Fußball

Progressive Pässe

Pässe, die den Ball deutlich in Richtung Gegnertor vorrücken lassen, und als Maß für die Qualität des Spielaufbaus verwendet werden.

Was sind Progressive Pässe?

Progressive Pässe (englisch: Progressive Passes) sind Zuspiele, die den Ball signifikant in Richtung des gegnerischen Tores vorbringen – in der Regel definiert als Pässe, die den Ball mindestens 9,1 Meter näher ans gegnerische Tor bringen und nicht in der eigenen Spielhälfte enden. Sie sind ein wichtiger Indikator für die Qualität des Spielaufbaus und die Fähigkeit einer Mannschaft, gezielt nach vorne zu spielen.

Das Konzept der progressiven Pässe stammt aus der modernen Fußballanalyse und wurde von Datenanbieter wie Wyscout, StatsBomb und Driblab populär gemacht. Im Gegensatz zu einfachen Statistiken wie Ballbesitz oder Passquote zeigen progressive Pässe auf, wie effektiv eine Mannschaft den Ball wirklich in Richtung des gegnerischen Tores bewegt – unabhängig davon, wie viele sichere Seitenpässe sie spielt.

Die grundlegende Definition

Eine progressive Pass muss zwei Kriterien erfüllen:

  1. Distanzanforderung: Der Ball muss mindestens eine bestimmte Distanz näher zum gegnerischen Tor gelangen (standardmäßig 9,1 Meter, kann aber je nach Feldzone variieren).
  2. Feldposition: Der Pass darf nicht in der eigenen Spielhälfte enden – er muss tatsächlich Richtung gegnerisches Tor führen.

Ausnahmen bilden Pässe in den Strafraum, die immer als progressiv zählen, unabhängig von der genauen Distanz.

Abgrenzung zu einfachen Vorwärtspässen

Ein häufiges Missverständnis: Nicht jeder Vorwärtspass ist ein progressiver Pass. Ein Innenverteidiger, der einen kurzen Pass zu seinem Mittelfeldspieler spielt, hat einen Vorwärtspass gemacht – aber keinen progressiven Pass, wenn die Distanz zum gegnerischen Tor nicht ausreicht. Progressive Pässe sind eine Unterkategorie von Vorwärtspässen, die eine höhere Mindestanforderung erfüllen.

Dies ist wichtig, um zu verstehen, warum die Passquote eines Spielers (z.B. 85%) wenig über seine offensive Effektivität aussagt. Ein Spieler mit 75% Passquote, aber vielen progressiven Pässen, trägt offensiv mehr bei als ein Spieler mit 95% Passquote, der hauptsächlich seitwärts und rückwärts spielt.

Aspekt Normaler Vorwärtspass Progressiver Pass
Richtung Nach vorne Nach vorne (zum gegnerischen Tor)
Mindestdistanz Beliebig 9+ Meter (je nach Zone)
Feldzone Kann überall enden Muss näher zum Tor enden
Beispiel Mittelfeld zu Mittelfeld (5m näher) Innenverteidiger zu Stürmer (15m näher)
Bedeutung Ballkontrolle Offensive Effektivität

Wie werden Progressive Pässe gemessen und definiert?

Die genaue Definition von progressiven Pässen variiert je nach Datenanbieter. Dies ist ein wichtiger Punkt, den viele Analysten übersehen: Wenn Sie progressive Pässe von verschiedenen Quellen vergleichen, können die Zahlen unterschiedlich ausfallen.

Die verschiedenen Messmethoden der Datenanbieter

Die drei größten Anbieter von Fußballdaten – Wyscout, StatsBomb und Driblab – verwenden leicht unterschiedliche Definitionen:

Wyscout definiert progressive Pässe nach Feldzone:

  • Eigene Spielhälfte: Mindestens 30 Meter näher zum Tor
  • Zwischen den Hälften: Mindestens 15 Meter näher zum Tor
  • Gegnerische Spielhälfte: Mindestens 10 Meter näher zum Tor
  • Bonus: Alle Pässe in den Strafraum zählen als progressiv

Diese Abstufung macht Sinn: Ein 30-Meter-Pass aus der Defensive ist deutlich bedeutsamer als ein 10-Meter-Pass bereits in der gegnerischen Spielhälfte.

Lilienblog und andere deutsche Quellen verwenden oft die vereinfachte 9-Meter-Regel:

  • Mindestens 9 Meter näher zum Tor als der höchste Punkt der letzten sechs Pässe
  • Pässe in den Strafraum zählen automatisch
  • Ausgeschlossen: Pässe, die in der eigenen Spielhälfte enden

Driblab bietet noch granularere Aufteilungen und berücksichtigt zusätzlich die Qualität der Ballempfänger und deren Positionierung (offensiv oder defensiv orientiert).

Unterschiede zwischen Wyscout, StatsBomb und Driblab

Merkmal Wyscout StatsBomb Driblab
Zonale Differenzierung Ja (3 Zonen) Teilweise Ja (erweitert)
Strafraum-Bonus Ja Ja Ja
Empfänger-Qualität Nein Nein Ja
Granularität Hoch Mittel Sehr hoch
Verfügbarkeit Professionelle Clubs Breit verfügbar Spezialisten

Für Ihre Analyse ist es wichtig zu wissen, welche Quelle Ihre Daten liefert. Ein Spieler mit 6 progressiven Pässen pro Spiel nach Wyscout-Definition könnte nach einer anderen Definition 5 oder 7 haben.

Die 9-Meter-Regel und ihre Variationen

Die häufigste vereinfachte Definition – die 9-Meter-Regel – stammt aus der Notwendigkeit, eine leicht verständliche und konsistente Metrik zu schaffen. Diese Regel besagt:

Ein Pass ist progressiv, wenn der Ball nach dem Pass mindestens 9 Meter näher am gegnerischen Tor ist als an seiner Position vor dem Pass oder vor den letzten sechs Pässen (je nachdem, welcher Punkt weiter vom Tor entfernt ist).

Einige Anbieter verwenden 10 Meter, andere 8,5 Meter. Die Unterschiede sind gering, aber bei der Verarbeitung großer Datenmengen können sie sich aufsummieren.

Wichtig: Wenn Sie progressive Pässe analysieren, notieren Sie immer, nach welcher Definition Sie arbeiten. Dies ist essentiell für Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit Ihrer Ergebnisse.

Worin unterscheiden sich Progressive Pässe von Progressive Carries?

Ein häufig verwechseltes Konzept: Progressive Carries sind nicht dasselbe wie Progressive Pässe. Während progressive Pässe den Ballvortrag durch Zuspiele messen, beschreiben progressive Carries den Ballvortrag durch Dribbling oder Laufen mit dem Ball.

Progressive Carries erklärt

Ein Progressive Carry ist ein Lauf eines Spielers mit dem Ball in Richtung des gegnerischen Tores, bei dem der Ball mindestens 9 Meter näher ans Tor kommt (oder in den Strafraum gelangt). Beispiele:

  • Ein Außenverteidiger dribbelt nach vorne und bringt den Ball 12 Meter näher zum gegnerischen Tor
  • Ein Mittelfeldspieler läuft mit dem Ball in den Strafraum
  • Ein Flügelstürmer trägt den Ball 15 Meter nach vorne

Progressive Carries sind ein Zeichen für individuelle Ballkontrolle, Dribbling-Fähigkeit und das Vertrauen, mit dem Ball nach vorne zu gehen.

Passing vs. Carrying: Taktische Unterschiede

Die Frage „Progressive Pässe oder Progressive Carries?" ist nicht einfach zu beantworten – es hängt von der Spielweise ab:

Aspekt Progressive Pässe Progressive Carries
Methode Ballvortrag durch Zuspiel Ballvortrag durch Dribbling
Geschwindigkeit Schneller Langsamer
Ballkontrolle Team kontrolliert Ball Einzelner Spieler kontrolliert Ball
Risiko Mittleres Ballverlustrisiko Höheres Ballverlustrisiko
Effektivität Ideal für strukturiertes Spiel Ideal für Eins-gegen-Eins-Situationen
Typische Teams Possession-dominante Teams Counter-Attack-Teams

Ein Team wie Manchester City unter Pep Guardiola generiert viele progressive Pässe, weil der Fokus auf schnellem, präzisem Passspiel liegt. Ein Team wie Liverpool unter Jürgen Klopp nutzt mehr progressive Carries, um schnell in den gegnerischen Strafraum zu gelangen.

Wann sollte ein Team welche Methode bevorzugen?

Progressive Pässe sind besser, wenn:

  • Das gegnerische Team aggressiv presst (schnelle Ballzirkulation bricht Pressing)
  • Ihr Team numerisch überlegen ist
  • Die gegnerische Abwehr tief gestaffelt ist

Progressive Carries sind besser, wenn:

  • Das gegnerische Team passiv verteidigt
  • Sie schnelle, direkte Angriffe starten möchten
  • Ihre Spieler technisch versiert sind und Eins-gegen-Eins-Situationen gewinnen

Die besten Teams nutzen eine Mischung aus beiden Methoden und wählen je nach Spielsituation die optimale Strategie.

Welche Spielertypen spielen die meisten Progressive Pässe?

Progressive Pässe sind nicht gleichmäßig über alle Positionen verteilt. Bestimmte Spielertypen und Positionen generieren naturgemäß mehr progressive Pässe.

Progressive Pässe nach Position

Innenverteidiger spielen oft die meisten progressiven Pässe pro Spiel. Warum? Sie starten den Spielaufbau aus der tiefsten Position und haben damit das größte Potenzial, den Ball signifikant näher zum gegnerischen Tor zu bringen. Ein Innenverteidiger, der einen Pass vom Torwart erhält und diesen zu einem Mittelfeldspieler 25 Meter weiter vorne spielt, generiert automatisch eine progressive Pass.

Defensives Mittelfeld ist die zweite Quelle. Spieler wie N'Golo Kanté, Jude Bellingham oder Florian Neuhaus spielen viele progressive Pässe, weil sie zwischen Abwehr und Angriff agieren und den Ball nach vorne verteilen.

Offensives Mittelfeld und Flügelstürmer spielen weniger progressive Pässe, weil sie bereits näher am gegnerischen Tor stehen. Ein Pass eines Flügelspielers, der bereits in der gegnerischen Spielhälfte ist, erfüllt oft nicht die Distanzanforderung für einen progressiven Pass.

Stürmer spielen die wenigsten progressiven Pässe, da sie in der Regel bereits im Strafraum oder sehr nah daran agieren.

Die Rolle von Innenverteidigern im modernen Fußball

Ein interessantes Phänomen der modernen Fußballanalyse: Spielstarke Innenverteidiger sind zu einem Schlüsselelement geworden. Teams wie Manchester City, Barcelona oder Bayern München investieren bewusst in Innenverteidiger, die viele progressive Pässe spielen können.

Clemens Riedel (Darmstadt 98) ist beispielsweise einer der Innenverteidiger mit den meisten Shot-Creating Actions in den europäischen Top-Ligen – ein Zeichen dafür, dass er nicht nur progressive Pässe spielt, sondern diese auch in gefährliche Situationen umwandelt.

Ein moderner Innenverteidiger muss also nicht nur defensiv stark sein, sondern auch:

  • Gute Ballkontrolle haben
  • Weitschüsse und lange Pässe genau spielen können
  • Schnell erkennen, wann und wohin der Ball progressiv gespielt werden sollte

Spielmacher und Offensives Mittelfeld

Klassische Spielmacher wie Florian Wirtz, Jamal Musiala oder Kai Havertz spielen zwar weniger progressive Pässe als Innenverteidiger, aber ihre Pässe haben oft höhere Qualität und führen direkter zu Torchancen.

Der Unterschied: Ein Innenverteidiger kann 80 progressive Pässe pro Spiel spielen, aber nur wenige führen zu echten Chancen. Ein Spielmacher kann 20 progressive Pässe spielen, und 15 davon führen zu Torschüssen oder Assists.

Dies ist der Grund, warum progressive Pässe allein nicht ausreichen – Sie müssen sie in Kombination mit anderen Metriken wie Expected Assists (xA) oder Key Passes analysieren.

Position Durchschn. Progressive Pässe/90 Qualität der Pässe Offensive Effektivität
Innenverteidiger 8–12 Mittel Mittel
Defensives Mittelfeld 6–10 Mittel-Hoch Mittel-Hoch
Offensives Mittelfeld 4–7 Hoch Hoch
Außenverteidiger 5–9 Mittel Mittel
Flügelstürmer 2–5 Hoch Sehr hoch
Stürmer 1–3 Sehr hoch Sehr hoch

Hinweis: Diese Werte sind Durchschnitte und können je nach Liga, Team und taktischem System stark variieren.

Warum sind Progressive Pässe wichtig für die Spielanalyse?

Progressive Pässe sind eine der wertvollsten Metriken in der modernen Fußballanalyse – aber nur, wenn Sie richtig verstanden und angewendet werden.

Korrelation mit Expected Goals (xG) und Torchancen

Studien zeigen, dass es eine starke Korrelation zwischen der Anzahl progressiver Pässe und der Anzahl generierter Torchancen gibt. Ein Team, das 100 progressive Pässe pro Spiel spielt, generiert tendenziell mehr Schüsse und einen höheren xG-Wert als ein Team mit 70 progressiven Pässen.

Die American Soccer Analysis hat gezeigt, dass die Progressive-Pass-Differenzial (Progressive Pässe für minus Progressive Pässe gegen) eine der stärksten Korrelationen mit Toren hat – mit einem R-Wert von 0,88. Das bedeutet: Wenn Ihr Team 30 progressive Pässe mehr spielt als der Gegner, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit das Spiel gewinnen.

Dies macht progressive Pässe zu einem Leading Indicator – ein Zeichen, das Erfolg vorhersagt, bevor dieser eintritt. Ein Team kann ein Spiel 0:1 verlieren, aber 120 progressive Pässe gegen 60 des Gegners spielen – ein klares Zeichen, dass das Team strukturell besser war und in Zukunft wahrscheinlich gewinnen wird.

Progressive Pässe als Indikator für Offensivstärke

Ein Team mit einer hohen Anzahl progressiver Pässe pro Spiel zeigt tendenziell:

  1. Strukturiertes Aufbauspiel – Das Team weiß, wie es den Ball sicher nach vorne bringt
  2. Offensive Ambitionen – Das Team versucht aktiv, den gegnerischen Strafraum zu erreichen
  3. Ballbesitz-Kontrolle – Höhere progressive Pässe korrelieren oft mit höherem Ballbesitz
  4. Taktische Disziplin – Das Team folgt einem klaren Plan für den Spielaufbau

Borussia Dortmund spielte in der Saison 2022/23 im Durchschnitt 85 progressive Pässe pro Spiel – ein Zeichen für ein aktives, nach vorne orientiertes Aufbauspiel. Im Gegensatz dazu spielte ein defensiveres Team wie Union Berlin durchschnittlich 55–60 progressive Pässe pro Spiel.

Dies bedeutet nicht, dass Dortmund besser ist – es bedeutet nur, dass Dortmund ein anderes taktisches Konzept verfolgt. Unions Erfolg basiert auf Effizienz und schnellen Umschaltmomenten, nicht auf Ballbesitz-Dominanz.

Anwendung in der Wettinganalyse

Für Wettende sind progressive Pässe ein wertvollen Analyseinstrument:

Über/Under Tore: Teams mit vielen progressiven Pässen spielen tendenziell offensiver und generieren mehr Tore. Wenn Sie ein Team mit 90+ progressiven Pässen pro Spiel gegen ein Team mit 60 spielen sehen, ist das Over wahrscheinlicher.

Beide Teams treffen (Both Teams to Score): Teams mit vielen progressiven Pässen generieren mehr Chancen, aber nicht unbedingt für sich selbst – sie ermöglichen auch dem Gegner schnelle Umschaltmomente. Dies kann zu mehr Toren für beide Teams führen.

Spielweise-Analyse: Progressive Pässe helfen Ihnen, die tatsächliche Spielweise eines Teams zu verstehen, nicht nur die oberflächliche Taktik. Ein Team, das 5-3-2 spielt, aber 100 progressive Pässe pro Spiel macht, spielt offensiver als die Formation vermuten lässt.

Form und Momentum: Ein Team, das plötzlich deutlich weniger progressive Pässe spielt (z.B. von 85 auf 65), könnte taktisch umgestellt haben oder unter Druck stehen. Dies kann ein frühes Zeichen für Formverlust sein.

Limitierungen und Fallstricke

Progressive Pässe sind mächtig, aber nicht perfekt. Hier sind die wichtigsten Limitierungen:

  1. Qualität vs. Quantität: 100 progressive Pässe bedeuten nicht 100 gute Chancen. Viele progressive Pässe können in Sackgassen enden.

  2. Feldposition ignorieren: Ein progressiver Pass vom Torwart zum Außenverteidiger wird gleich gewertet wie ein progressiver Pass vom Außenverteidiger zum Stürmer – obwohl letzterer deutlich gefährlicher ist.

  3. Keine Kontext-Information: Progressive Pässe zeigen nicht, ob der Pass unter Druck gespielt wurde, ob der Empfänger in einer guten Position war, oder ob das Spiel tatsächlich gefährlich wurde.

  4. Taktische Unterschiede: Ein defensives Team könnte bewusst weniger progressive Pässe spielen, um Ballverluste zu vermeiden. Dies ist keine Schwäche, sondern eine taktische Entscheidung.

  5. Datenquelle-Abhängigkeit: Wie bereits erwähnt, variieren die genauen Zahlen je nach Datenanbieter.

Best Practice: Nutzen Sie progressive Pässe in Kombination mit anderen Metriken wie xG, xA, Possession, PPDA und Pressingsuccess, um ein vollständiges Bild zu bekommen.

Häufig gestellte Fragen zu Progressive Pässen

Wie viele Progressive Pässe pro Spiel sind normal?

Die Anzahl variiert stark je nach Liga, Team und taktischem System:

  • Bundesliga-Durchschnitt: 70–80 pro Spiel
  • Premier League-Durchschnitt: 65–75 pro Spiel
  • La Liga-Durchschnitt: 75–85 pro Spiel
  • Serie A-Durchschnitt: 60–70 pro Spiel
  • Ligue 1-Durchschnitt: 70–80 pro Spiel

Top-Clubs wie Manchester City, Barcelona oder Bayern München spielen oft 90–110 progressive Pässe pro Spiel. Defensive Teams spielen oft nur 50–60. Es gibt keine „richtige" Anzahl – es hängt von der Spielweise ab.

Sind Progressive Pässe besser als Ballbesitz?

Nein – sie sind komplementär. Ballbesitz zeigt, wie lange ein Team den Ball hat. Progressive Pässe zeigen, wie effektiv ein Team den Ball nach vorne bewegt.

Ein Team mit 60% Ballbesitz und 100 progressiven Pässen ist offensiver als ein Team mit 65% Ballbesitz und 70 progressiven Pässen. Progressive Pässe sind ein besserer Indikator für offensive Absicht.

Warum spielen manche Teams weniger Progressive Pässe?

Es gibt mehrere legitime Gründe:

  1. Defensives System: Teams, die auf schnelle Umschaltmomente setzen, brauchen weniger progressive Pässe im Aufbauspiel.
  2. Gegner-Stärke: Gegen starke Gegner könnte ein Team bewusst defensiver spielen.
  3. Trainerstil: Manche Trainer bevorzugen direkte, lange Pässe statt mehrerer progressiver Pässe.
  4. Spieler-Qualität: Teams mit weniger technisch versierten Spielern machen weniger progressive Pässe.

Wie kann ich Progressive Pässe in meiner eigenen Analyse nutzen?

  1. Vergleichen Sie Teams: Schauen Sie, wie viele progressive Pässe zwei Teams spielen, die gegeneinander antreten. Das Team mit mehr progressiven Pässen wird wahrscheinlich offensiver spielen.

  2. Normalisieren Sie pro 90 Minuten: Nutzen Sie immer pro-90-Metriken, um Spielzeiten auszugleichen.

  3. Kombinieren Sie mit anderen Metriken: Progressive Pässe allein sind nicht aussagekräftig. Nutzen Sie sie zusammen mit xG, xA, Possession und Pressings.

  4. Beobachten Sie Trends: Wenn ein Team plötzlich weniger progressive Pässe spielt, könnte sich die Spielweise ändern.

  5. Beachten Sie Kontext: Verletzungen von Schlüsselspielern, taktische Umstellungen und gegnerische Stärke beeinflussen progressive Pässe.


Zusammenfassung: Progressive Pässe sind eine der wertvollsten Metriken in der modernen Fußballanalyse. Sie zeigen, wie effektiv ein Team den Ball in Richtung des gegnerischen Tores bewegt – unabhängig von oberflächlichen Statistiken wie Ballbesitz oder Passquote. Für Wettende, Analysten und Fans bieten progressive Pässe tiefe Einblicke in die tatsächliche Spielweise eines Teams. Kombiniert mit anderen Metriken sind sie ein mächtiges Werkzeug, um Fußball wirklich zu verstehen.

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