Allgäu Sonthofen W besiegte Köpenicker Berlin W 3:2 (13:25, 26:24, 25:14, 19:25, 15:6) in einem packenden Abstiegskampf-Duell der 1. Volleyball-Bundesliga Frauen 2010/11.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungAllgäu Sonthofen W bezwingt Köpenicker Berlin W im Abstiegskrimi — 3:2 nach Fünf-Satz-Kampf
Sonthofen – Am 21. April 2011 kam es in der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen zum Abstiegskampf-Duell zwischen dem Tabellenschlusslicht Allgäu Sonthofen und dem Köpenicker SC Berlin. Was sich an diesem Donnerstagabend in der Allgäuer Halle abspielte, war ein packender Fünf-Satz-Krimi, der beide Mannschaften an ihre Grenzen brachte. Am Ende jubelte der Underdog aus dem Allgäu mit einem 3:2 (13:25, 26:24, 25:14, 19:25, 15:6)-Sieg.
Satz für Satz: Die Achterbahnfahrt
Erster Satz — Köpenick dominiert nach Belieben (13:25)
Der Auftakt verlief aus Sonthofener Sicht katastrophal. Die Gäste aus Berlin-Köpenick kamen wie aus einer Pistole geschossen und ließen den Gastgeberinnen keine Chance. Mit einer starken Aufschlagserie und effizienten Angriffen über Außen zog Köpenick auf und davon. Sonthofen fand kein Mittel gegen die griffige Block-Feldabwehr der Berlinerinnen und kassierte einen deutlichen 13:25-Satzverlust.
Zweiter Satz — Die Wende in der Verlängerung (26:24)
Doch Sonthofen schüttelte sich und kämpfte sich zurück ins Spiel. In einem hochdramatischen zweiten Durchgang entwickelte sich ein umkämpfter Schlagabtausch, bei dem keine Mannschaft mehr als zwei Punkte Vorsprung herausholen konnte. Köpenick hatte mehrfach Satzball – doch Sonthofen wehrte sich mit zusammengebissenen Zähnen. Am Ende verwandelten die Gastgeberinnen ihren zweiten Satzball zum 26:24. Dieser Satzgewinn war der psychologische Turnaround der Partie.
Dritter Satz — Sonthofen läuft heiß (25:14)
Mit der gewonnenen Verlängerung im Rücken spielte Sonthofen wie befreit auf. Die Angriffsquote stieg sprunghaft an, die Annahme stand sicher und die Blockarbeit wurde aggressiver. Köpenick hingegen verlor nach dem verpassten Satzball zunehmend den Faden. Sonthofen marschierte zu einem ungefährdeten 25:14.
Vierter Satz — Köpenick schlägt zurück (19:25)
Doch der KSC Berlin zeigte Moral. Im vierten Durchgang besannen sich die Hauptstädterinnen auf ihre Stärken aus dem ersten Satz. Das Aufschlagspiel wurde wieder druckvoller, die Fehlerquote sank und der Angriff fand die Lücken im Sonthofener Block. Die Gäste zogen auf 19:25 davon und erzwangen den Tiebreak.
Fünfter Satz — Sonthofen krönt die Aufholjagd (15:6)
Im Tiebreak auf 15 Punkte behielt die Heimmannschaft die Nerven. Vor heimischer Kulisse legte Sonthofen einen furiosen Start hin und führte schnell mit mehreren Punkten. Köpenick wirkte angeschlagen und fand keine Antwort mehr auf die druckvollen Angriffe der Gastgeberinnen. Mit 15:6 entschied Sonthofen den Tiebreak klar für sich.
Tabellarische Bedeutung — Sonthofens letzter Hoffnungsschimmer
Das Spiel hatte weitreichende Konsequenzen im Abstiegskampf. Sonthofen stand vor dieser Partie abgeschlagen auf dem 14. Tabellenplatz mit lediglich 8 Punkten aus 25 Spielen und galt als sicherer Absteiger. Der Sieg gegen den direkten Konkurrenten Köpenick (11. Platz, 16 Punkte) hielt die theoretische Chance auf den Klassenerhalt am Leben.
Für Köpenick war diese Niederlage ein schwerer Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Die Berlinerinnen verpassten es, sich mit einem Sieg im Allgäu eine komfortablere Ausgangsposition zu verschaffen. Im Forum Inside VolleyCountry hieß es treffend: »Köpenick hatte heute eine große Chance, mit einem Sieg in Sonthofen die Dinge klarzustellen – aber sie haben versagt.«
Historischer Kontext
Die Saison 2010/11 war die achte Spielzeit der eingleisigen Frauen-Volleyball-Bundesliga. Meister wurde zum achten Mal der Dresdner SC. Für Sonthofen bedeutete die Spielzeit den vorläufigen Höhepunkt der Vereinsgeschichte – der Klub aus dem Oberallgäu kämpfte in seiner zweiten Bundesliga-Saison um den Klassenerhalt.
Der Köpenicker SC Berlin hatte sich in den Vorjahren in der Bundesliga etabliert. Das direkte Duell zwischen beiden Mannschaften ging zuvor stets an die Berlinerinnen – in drei Aufeinandertreffen seit 2009 hatte Köpenick dreimal gewonnen. Der 3:2-Erfolg im April 2011 war daher der erste Sieg Sonthofens über Köpenick überhaupt.
Spielstatistiken
| Team | Sätze | 1. Satz | 2. Satz | 3. Satz | 4. Satz | 5. Satz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgäu Sonthofen W | 3 | 13 | 26 | 25 | 19 | 15 |
| Köpenicker Berlin W | 2 | 25 | 24 | 14 | 25 | 6 |
Fazit
Es war ein Spiel der Emotionen und Extreme: Der krachende Fehlstart im ersten Satz, die enge Verlängerung im zweiten, die Dominanz im dritten, der Einbruch im vierten und die finale Energie im Tiebreak. Für die Zuschauer bot sich ein hochklassiges und spannendes Match, das einmal mehr zeigte, dass im Abstiegskampf der Volleyball-Bundesliga nichts unmöglich ist.
Rivalität seit 2009
Allgau Sonthofen W vs Kopenicker Berlin W Direkter Vergleich· 3
Allgau Sonthofen W und Kopenicker Berlin W trafen 3 Mal aufeinander — Allgau Sonthofen W gewann 0 Mal, Kopenicker Berlin W 3 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Kopenicker Berlin W führt den Direktvergleich mit 3 Siegen aus 3 Begegnungen an. Insgesamt fielen 12 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.00 pro Spiel (3 für die Heimmannschaft, 9 für die Gäste). Beide Teams trafen in 2 Spielen (67%). In 3 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Kopenicker Berlin W ist in den letzten 3 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2009.
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