Bankroll-Management Rechner
Was ist Bankroll-Management?
Bankroll-Management bezeichnet die Methode, mit der du dein Wettkapital (Bankroll) über viele Wetten hinweg verwaltest. Kein Wettansatz — selbst ein mathematisch werthaltiger — überlebt langfristig ohne disziplinierte Einsatzsteuerung. Ein schlechtes Bankroll-Management kann auch einen positiven Erwartungswert ins Minus treiben, wenn ein einziger Verlustlauf das Kapital aufzehrt.
Die drei gängigsten Methoden sind: flacher Einsatz, Kelly-Kriterium und Fibonacci-Progression.
So verwendest du den Bankroll-Management Rechner
- Gesamte Bankroll eingeben — dein aktuelles Wettkapital in Euro
- Strategie wählen — flacher Einsatz, Kelly oder Fibonacci
- Bei Kelly: eigene Gewinnwahrscheinlichkeit und Dezimalquote eingeben
- Empfohlenen Einsatz ablesen — der Rechner gibt den optimalen Betrag in Euro aus
Die Mathematik dahinter
Flacher Einsatz: Jede Wette erhält denselben prozentualen Anteil der Bankroll — typisch 1–3 %. Einfach, berechenbar, schützt vor Ruinrisiko.
Kelly-Kriterium: Die optimale Einsatzgröße laut Kelly-Formel:
f = (p × (b + 1) - 1) / b
Dabei ist p deine geschätzte Gewinnwahrscheinlichkeit, b die Dezimalquote minus 1 (also der Nettogewinn pro eingesetztem Euro). Das Ergebnis f ist der Anteil der Bankroll, der eingesetzt werden sollte.
Beispiel: Quote 2,10 (b = 1,10), eigene Wahrscheinlichkeit 55 % (p = 0,55):
f = (0,55 × 2,10 - 1) / 1,10 = (1,155 - 1) / 1,10 = 0,141 → 14,1 % der Bankroll
In der Praxis wird oft ein halbes Kelly (f / 2) empfohlen, um Überschätzungen der eigenen Genauigkeit abzufedern.
Fibonacci: Einsätze folgen der Fibonacci-Folge (1, 1, 2, 3, 5, 8, 13 …). Nach jedem Verlust steigt der Einsatz. Besonders riskant bei längeren Verlustserien.
Tipps und Strategien
- Nie mehr als 5 % der Bankroll pro Wette einsetzen. Profis halten sich meist an 1–2 %, um Verlustserien zu überleben.
- Bankroll regelmäßig neu berechnen. Passe deinen Einheitseinsatz nach jedem Monat an die aktuelle Bankroll-Größe an.
- Kelly nur mit zuverlässigen Wahrscheinlichkeiten verwenden. Überschätzte Gewinnchancen führen zu überhöhten Einsätzen und drohendem Bankroll-Verlust.
- Fibonacci vermeiden. Die Fibonacci-Progression suggeriert Kontrolle, ist aber eine Martingal-Variante — mit wachsenden Einsätzen und Tischgrenzen als hartem Limit.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß sollte eine Sportwetten-Bankroll sein? Mindestens 50 Einheitseinsätze — besser 100. Bei 2 % Einheitsgröße entspricht das einer Bankroll von 5.000 € für 100 €-Wetten.
Was ist das Ruinrisiko? Das Ruinrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, die gesamte Bankroll zu verlieren. Auch bei positivem Erwartungswert ist das Ruinrisiko ohne Einsatzbeschränkung nicht null.
Ist Kelly-Kriterium besser als flacher Einsatz? Mathematisch kann Kelly langfristig mehr Gewinn erzielen — aber nur, wenn die Wahrscheinlichkeitsschätzungen korrekt sind. Für die meisten Sportwetter ist halbes Kelly oder flacher Einsatz der praktisch sicherere Ansatz.
Kann ich mit negativem Erwartungswert trotzdem gewinnen? Kurzfristig durch Varianz — ja. Langfristig — nein. Kein Bankroll-Management der Welt macht aus einem dauerhaft negativen Erwartungswert einen Gewinn.