VC Wiesbaden besiegt die Rote Raben Vilsbiburg am 7. Dezember 2013 auswärts klar mit 3:0 (25:20, 25:21, 25:21) und untermauert damit seine Ambitionen in der 1. Bundesliga Frauen.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungEnge Sätze, aber Wiesbaden stets einen Schritt voraus
Vor ausverkauftem Haus in der Vilsbiburger Ballsporthalle entwickelte sich von Beginn an eine intensive Partie. Die Roten Raben um ihre kubanische Diagonalangreiferin Liana Mesa Luaces – die später zur wertvollsten Spielerin der Saison 2013/14 gekürt werden sollte – versuchten früh, ihr druckvolles Aufschlagspiel zu etablieren. Doch der VC Wiesbaden, trainiert von Andreas Vollmer, zeigte sich von der ersten Minute an sattelfest.
Satz 1: Wiesbaden legt vor (25:20)
Der erste Durchgang war von langen Ballwechseln geprägt. Wiesbadens Annahmeriegel um Libera Lenka Dürr stand sicher, sodass Zuspielerin Martina Wieczorek ihre Angreiferinnen immer wieder variabel einsetzen konnte. Karine Muijlwijk, die niederländische Diagonalangreiferin und spätere Topscorerin des Spiels, setzte mehrfach erfolgreiche Angriffe über die Außenpositionen. Vilsbiburg hielt zunächst mit und verkürzte mehrfach auf zwei Punkte Rückstand. Doch beim Stand von 22:20 für Wiesbaden unterlief den Gastgeberinnen ein folgenschwerer Annahmefehler, den Muijlwijk eiskalt zum 23:20 nutzte. Eine Aufschlagserie von Regina Burchardt besiegelte den Satz mit 25:20.
Satz 2: Vilsbiburg kämpft, Wiesbaden behält die Nerven (25:21)
Im zweiten Satz starteten die Roten Raben aggressiver. Liana Mesa, die die Wiesbadener Abwehr immer wieder vor Probleme stellte, führte ihr Team zu einer frühen 8:6-Führung. Doch der VCW blieb durch eine geschlossene Mannschaftsleistung im Spiel. Mittelblockerin Steffi Lehmann und Ex-Vilsbiburgerin Nicole Fetting – die einst selbst das Trikot der Roten Raben trug und nun für Wiesbaden auflief – stabilisierten den Block. Von 16:16 kämpfte sich Wiesbaden Punkt für Punkt nach vorne. Drei Aufschlagfehler der Hausherrinnen in der entscheidenden Phase brachten Wiesbaden auf die Siegerstraße. Am Ende nutzte Karine Muijlwijk mit einem platzierten Angriff den zweiten Satzball zum 25:21.
Satz 3: Wiesbaden macht den Sack zu (25:21)
Der dritte Satz bot die höchste spielerische Qualität beider Teams. Vilsbiburg – angetrieben von Trainer Jonas Kronseder – zeigte Moral und lag nach einer starken Aufschlagserie von Lena Möllers sogar mit 14:11 in Führung. Doch Wiesbaden bewies Comeback-Qualitäten. In einer entscheidenden Phase drehten die Gäste das Spiel: Fünf Punkte in Folge, darunter zwei entscheidende Blocks von Nicole Fetting und ein Ass von Zuspielerin Martina Wieczorek, brachten die Wende zum 19:17. Vilsbiburg kämpfte zwar verbissen, doch Wiesbaden ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Ex-Vilsbiburgerin Nicole Fetting verwandelte nach genau 76 Minuten den ersten Matchball zum umjubelten 25:21 – und damit zum 3:0-Auswärtssieg.
Schlüssel zum Erfolg: Geschlossene Mannschaftsleistung und starke Annahme
Ausschlaggebend für den Wiesbadener Erfolg war die ausgeglichene Teamleistung. Während die Roten Raben sich stark auf ihre Einzelkönnerin Liana Mesa Luaces stützten (die mit Abstand die meisten Angriffe für Vilsbiburg abschloss), verteilte sich die Last bei Wiesbaden auf mehrere Schultern. Karine Muijlwijk ragte als stärkste Angreiferin heraus, doch auch Nicole Fetting und Steffi Lehmann im Mittelblock sowie Außenangreiferin Tanja Großer trugen entscheidend bei.
Ein statistischer Faktor fiel ins Gewicht: Die Fehlerquote. Wiesbaden leistete sich über die drei Sätze hinweg deutlich weniger Eigenfehler (insgesamt 14) als die Gastgeberinnen (24). Besonders die Aufschlagfehler auf Vilsbiburger Seite – neun an der Zahl – verhalfen Wiesbaden zu einfachen Punkten in den entscheidenden Phasen.
Tabellarische Einordnung
Der Sieg katapultierte den VC Wiesbaden in der Tabelle der 1. Bundesliga Frauen nach vorne. Die Mannschaft von Trainer Andreas Vollmer zeigte, dass sie in dieser Saison auch auswärts gegen Spitzenteams bestehen konnte. Für die Roten Raben Vilsbiburg, die die Saison am Ende auf dem dritten Platz abschließen sollten, war es ein unerwarteter Rückschlag vor heimischem Publikum. Die Saison 2013/14 dominierte am Ende der Dresdner SC, der sich den dritten deutschen Meistertitel sicherte, gefolgt vom Schweriner SC.
Die Partie war zugleich ein Vorgeschmack auf das Playoff-Halbfinale im April 2014, in dem beide Teams erneut aufeinandertreffen sollten – dann allerdings mit umgekehrtem Ausgang: Vilsbiburg setzte sich im Halbfinale gegen Wiesbaden durch und zog ins Finale ein.
Fazit
Der VC Wiesbaden bewies an diesem Dezemberabend in Vilsbiburg, dass er auch gegen starke Gegner bestehen kann. Mit einer disziplinierten Defensive, einer stabilen Annahme und einer effizienten Angriffsquote von über 45 Prozent war der 3:0-Erfolg hochverdient. Für die Roten Raben blieb die Erkenntnis, dass es gegen einen geschlossen auftretenden Gegner auch im heimischen Stadion schwer wird, wenn die Fehlerquote zu hoch ist.
Rivalität seit 2009
Vilsbiburg W vs VC Wiesbaden W Direkter Vergleich· 36
Vilsbiburg W und VC Wiesbaden W trafen 36 Mal aufeinander — Vilsbiburg W gewann 18 Mal, VC Wiesbaden W 18 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Insgesamt fielen 142 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.94 pro Spiel (73 für die Heimmannschaft, 69 für die Gäste). Beide Teams trafen in 23 Spielen (64%). In 36 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. VC Wiesbaden W ist in den letzten 5 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2024.
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