalty Killing?
Die klassische Box-Formation (2-2 System)
Die häufigste Penalty-Kill-Formation ist die sogenannte Box-Formation oder 2-2 System. Bei dieser Formation stellen zwei Defenseman und zwei Stürmer eine defensive "Box" auf, um die gefährlichsten Bereiche des Eishockeys zu schützen – insbesondere den Slot (der Bereich direkt vor dem Tor) und die Punkte (die Außenbereiche an der blauen Linie).
In dieser Formation konzentrieren sich die Spieler darauf:
- Den Slot zu schützen: Dies ist der gefährlichste Bereich, da von hier aus die meisten Tore erzielt werden
- Stöcke in den Schusslinien zu halten: Spieler versuchen, Schüsse zu blockieren, bevor sie den Goaltender erreichen
- Den Puck zu stehlen: Aggressive, intelligente Positionalverteidigung kann zu schnellen Gegenangriffen führen
- Kommunikation: Ständige Kommunikation zwischen den Spielern ist entscheidend, um Lücken in der Verteidigung zu schließen
Aggressive vs. Conservative Penalty-Kill-Strategien
Teams können zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze zum Penalty Killing verfolgen:
| Strategie | Ansatz | Risiko | Erfolgsrate | Beste Einsatzbereiche |
|---|---|---|---|---|
| Aggressiv | Früher Druck, Forechecking in der gegnerischen Zone, Puck-Raub | Höher – kann zu gefährlichen Gegenangriffen führen | 85-90% | Spielende, wenn ein Tor nötig ist, gegen schwache Powerplay-Teams |
| Konservativ | Passive Verteidigung, Fokus auf Slot-Schutz, Shotblocking | Niedriger – gibt dem Gegner Raum, aber minimiert Chancen | 78-82% | Früh in Spielen, gegen starke Powerplay-Teams, bei Spielerdefiziten |
Aggressive Teams wie die Boston Bruins und Carolina Hurricanes sind bekannt dafür, dass sie früh Druck ausüben und Pucks hochfahren, um schnelle Gegenangänge zu starten. Diese Strategie führt zu höheren Penalty-Kill-Quoten, aber auch zu mehr gefährlichen Momenten.
Conservative Teams konzentrieren sich darauf, den Slot zu schützen und Schüsse zu blockieren. Dies führt zu niedrigeren Quoten, aber auch zu weniger gefährlichen Chancen für den Gegner.
Rollen und Aufgaben in der PK-Einheit
Jede Position in einer Penalty-Kill-Formation hat spezifische Aufgaben:
Defenseman: Die Defenseman sind die Anker der Penalty-Kill-Einheit. Sie müssen:
- Die Punkte (Außenbereiche an der blauen Linie) kontrollieren
- Schüsse blockieren
- Den Puck klären, wenn möglich
- Die Stürmer unterstützen, wenn der Puck in den Slot kommt
Stürmer: Die Stürmer haben eine schwierigere Aufgabe. Sie müssen:
- Den Gegner unter Druck setzen und den Puck stehlen
- Die Slot-Bereiche schützen
- Schnelle Gegenangänge starten
- Flexibel zwischen Offense und Defense wechseln
Goaltender: Der Goaltender ist oft der "beste Penalty Killer" eines Teams. Er muss:
- Mehr Schüsse abwehren als normal
- Einen großen Bereich mit weniger Defensivunterstützung abdecken
- Mental stark bleiben und Druck verarbeiten
- Schnelle Reaktionen zeigen
Was ist ein guter Penalty-Kill-Prozentwert?
Durchschnittswerte in der NHL
Der Durchschnitt in der NHL liegt bei etwa 80%. Dies bedeutet, dass eine durchschnittliche Mannschaft eine von fünf Strafen kassiert. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Teams:
- Unter 75%: Schwach – deutet auf Defensivprobleme hin
- 75-80%: Durchschnittlich – typisch für die meisten Teams
- 80-85%: Überdurchschnittlich – zeigt gute Defensivorganisation
- Über 85%: Ausgezeichnet – gehört zu den besten Teams der Liga
Benchmarks für verschiedene Ligen
Die NHL ist nicht die einzige professionelle Eishockey-Liga. Andere Ligen haben unterschiedliche Durchschnitte:
- NHL: ~80% (höchster Standard, schnellstes Spiel)
- AHL (American Hockey League): ~78-79% (etwas niedriger, weniger spezialisierte Teams)
- KHL (Kontinentale Hockey-Liga): ~78-80% (vergleichbar mit NHL)
- DEL (Deutsche Eishockey Liga): ~77-79% (etwas niedriger)
- Europäische Ligen: ~75-78% (variiert je nach Liga)
Die Unterschiede entstehen durch verschiedene Spielstile, Spielerqualität und Trainingsmethoden.
Top-Teams und Rekorde
Die besten Teams in der NHL haben Penalty-Kill-Quoten, die weit über dem Durchschnitt liegen. Hier sind einige bemerkenswerte Beispiele:
| Team | Saison | PK-Quote | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Boston Bruins | 2022-23 | 87,3% | Beste Quote der Saison |
| Carolina Hurricanes | 2023-24 | 86,4% | Konsistent stark |
| New Jersey Devils | 2011-12 | 89,6% | Historischer Rekord |
| Arizona Coyotes | 2018-19 | 90,1% | Saisonrekord |
| Chicago Blackhawks | 2024-25 | 84,36% | Aktuelle Top-Quote |
Der Allzeit-Rekord für eine Single-Saison wurde von den New Jersey Devils in der Saison 2011-12 mit 89,6% aufgestellt. Dies ist eine bemerkenswerte Leistung, die zeigt, wie dominant eine Penalty-Kill-Einheit sein kann.
Wie unterscheiden sich Penalty Killing und Powerplay?
Direkter Vergleich der Konzepte
Penalty Killing und Powerplay sind zwei Seiten der gleichen Medaille – beide sind Teil der "Special Teams" im Eishockey. Allerdings sind sie grundlegend verschieden:
Penalty Killing:
- Ziel: Gegentore verhindern
- Spieler: Vier gegen fünf
- Mentalität: Defensiv, fokussiert auf Überleben
- Erfolg: Strafe ohne Gegentor überstehen
Powerplay:
- Ziel: Tore erzielen
- Spieler: Fünf gegen vier
- Mentalität: Offensiv, fokussiert auf Chancen schaffen
- Erfolg: Tor erzielen
Strategische Unterschiede
Die strategischen Unterschiede sind erheblich. Ein Powerplay ist offensiv orientiert – Teams versuchen, schnell den Puck zu bewegen, Schüsse zu generieren und Tore zu erzielen. Ein Penalty Kill ist defensiv orientiert – Teams versuchen, Zeit zu verbringen, den Gegner zu frustrieren und den Puck aus gefährlichen Bereichen zu halten.
Dies bedeutet auch, dass Powerplay-Einheiten und Penalty-Kill-Einheiten oft unterschiedliche Spieler haben. Ein großer, physischer Spieler kann in der Penalty-Kill-Einheit wertvoll sein, weil er Schüsse blockiert, aber in der Powerplay-Einheit weniger nützlich sein.
Relative Bedeutung für Spielergebnisse
Eine häufig gestellte Frage ist: Welches ist wichtiger – ein starkes Powerplay oder ein starker Penalty Kill? Die Antwort ist komplex, aber die meisten Analysten sind sich einig, dass ein starker Penalty Kill wichtiger ist als ein starkes Powerplay.
Warum? Weil:
- Defensivspiel ist konsistenter: Ein Team kann nicht jeden Powerplay nutzen, aber es kann fast jeden Penalty Kill überstehen
- Psychologischer Vorteil: Ein Team, das seine Gegner frustriert, indem es Powerplays übersteht, gewinnt psychologisch
- Spielkontrolle: Ein Team mit 85% Penalty Kill und 15% Powerplay wird wahrscheinlich besser spielen als ein Team mit 15% Penalty Kill und 25% Powerplay
Die beste Mannschaften haben jedoch beides – starke Special Teams in beiden Richtungen.
Wie beeinflussen Penalty Kills Ihre Wetten?
Auswirkungen auf Over/Under-Märkte
Der Penalty-Kill-Prozentwert hat einen direkten Einfluss auf Over/Under-Wetten (Wetten auf die Gesamtzahl der Tore in einem Spiel). Ein Team mit einem hohen Penalty-Kill-Prozentwert wird weniger Gegentore kassieren, was zu einer niedrigeren Gesamtanzahl von Toren führt.
Beispiel:
- Team A hat eine Penalty-Kill-Quote von 88% (sehr stark)
- Team B hat eine Penalty-Kill-Quote von 72% (schwach)
- Wenn diese Teams gegeneinander spielen, wird Team A wahrscheinlich weniger Gegentore kassieren
- Dies bedeutet, dass Under-Wetten auf dieses Spiel wahrscheinlicher sind
Defensivstärke als Wettindikator
Der Penalty-Kill-Prozentwert ist ein zuverlässiger Indikator für die Gesamtdefensivstärke eines Teams. Wenn Sie ein Team mit einer Quote über 85% sehen, können Sie davon ausgehen, dass:
- Das Team eine gut organisierte Defensive hat
- Der Goaltender unter Druck gut spielt
- Das Team in engen Spielen wahrscheinlich gewinnt
- Die Wahrscheinlichkeit von Under-Wetten höher ist
Dies macht den Penalty-Kill-Prozentwert zu einem wichtigen Faktor bei der Analyse von Wettmöglichkeiten.
Praktische Wettbeispiele und Strategien
Szenario 1: Under-Wette basierend auf Defensivstärke
- Team A hat eine Penalty-Kill-Quote von 86%
- Team B hat eine Penalty-Kill-Quote von 83%
- Beide Teams haben starke Defensiveinheiten
- Das Spiel ist auf Under 5,5 Tore angeboten
- Eine Under-Wette könnte wertvoll sein
Szenario 2: Moneyline-Wette basierend auf Penalty-Kill-Stärke
- Team A hat eine Penalty-Kill-Quote von 88%
- Team B hat eine Penalty-Kill-Quote von 74%
- Team A ist ein leichter Favorit
- Die hohe Penalty-Kill-Quote von Team A könnte den Favoriten-Status rechtfertigen
- Eine Wette auf Team A könnte attraktiv sein
Wichtiger Hinweis: Der Penalty-Kill-Prozentwert ist nur ein Faktor unter vielen. Berücksichtigen Sie auch Powerplay-Quoten, Gesamtschussquoten, Spielerverletzungen und Heimvorteil.
Häufige Missverständnisse über den Penalty-Kill-Prozentwert
Mythos 1: PK% = Gesamtteamqualität
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass ein hoher Penalty-Kill-Prozentwert bedeutet, dass ein Team insgesamt stark ist. Dies ist nicht unbedingt wahr. Ein Team kann einen ausgezeichneten Penalty Kill haben, aber ein schwaches Powerplay und eine schwache Offensive.
Beispiel: Ein Team könnte eine Penalty-Kill-Quote von 87% haben, aber nur 18% Powerplay-Quote. Dies bedeutet, dass die Mannschaft defensiv stark ist, aber offensiv schwach. Solche Teams können immer noch Spiele verlieren, weil sie nicht genug Tore erzielen.
Mythos 2: Höher ist immer besser
Es gibt ein statistisches Phänomen namens "Regression to the Mean" – die Tendenz, dass extreme Werte sich wieder dem Durchschnitt nähern. Ein Team mit einer Penalty-Kill-Quote von 92% in einer Saison wird wahrscheinlich nicht die nächste Saison mit 92% enden. Es wird sich wahrscheinlich dem Liga-Durchschnitt von etwa 80% nähern.
Dies bedeutet auch, dass extrem hohe Penalty-Kill-Quoten oft nicht nachhaltig sind und auf Glück oder kleine Stichprobengrößen zurückzuführen sein können.
Mythos 3: PK% ist unabhängig vom Goaltender
Ein großer Mythos ist, dass der Penalty-Kill-Prozentwert unabhängig vom Goaltender ist. Dies ist völlig falsch. Der Goaltender ist oft der beste Penalty Killer eines Teams.
Wenn ein Team einen exzellenten Goaltender hat, wird sein Penalty-Kill-Prozentwert wahrscheinlich höher sein, weil der Goaltender mehr schwierige Schüsse abwehrt. Umgekehrt kann ein schwacher Goaltender den Penalty-Kill-Prozentwert erheblich senken.
Dies ist einer der Gründe, warum große Teams oft viel für Elite-Goaltender bezahlen – sie wissen, dass ein großer Goaltender sowohl die Offensive als auch die Defensive stärkt.
Zukunft des Penalty Killings im Eishockey
Moderne Trends und Entwicklungen
Das Penalty Killing entwickelt sich ständig weiter. Moderne Teams experimentieren mit neuen Formationen und Strategien, um ihre Quoten zu verbessern. Einige Teams verwenden jetzt:
- Aggressive Forechecking: Früher Druck in der gegnerischen Zone, um den Puck zu stehlen
- Hybridformationen: Mischungen aus Box-Systemen und anderen Ansätzen
- Spezialisierte Spieler: Teams stellen jetzt spezielle "Penalty-Kill-Experten" auf dem Eis
Diese Entwicklungen führen zu höheren durchschnittlichen Penalty-Kill-Quoten in der gesamten Liga.
Technologische Einflüsse
Die Technologie hat einen großen Einfluss auf das Penalty Killing. Teams nutzen jetzt:
- Video-Analyse: Detaillierte Analyse gegnerischer Powerplay-Muster
- Datenanalyse: Statistische Modelle zur Vorhersage gefährlicher Situationen
- KI und Maschinelles Lernen: Algorithmen, die Muster in Penalty-Kill-Daten erkennen
Diese Technologien ermöglichen es Teams, bessere Entscheidungen zu treffen und ihre Penalty-Kill-Einheiten zu optimieren.
Vorhersage zukünftiger Entwicklungen
In den nächsten Jahren werden wir wahrscheinlich:
- Noch höhere durchschnittliche Quoten sehen, da Teams ihre Strategien perfektionieren
- Mehr Spezialisierung in Penalty-Kill-Rollen sehen
- Neue Formationen und Taktiken entstehen sehen, die traditionelle Ansätze herausfordern
- Bessere Integration von Datenanalyse in das Penalty-Kill-Training sehen
Das Eishockey entwickelt sich ständig, und das Penalty Killing ist ein Bereich, in dem Innovation große Auswirkungen haben kann.
Häufig gestellte Fragen zum Penalty-Kill-Prozentwert
Wie wird ein erfolgreicher Penalty Kill definiert?
Ein erfolgreicher Penalty Kill ist definiert als eine Strafe, die überstanden wird, ohne dass der gegnerische Team ein Tor erzielt. Das heißt, wenn die volle Strafzeit (normalerweise zwei Minuten) vergeht oder der bestrafte Spieler früher freigegeben wird (weil der gegnerische Team ein Tor erzielt), und kein Tor fällt, wird dies als erfolgreicher Penalty Kill gezählt.
Kann eine Mannschaft einen Penalty Kill mit einem Tor überwinden?
Nein. Wenn das gegnerische Team während eines Penalty Kills ein Tor erzielt, wird dieser Penalty Kill als nicht erfolgreich gezählt – unabhängig davon, ob das angreifende Team weitere Chancen hatte. Der Penalty Kill endet sofort, wenn ein Tor fällt, und der bestrafte Spieler darf zurück auf das Eis.
Welche Liga hat die höchsten Penalty-Kill-Quoten?
Die NHL hat tendenziell die höchsten durchschnittlichen Penalty-Kill-Quoten (etwa 80%), gefolgt von der KHL und anderen Top-Ligen. Dies liegt daran, dass die NHL die höchste Spielerqualität und die besten Trainingsmethoden hat.
Wie lange dauert ein Penalty Kill?
Ein Standard-Penalty Kill dauert zwei Minuten (120 Sekunden) für eine Minor Penalty. Es gibt jedoch Variationen:
- Double-Minor Penalty: Vier Minuten insgesamt (zwei separate zwei-minütige Perioden)
- Major Penalty: Fünf Minuten
- Misconduct Penalty: Zehn Minuten
Gibt es unterschiedliche Arten von Penalty Kills?
Ja, es gibt verschiedene Arten:
- 5-on-4 Penalty Kill: Die häufigste Art (ein Spieler weniger)
- 5-on-3 Penalty Kill: Zwei Spieler weniger (viel schwieriger)
- 4-on-3 Penalty Kill: Wenn beide Teams bestraft werden
Die 5-on-3 Situation ist besonders schwierig und hat einen viel niedrigeren Erfolgsquoten (etwa 50-60%).
Wie wirkt sich ein schlechter PK% auf den Mannschaftserfolg aus?
Ein schlechter Penalty-Kill-Prozentwert (unter 75%) kann sich erheblich auf den Mannschaftserfolg auswirken. Teams mit schlechtem Penalty Killing:
- Kassieren mehr Gegentore
- Verlieren mehr Spiele, die sie hätten gewinnen können
- Haben weniger Vertrauen in Unterzahlsituationen
- Verlieren psychologisch gegen Teams mit starkem Penalty Killing
In engen Spielen kann ein schlechter Penalty Kill oft der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage sein.