SC Potsdam besiegt Schweriner SC auswärts mit 3:2 in einem packenden Tiebreak-Duell der 1. Bundesliga Frauen 2013/14 vor 1.413 Zuschauern.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungEin Spiel auf Messers Schneide
Die Partie war von Beginn an hart umkämpft und bot Volleyball auf hohem Niveau. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, bei dem am Ende die Nervenstärke der Potsdamerinnen den Ausschlag gab.
Satz 1 (25:21) – Schwerin startete druckvoll und setzte sich früh mit 8:6 ab. Über 16:10 zogen die Gastgeberinnen davon und brachten den ersten Durchgang souverän nach Hause. Lousiane Penha Souza Ziegler und Jana Franziska Poll sicherten mit starken Angriffen die Führung.
Satz 2 (25:27) – Der zweite Satz wurde zur ersten großen Zitterpartie. Schwerin lag bereits mit 16:9 vorn und hatte alles im Griff, doch Potsdam kämpfte sich Punkt für Punkt zurück. Bei 25:25 wehrten die Gäste zwei Satzbälle ab und verwandelten ihren zweiten eigenen Satzball zum 27:25 – eine dramatische Wende.
Satz 3 (25:18) – Der Rückschlag schien Schwerin zunächst nicht zu beeinträchtigen. Der SSC dominierte den dritten Durchgang von Beginn an, lag schnell 8:6 und 16:13 vorn und zog auf 25:18 davon. Veronika Hroncekova traf von der Position 6 mit einer Angriffsquote von 58 Prozent nahezu fehlerfrei.
Satz 4 (21:25) – Nun war es Potsdam, das das Heft in die Hand nahm. Jessica Rivero, die mit 22 Punkten zur überragenden Spielerin des Spiels avancierte, drehte auf. Die gebürtige Kubanerin, die im Kindesalter nach Spanien zog, traf aus allen Lagen und führte ihr Team zu einer 16:12-Führung, die Schwerin nicht mehr aufholen konnte.
Satz 5 (10:15) – Der Tiebreak hatte es in sich. Potsdam legte sofort vor und lag nach dem Seitenwechsel mit 8:5 vorn. Schwerin mühte sich, doch der Abstand war nicht mehr zu überbrücken. Bei 9:12 und 10:15 war die Gegenwehr der Gastgeberinnen gebrochen – Potsdam sicherte sich den fünften Satz souverän.
Wende im zweiten Satz als Schlüsselmoment
Der entscheidende Wendepunkt der Partie war ohne Frage der zweite Satz. Schwerin führte bereits komfortabel mit 25:24 und hatte Satzball, doch Potsdam konterte mit zwei Punkten in Folge. Diese verlorene Chance lastete auf den Gastgeberinnen, die in der Folge nie mehr die frühere Sicherheit ausstrahlten.
Die Stars des Spiels
Auf Potsdamer Seite ragte Jessica Rivero (Außenangriff, 22 Punkte, 42 % Angriffsquote) heraus. Nikol Sajdova (Diagonal, 13 Punkte, 68 % Angriffsquote) wurde gemeinsam mit Schwerins Jana Franziska Poll zur MVP gewählt. Poll erzielte 15 Punkte bei einer starken Annahmequote von 55 Prozent.
Bei Schwerin kämpfte Lousiane Penha Souza Ziegler verbissen (20 Punkte, 34 % Angriff), fand aber gegen die Potsdamer Blockformation um Dörfler und Cutuk nicht immer ein Durchkommen. Veronika Hroncekova (11 Punkte, 58 % Angriff) überzeugte auf der Diagonalposition.
Tabellensituation
Mit diesem Sieg kletterte der SC Potsdam in der Tabelle auf Platz 5 (15 Punkte, 21:17 Sätze) und schob sich unmittelbar hinter Schwerin (Platz 4, 16 Punkte, 19:15 Sätze). Die Liga wurde zu diesem Zeitpunkt von Überraschungsteam VC Wiesbaden (24 Punkte, 24:8 Sätze) angeführt, gefolgt vom Dresdner SC (20 Punkte) und USC Münster (16 Punkte).
Stimmen zum Spiel
In Volleyball-Foren wurde nach der Partie diskutiert, ob Schwerin einen „Potsdam-Komplex“ entwickle – bereits in den Playoffs der Vorsaison hatten die Potsdamerinnen den favorisierten SSC eliminiert. „Die Mittelblockerinnen, die Zuspielerin und vor allem Rivero haben mich heute beeindruckt“, kommentierte ein Beobachter die Leistung der Gäste.
Felix Koslowski, Trainer des Schweriner SC, dürfte vor allem die schwache Angriffsleistung seiner Diagonalangreiferinnen (Vilponen 12 %, Aulenbrock 30 %) gesorgt haben. „Sie brauchen dringend eine verlässliche Diagonale“, lautete die Analyse eines Liga-Insiders.
Statistik der Partie
| Kategorie | Schwerin | Potsdam |
|---|---|---|
| Punkte gesamt | 106 | 106 |
| Angriffspunkte | 62 | 57 |
| Blockpunkte | 15 | 12 |
| Aufschlagpunkte (Asse) | 10 | 9 |
| Gegnerfehler | 19 | 28 |
| Angriffsquote | 41 % | 39 % |
| Annahme positiv | 53 % | 28 % |
| Zuschauer | 1.413 | |
| Spieldauer | 2:03 h |
Fazit: Der SC Potsdam zeigte eine charakterstarke Vorstellung und belohnte sich für eine geschlossene Mannschaftsleistung. Schwerin muss sich derweil die Frage gefallen lassen, warum die Mannschaft nach klarer Satzführung den zweiten Durchgang noch aus der Hand gab – ein Muster, das sich in dieser Saison bereits mehrfach angedeutet hatte.
Rivalität seit 2009
SC Schweriner W vs Potsdam W Direkter Vergleich· 35
SC Schweriner W und Potsdam W trafen 35 Mal aufeinander — SC Schweriner W gewann 31 Mal, Potsdam W 4 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 31 Siegen aus 35 Begegnungen an. Insgesamt fielen 136 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.89 pro Spiel (99 für die Heimmannschaft, 37 für die Gäste). Beide Teams trafen in 21 Spielen (60%). In 35 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2021.
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