Der VC Wiesbaden schlägt den Double-Gewinner Schweriner SC im Spitzenspiel der 1. Volleyball-Bundesliga Frauen mit 3:2 nach Tie-Break in der Arena Schwerin.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSpitzenspiel-Krimi in Schwerin: VC Wiesbaden entführt mit Tie-Break-Sieg die Punkte aus der Arena Schwerin
Überraschung in der Palmberg Arena – Tabellenzweiter schlägt den Double-Gewinner
Vor 1.356 Zuschauern in der ausverkauften Arena Schwerin kam es am 24. November 2012 zum Gipfeltreffen der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen. Der amtierende Double-Gewinner und Tabellenführer Schweriner SC empfing den VC Wiesbaden als Tabellenzweiten – und was die Fans an diesem Samstagabend zu sehen bekamen, war ein echter Volleyball-Krimi über fünf Sätze. Am Ende stand eine faustdicke Überraschung: Der VC Wiesbaden siegte mit 3:2 (25:23, 18:25, 25:27, 25:22, 18:16) und fügte dem Meister die erste Heimniederlage der Saison zu.
Neue Aufstellung beim SSC – Bassoko in der Starting-Six
Schwerins Trainer Teun Buijs überraschte mit einer veränderten Startaufstellung. Statt der gesetzten Lousi Souza Ziegler begann die Neuzugänge Laetizia Moma Bassoko (Nummer 14) – eine von zwei Neuverpflichtungen in dieser Saison. Auch die Brasilianerin Sthéfanie Tiele Martins Paulino stand im Kader, um dem Heimteam neue Impulse zu geben. Doch die Umstellungen zeigten anfangs Wirkung: Dem SSC fehlte in den ersten Minuten die gewohnte Abstimmung.
Erster Satz: Wiesbaden zeigt Nervenstärke
Der erste Durchgang war von Beginn an hart umkämpft. Die Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt erwischten den besseren Start und setzten den Double-Gewinner früh unter Druck. Die Schwerinerinnen kämpften sich nach mehreren Rückständen immer wieder heran, doch die Mannschaft von Andreas Vollmer behielt in der Crunchtime die Nerven und sicherte sich Satz eins mit 25:23.
Satz zwei und drei: Schwerin findet zur alten Stärke
Nach dem verpatzten Start schaltete der SSC einen Gang höher. Eine Umstellung in der Aufstellung brachte Lene Scheuschner von der zweiten Mannschaft (2. Bundesliga) ins Spiel – und der Schachzug ging auf. Schwerin dominierte den zweiten Satz nach Belieben und glich mit einem deutlichen 25:18 zum 1:1 aus.
Im dritten Satz entwickelte sich ein echter Krimi. Lousi Souza Ziegler, die nun eingewechselt wurde, drehte mit einer Aufschlagserie das Spiel und brachte ihr Team in Führung. Auch die zweite Neuverpflichtung Sthéfanie Tiele Martins Paulino bekam ihren Einsatz und zeigte vor heimischem Publikum ihr Können. In einem extrem engen Satz behielt Schwerin mit 27:25 die Oberhand – die 2:1-Führung war perfekt, und der Weg zum vierten Heimsieg schien geebnet.
Satz vier: Wiesbaden schlägt zurück
Doch der VC Wiesbaden hatte sich längst nicht aufgegeben. In einem von langen Ballwechseln und intensiven Duellen geprägten vierten Satz präsentierten sich die Hessinnen von ihrer besten Seite. Schwerin kämpfte verbissen, doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln und erzwangen mit 25:22 den Tie-Break.
Tie-Break: Wiesbadener Nervenstärke entscheidet die Partie
Der alles entscheidende fünfte Satz begann wie gemalt für den Schweriner SC. Mit einer 8:5-Führung wechselten die SSC-Damen die Seiten – alles deutete auf einen Heimsieg hin. Doch dann drehte der VC Wiesbaden auf. Punkt für Punkt kämpften sich die Gäste heran, glichen zum 8:8 aus und machten dem Favoriten das Leben schwer.
Die Partie stand auf des Messers Schneide. Wiesbaden erkämpfte sich insgesamt vier Matchbälle, doch jedes Mal wehrte sich Schwerin mit aller Macht. Der VCW ließ sich jedoch nicht beirren – beim vierten Versuch nutzten die Hessinnen ihre Chance und verwandelten den Tie-Break mit 18:16. Der Jubel beim VC Wiesbaden kannte keine Grenzen.
Fazit: Eine Sensation mit Ansage
Es war der erste Sieg des VC Wiesbaden gegen den Schweriner SC in dieser Saison – und er kam nicht von ungefähr. Die Mannschaft von Andreas Vollmer zeigte eine geschlossene Teamleistung, ließ sich auch von Rückständen nicht entmutigen und belohnte sich für einen couragierten Auftritt.
Für Schwerin, das in dieser Saison nach dem Gewinn des Doubles (Meisterschaft und DVV-Pokal 2012) erneut als Topfavorit gestartet war, war die Niederlage ein erster Dämpfer. Trainer Teun Buijs musste erkennen, dass die Integration der Neuzugänge noch Zeit braucht. Laetizia Moma Bassoko und Sthéfanie Tiele Martins Paulino zeigten vielversprechende Ansätze, doch die Abstimmung im Team war noch nicht perfekt.
Ausblick
Für den VC Wiesbaden war dieser Erfolg ein wichtiges Signal – das Team sollte in der Folgezeit auch im Pokalwettbewerb für Furore sorgen. Bereits wenige Tage später stand für Schwerin das nächste Highlight an: das Pokalviertelfinale gegen den Dresdner SC am 28. November 2012 in der Arena Schwerin. Der SSC sollte sich von dieser Niederlage jedoch schnell erholen und die Saison am Ende als Deutscher Meister 2013 abschließen – die dritte Meisterschaft in Folge.
Spielstatistik
- Paarung: Schweriner SC – VC Wiesbaden 2:3
- Sätze: 23:25, 25:18, 27:25, 22:25, 16:18
- Ort: Arena Schwerin
- Zuschauer: 1.356
- Saison: 2012/13 – 1. Bundesliga Frauen
Rivalität seit 2010
SC Schweriner W vs VC Wiesbaden W Direkter Vergleich· 31
SC Schweriner W und VC Wiesbaden W trafen 31 Mal aufeinander — SC Schweriner W gewann 21 Mal, VC Wiesbaden W 10 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 21 Siegen aus 31 Begegnungen an. Insgesamt fielen 123 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.97 pro Spiel (78 für die Heimmannschaft, 45 für die Gäste). Beide Teams trafen in 20 Spielen (65%). In 31 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2022.
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