Schweriner SC ringt VfB Suhl im Playoff-Viertelfinale 2012 nieder: Nach 0:2-Satzrückstand dreht der deutsche Meister die Partie zu einem 3:2-Sieg und gewinnt auch den Golden Set mit 17:15.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSchweriner SC zittert sich gegen Suhl ins Halbfinale: 3:2-Sieg und Golden-Set-Krimi
Der Schweriner SC hat im Playoff-Viertelfinale der 1. Bundesliga Frauen eine sensationelle Aufholjagd hingelegt und sich mit einem 3:2 (23:25, 22:25, 28:26, 25:13, 15:9)-Sieg gegen den VfB Suhl in den entscheidenden Golden Set gerettet. Den gewannen die Mecklenburgerinnen vor über 1.300 Zuschauern in der ARENA Schwerin mit 17:15 und zogen damit ins Halbfinale ein.
Eine Frage des Überlebenswillens
Nach der 2:3-Hinspielniederlage in Suhl stand der Deutsche Meister bereits mit dem Rücken zur Wand. Und die Thüringerinnen unter Trainer Felix Koslowski machten dort weiter, wo sie im Hinspiel aufgehört hatten. Mit einer aggressiven Aufschlagserie und einer stabilen Block-Feld-Abwehr dominierte Suhl die ersten beiden Sätze und führte schnell mit 2:0 nach Sätzen.
Der erste Satz ging mit 25:23 an die Gäste, der zweite mit 25:22. Schwerin wirkte über weite Strecken gehemmt, leistete sich zu viele Eigenfehler in der Annahme und fand kein Mittel gegen den gut organisierten Suhler Block. Als Suhl auch im dritten Satz auf dem besten Weg war, den Sack zuzumachen, schien die Sensation perfekt.
Die Wende im dritten Satz
Doch dann zeigte der SSC seine ganze Meistermentalität. Beim Stand von 28:26 im dritten Satz wehrte Schwerin mehrere Matchbälle ab und hielt sich so im Spiel. Es war der entscheidende Wendepunkt der Partie. Die Mannschaft von Trainer-Team Schwerin kam mit breiter Brust aus der Satzpause und dominierte den vierten Satz nach Belieben. 25:13 lautete das Ergebnis – eine Ansage an den Gegner.
Im fünften Satz setzte sich Schwerin dann mit 15:9 durch und erzwang so den Golden Set, das entscheidende Mini-Spiel auf 15 Punkte.
Golden Set – Nervenkrimi bis zum Schluss
Der Golden Set war eine einzige Achterbahnfahrt. Beide Teams schenkten sich nichts, die Führung wechselte mehrfach. Suhl kämpfte verbissen und hatte sogar Matchbälle, doch Schwerin rettete sich immer wieder. Am Ende war es die langjährige Kapitänin Julia Retzlaff, die zum Saisonende ihre Karriere beendete, die mit dem letzten Angriff den 17:15-Sieg perfekt machte.
„Es war eine unglaubliche Willensleistung der Mannschaft. Wir haben gezeigt, warum wir Deutscher Meister sind“, sagte Retzlaff nach dem Abpfiff.
Playoff-Überblick
Das Rückspiel am 28. März 2012 war Teil eines denkwürdigen Playoff-Abends in der 1. Bundesliga Frauen. Auch die Roten Raben Vilsbiburg und der USC Münster mussten in den Golden Set, um das Halbfinale zu erreichen. Lediglich der Dresdner SC löste seine Aufgabe souverän mit einem 3:1 gegen Stuttgart.
Die Playoff-Viertelfinal-Rückspiele vom 28.03.2012:
- Schweriner SC – VfB Suhl 3:2 (23:25, 22:25, 28:26, 25:13, 15:9), Golden Set 17:15
- Dresdner SC – Smart Allianz Stuttgart 3:1 (25:14, 25:23, 24:26, 25:18)
- Rote Raben Vilsbiburg – VC Wiesbaden 3:0 (25:19, 25:19, 25:21), Golden Set 15:11
- USC Münster – VT Aurubis Hamburg 1:3 (25:21, 18:25, 24:26, 21:25), Golden Set 15:8
Im Halbfinale traf der Schweriner SC auf die Roten Raben Vilsbiburg – eine Neuauflage des DVV-Pokalfinales, das Schwerin Anfang März mit 3:1 für sich entschieden hatte. Die Roten Raben hatten sich im zweiten Viertelfinale beeindruckend mit 3:0 gegen den VC Wiesbaden revanchiert und den Golden Set mit 15:11 gewonnen.
Fazit
Für Suhl war das Ausscheiden nach dieser hochklassigen und dramatischen Viertelfinalserie mehr als schmerzhaft. Der Außenseiter aus Thüringen war über 120 Minuten auf Augenhöhe mit dem Titelverteidiger und hatte den Halbfinaleinzug mehrfach in der Hand. Doch die Erfahrung und die mentale Stärke des Serienmeisters Schwerin machten am Ende den Unterschied aus.
Für den Schweriner SC war es der Auftakt zu einer weiteren erfolgreichen Playoff-Saison – die Mecklenburgerinnen krönten sich am Ende der Saison 2011/12 erneut zur Deutschen Meisterin.
Rivalität seit 2010
SC Schweriner W vs Suhl W Direkter Vergleich· 32
SC Schweriner W und Suhl W trafen 32 Mal aufeinander — SC Schweriner W gewann 25 Mal, Suhl W 6 Mal, dazu kamen 1 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 25 Siegen aus 32 Begegnungen an. Insgesamt fielen 115 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.59 pro Spiel (82 für die Heimmannschaft, 33 für die Gäste). Beide Teams trafen in 15 Spielen (47%). In 31 Begegnungen (97%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. SC Schweriner W ist in den letzten 3 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2022.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026