Varianz-Simulator

Was ist ein Varianz-Simulator?

Ein Varianz-Simulator nutzt die Monte-Carlo-Methode, um tausende mögliche Bankroll-Verläufe auf Basis deiner Wettparameter zu simulieren. Das Ergebnis zeigt dir, wie weit deine tatsächlichen Ergebnisse von deiner erwarteten Rendite abweichen können — selbst bei positivem Erwartungswert. So lernst du: Verlustserien sind normal, kein Zeichen von Fehler, und kurzfristige Gewinne sind kein Beweis für Qualität.

Varianz ist das größte psychologische Problem für Sportwetter. Der Simulator macht sie sichtbar und greifbar.

So verwendest du den Varianz-Simulator

  1. Wettparameter eingeben — durchschnittliche Quote, eigene Gewinnwahrscheinlichkeit (ROI), Einsatz pro Wette, Bankroll-Startgröße
  2. Anzahl der Wetten und Simulationsläufe eingeben — z. B. 500 Wetten, 1.000 Simulationen
  3. Simulation starten — der Rechner berechnet 1.000 mögliche Bankroll-Pfade
  4. Ergebnisse interpretieren — Median, bestes/schlechtestes Szenario, Ruinwahrscheinlichkeit, Konfidenzintervalle

Die Mathematik dahinter

Die Monte-Carlo-Simulation basiert auf Wiederholung von Zufallsexperimenten. Für jede Wette in jeder Simulation wird eine Zufallszahl zwischen 0 und 1 gezogen. Liegt sie unter der Gewinnwahrscheinlichkeit p, gilt die Wette als gewonnen.

Theoretischer Erwartungswert nach n Wetten:

Erwarteter Bankroll = Startbankroll + n × EV_pro_Wette

Standardabweichung einer Einzelwette:

σ = Einsatz × √(p × (1-p)) × Quote

Standardabweichung nach n Wetten:

σ_n = σ × √n

Das 95%-Konfidenzintervall nach 500 Wetten mit EV=5%, Quote=2,0, Einsatz=10€:

  • Erwarteter Gewinn: 500 × 0,50 € = 250 €
  • Standardabweichung: ca. ±700 €
  • 95%-Intervall: -450 € bis +950 €

Das zeigt: Selbst mit 5% positivem EV kannst du nach 500 Wetten im Minus sein.

Tipps und Strategien

  • Mindestens 500 Wetten simulieren. Erst bei dieser Stichprobengröße beginnt der Erwartungswert, die Varianz zu dominieren.
  • Ruinwahrscheinlichkeit beachten. Bei zu großen Einheitseinsätzen (mehr als 5 % der Bankroll) bleibt das Ruinrisiko auch bei positivem EV signifikant.
  • Verlustserien normalisieren. Der Simulator zeigt, dass 10–20 Niederlagen in Folge selbst bei 55 % Trefferquote keine Seltenheit sind — mental vorbereiten.
  • Verschiedene EV-Szenarien vergleichen. Simuliere 3 %, 5 % und 8 % EV — der Unterschied im Risikoprofil ist oft größer als erwartet.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Monte-Carlo-Simulation? Eine Monte-Carlo-Simulation wiederholt ein Zufallsexperiment tausende Male, um die Bandbreite möglicher Ergebnisse zu erfassen. Benannt nach dem Kasino in Monaco — der Bezug zum Glücksspiel ist bewusst gewählt.

Kann der Simulator vorhersagen, ob ich gewinnen werde? Nein. Er zeigt nur die Verteilung möglicher Ergebnisse. Keine Simulation kann das tatsächliche Ergebnis vorhersagen — das wäre Wahrsagerei, keine Statistik.

Warum ist Varianz beim Sportwetten wichtig? Hohe Varianz führt dazu, dass selbst gute Wetter über Monate im Verlust sind, und schlechte Wetter kurzfristig Gewinne erzielen. Ohne Verständnis von Varianz treffen Sportwetter falsche Schlussfolgerungen über ihre eigene Qualität.

Wie lange dauert eine Monte-Carlo-Simulation? In modernen Browsern ist eine Simulation mit 1.000 Läufen und 500 Wetten in weniger als einer Sekunde abgeschlossen.