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1 Bundesliga WomenSaison 2010

Sinsheim W vs Kopenicker Berlin W

3. April 2011 um 15:00
Heim

Sinsheim W

31
Auswärts

Kopenicker Berlin W

AI

SV Sinsheim besiegt Köpenicker SC Berlin mit 3:1 (23:25, 26:24, 25:19, 25:22) in der 1. Bundesliga Frauen 2010/11 und feiert einen Big Point im Abstiegskampf.

Spielanalyse

KI-Zusammenfassung

SV Sinsheim feiert Befreiungsschlag im Abstiegskampf

Der SV Sinsheim hat im direkten Duell gegen den Köpenicker SC Berlin einen enorm wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Am Sonntag, dem 3. April 2011, besiegten die Kraichgauerinnen den Tabellennachbarn vor heimischer Kulisse in der Messehalle 6 mit 3:1 (23:25, 26:24, 25:19, 25:22) und feierten einen leidenschaftlichen Erfolg im Kampf um den Verbleib in der 1. Bundesliga Frauen.

„Diesen Willen und die Leidenschaft, so habe ich mein Team seit Amtsantritt noch nicht gesehen“, sagte ein überglücklicher Stefan Bräuer, der erst wenige Wochen zuvor als „Feuerwehrmann“ beim SV Sinsheim angeheuert hatte. Der Trainer hatte kurzfristig Valeria Stolbowa, die Libera der zweiten Mannschaft, in den Kader berufen – ein Zug, der sich auszahlen sollte.

Ausgangslage: Duell auf Augenhöhe im Abstiegskampf

Vor dem Spiel standen beide Teams mit 16 Punkten in der Tabelle der 1. Bundesliga Frauen auf dem vorletzten bzw. drittletzten Platz. Das Hinspiel in Berlin hatte der KSC souverän mit 3:0 für sich entschieden. Entsprechend groß war der Druck auf Sinsheim, die direkte Konkurrenz im Rennen um den Klassenerhalt zu stellen. „Unser Ziel ist es, einen Sieg mehr zu haben als Köpenick“, hatte Bräuer vor der Partie angekündigt.

Satz für Satz: Ein Nervenkrimi in der Messehalle

Erster Satz – 23:25: Köpenick eröffnet stark

Die Gäste aus Berlin begannen wie gewohnt kampf- und aufschlagstark, während die Sinsheimerinnen zunächst einem Rückstand hinterherliefen. Beim 16:16 gelang der Ausgleich, und nach einer 19:16-Führung schien alles perfekt zu laufen. Doch der KSC kam zurück, glich zum 23:23 aus, und die Niederländerin Nienke de Waard setzte den Schlusspunkt zum 25:23 für die Gäste.

Zweiter Satz – 26:24: Die Wende dank Joker Vorsatz

Es schien düster für Sinsheim, als der Rückstand im zweiten Durchgang bereits 5:10 betrug. Bräuer reagierte und brachte Anne Vorsatz für Julia Prus. Der Joker auf Sinsheimer Seite stach: 10:10 der Zwischenstand, gefolgt von einer knappen Führung. Der KSC erwies sich als hartnäckiger Gegner, „manchmal wie eine Gummiwand“, notierten die Beobachter. Luise Mauersberger setzte einen Megablock, und Marisa Field verwandelte einen Schnellangriff zum 26:24 – der Satzausgleich war perfekt.

Dritter Satz – 25:19: Sinsheim übernimmt das Kommando

Im dritten Satz lief fast alles wie am Schnürchen. Sinsheim zog auf 14:9 und 20:14 davon. Katharina Stauß agierte am Netz als „Berliner Mauer“, Julia Osterloh traf über die Mitte erfolgreich, und Luise Mauersberger, über die insgesamt 47 der 147 Sinsheimer Angriffe liefen, war nicht zu bremsen. Tonya Mokelki verwandelte den Satzball mit einem Rückraumangriff zum 25:19 und der 2:1-Führung.

Vierter Satz – 25:22: Meisterstück in der Crunchtime

Den vierten Satz lieferten die Sinsheimerinnen „sozusagen ihr Meisterstück ab“, wie es im Anschluss hieß. Köpenick lauerte und nutzte jede Gelegenheit, konnte jedoch nur noch einmal beim 8:7 in Führung gehen. „Der Block war heute aller Ehren wert“, sah Bräuer, wie Marisa Field und Julia Prus die Bälle reihenweise wegpflückten. Die Berlinerinnen wehrten sich mit aller Macht und hielten die Partie bis zum Ende spannend. Anne Vorsatz blieb es vorbehalten, den zweiten Matchball zum 25:22 und viel umjubelten 3:1-Sieg zu verwandeln.

Die Schlüsselspielerinnen

  • Marisa Field (Sinsheim): Die Kanadierin wurde zur wertvollsten Spielerin der Partie gekürt. Mit starken Blocks und effektiven Schnellangriffen war sie der Dreh- und Angelpunkt im Sinsheimer Spiel.
  • Tonya Mokelki (Sinsheim): Sie grub unmögliche Bälle in der Abwehr aus und war im Angriff „der Kracher“. Trotz zwischenzeitlicher Zerrung biss sie die Zähne zusammen und musste am Ende fast vom Feld getragen werden.
  • Katharina Stauß (Sinsheim): Die Zuspielerin wuselte durchs Feld, war überall zu finden, ideenreich und hatte eine überragende Blockstatistik.
  • Luise Mauersberger (Sinsheim): Über sie liefen 47 der 147 Sinsheimer Angriffe – eine beeindruckende Schaltzentrale im Angriff.
  • Nienke de Waard (Köpenick): Die Niederländerin war die wertvollste Spielerin auf KSC-Seite und setzte den Schlusspunkt im ersten Satz.

Tabellarische Bedeutung: Ein erster Schritt in Richtung Klassenerhalt

Mit diesem Sieg zog Sinsheim an Köpenick vorbei und verschaffte sich eine verbesserte Ausgangsposition im Abstiegskampf. „Nicht glanzvoll, aber ein erster Schritt in Richtung Klassenerhalt“, resümierte Bräuer. „Faszinierend, was mein Team nach der Klatsche in Münster hier aufs Parkett gezaubert hat.“

Die Saison 2010/11 der 1. Bundesliga Frauen war von einem engen Abstiegskampf geprägt. Neben Sinsheim und Köpenick kämpften auch Schwarz-Weiß Erfurt und das Allgäu Team Sonthofen um den Klassenerhalt. Die Tabelle führte der Dresdner SC vor den Roten Raben Vilsbiburg und dem späteren Meister Schweriner SC an.

Ausblick: Der Weg geht weiter

Für den SV Sinsheim standen in den folgenden Wochen richtungsweisende Partien auf dem Programm. Bereits am 9. April ging es auswärts zum VfB Suhl, ehe das Nachholspiel gegen Schwerin und das letzte Heimspiel gegen Sonthofen folgten. „Sollte die Sache durch das Satzverhältnis entschieden werden, stehen wir schlechter da als Köpenick“, hatte Bräuer gewarnt. „Unser Ziel ist es aber, einen Sieg mehr zu haben.“

Der KSC musste derweil mit dem schweren Restprogramm – unter anderem beim Schweriner SC und gegen den Pokalsieger Stuttgart – um den Klassenerhalt bangen. Wie sich am Ende der Saison zeigen sollte, war dieser 3:1-Erfolg für Sinsheim tatsächlich goldwert im Kampf um den Verbleib in der 1. Bundesliga.

Spielstatistik

Kategorie Sinsheim W Köpenicker Berlin W
Endstand 3 1
1. Satz 23 25
2. Satz 26 24
3. Satz 25 19
4. Satz 25 22
Gesamtpunkte 99 90
Angriffe (Sinsheim) 147
  • Wertvollste Spielerin (Sinsheim): Marisa Field
  • Wertvollste Spielerin (Köpenick): Nienke de Waard
  • Datum: 3. April 2011, 15:00 Uhr
  • Austragungsort: Messehalle 6, Sinsheim
  • Wettbewerb: 1. Bundesliga Frauen, Saison 2010/11

Rivalität seit 2009

Sinsheim W vs Kopenicker Berlin W Direkter Vergleich· 5

Sinsheim W und Kopenicker Berlin W trafen 5 Mal aufeinander — Sinsheim W gewann 1 Mal, Kopenicker Berlin W 4 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Kopenicker Berlin W führt den Direktvergleich mit 4 Siegen aus 5 Begegnungen an. Insgesamt fielen 22 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.40 pro Spiel (8 für die Heimmannschaft, 14 für die Gäste). Beide Teams trafen in 4 Spielen (80%). In 5 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Kopenicker Berlin W ist in den letzten 4 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2012.

Sinsheim W
1
Siege
Unentschieden
0
·
Kopenicker Berlin W
4
Siege
Tore gesamt
22 · 4.4/Spiel
Beide getroffen
4/5 · 80%
Über 2,5
5/5 · 100%

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