Die Ladies in Black Aachen besiegten den USC Münster im NRW-Derby der 1. Bundesliga Frauen 2013/14 mit 3:1 (25:22, 26:24, 23:25, 25:9) und feierten einen verdienten Heimsieg.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungLadies in Black Aachen besiegen USC Münster 3:1 – Kraftakt im NRW-Derby
Die Ladies in Black Aachen haben das NRW-Derby gegen den USC Münster am 8. Januar 2014 mit 3:1 (25:22, 26:24, 23:25, 25:9) für sich entschieden. Vor heimischer Kulisse in der Neuköllner Straße – dem „Hexenkessel“ – feierte das Team von Cheftrainer Marek Rojko einen verdienten Sieg zum Abschluss der Hinrunde.
Ausgangslage
Für die Ladies in Black war es das letzte Heimspiel der Hinrunde in ihrer Debütsaison unter dem Dach des PTSV Aachen. Mit einem neu formierten Kader aus neun Spielerinnen aus sieben Ländern hatte Trainer Marek Rojko eine schlagkräftige Truppe geformt, die in der Tabelle auf einem vielversprechenden Kurs lag. Der USC Münster hingegen war als erfahrener Traditionsverein angereist, angeführt von Trainer Axel Büring und mit starken Einzelspielerinnen wie Mittelblockerin Ashley Benson.
Die Vorfreude im Vorfeld war riesig: Das Magazin „Volley“ des PTSV Aachen widmete dem Duell eine eigene Ausgabe und blickte bereits auf die Rückrunde – denn schon drei Tage später, am 11. Januar, wartete Allianz MTV Stuttgart auf die Ladies.
Satz 1: 25:22 – Enger Schlagabtausch
Der erste Satz war von Beginn an hart umkämpft. Beide Teams schenkten sich nichts, die Abwehrreihen standen gut. Aachen zeigte eine starke Block-Feld-Abwehr und nutzte die variable Angriffsaufteilung durch Zuspielerin Femke Stoltenborg, die später zur MVP der Saison gekürt werden sollte. Mittelblockerin Yvon Beliën und Diagonalangreiferin Jordanne Scott sorgten für die entscheidenden Punkte. Am Ende behielt Aachen mit 25:22 die Oberhand – eine wichtige psychologische Führung.
Satz 2: 26:24 – Nervenkrimi mit dem besseren Ende für Aachen
Der zweite Durchgang entwickelte sich zum spannendsten des Abends. Münster kämpfte verbissen um den Ausgleich. Die Gäste aus Westfalen, angeführt von der jungen Zuspielerin Tess von Piekartz und Angreiferin Sarah Petrausch, wehrten mehrere Satzbälle ab und zwangen Aachen in die Verlängerung. Doch die Ladies in Black bewiesen Nervenstärke: In der Verlängerung setzten sie sich mit 26:24 durch und stellten auf 2:0. Der Jubel im Hexenkessel war ohrenbetäubend.
Satz 3: 23:25 – Münster schlägt zurück
Mit dem Rücken zur Wand zeigte der USC Münster seine Qualität. Die Mannschaft kämpfte sich zurück ins Spiel, nachdem sie zwischenzeitlich hinten gelegen hatte. Mittelblockerin Ashley Benson – mit vier MVP-Auszeichnungen in der Saison die erfolgreichste Spielerin ihres Teams – blockte und schmetterte, wo sie nur konnte. Auch Wiebke Silge und Sina Fuchs steigerten sich. Aachen leistete sich einige Abstimmungsprobleme, und Münster nutzte dies eiskalt aus: 23:25 aus Aachener Sicht, der USC war zurück im Spiel.
Satz 4: 25:9 – Eine Machtdemonstration zum Abschluss
Was dann folgte, war eine Demonstration der Überlegenheit. Die Ladies in Black ließen dem USC Münster im vierten Satz keine Chance. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, starken Aufschlägen und einer überragenden Libera Dominika Valachová – einer der besten Libera Deutschlands in jener Saison – zogen die Aachenerinnen davon. Münster fand kein Mittel mehr gegen den variablen Angriff der Hausherrinnen. Nach nur wenigen Minuten stand das 25:9 auf der Anzeigetafel – der höchste Satzgewinn des Abends und der verdiente 3:1-Endstand.
Die Schlüsselfiguren
Femke Stoltenborg (Zuspiel, Aachen): Die Niederländerin dirigierte das Spiel ihrer Mannschaft mit herausragender Übersicht. Am Saisonende sollte sie mit sechs Gold-Auszeichnungen die wertvollste Spielerin der Liga werden.
Dominika Valachová (Libera, Aachen): Die slowakische Abwehrspezialistin war ein sicherer Rückhalt und entschärfte zahlreiche Angriffe des USC.
Ashley Benson (Mittelblock, Münster): Die US-Amerikanerin war die auffälligste Spielerin auf Seiten des USC und eine der konstantesten Blockerinnen der gesamten Saison.
Tabellenkontext Saison 2013/14
Mit diesem Sieg untermauerten die Ladies in Black Aachen ihre Position im oberen Tabellendrittel. Am Ende der Hauptrunde belegte Aachen den 4. Platz mit 37 Punkten (13 Siege, 7 Niederlagen) und qualifizierte sich souverän für die Playoffs. Der USC Münster landete mit 28 Punkten auf Rang 7 und zog ebenfalls in die Pre-Playoffs ein.
Die Meisterschaft in jener Saison sicherte sich der Dresdner SC, der sich im Playoff-Finale gegen den VC Wiesbaden durchsetzte. Für Aachen war es die erste Spielzeit nach dem Neustart unter dem PTSV – und eine überaus erfolgreiche.
Fazit
Der 3:1-Sieg gegen den USC Münster war mehr als nur ein weiterer Dreier: Er war ein Statement. Die neu formierten Ladies in Black zeigten, dass sie mit den etablierten Teams der Liga mithalten können. Trainer Marek Rojko hatte aus einem zusammengewürfelten Kader eine Einheit geformt, die im Hexenkessel von Aachen nur schwer zu bezwingen war. „Es herrscht hier ein tolles Miteinander von Mannschaft, Fans, Klub, Sponsoren und Stadt“, beschrieb der Coach die besondere Atmosphäre. Für die Fans war es ein denkwürdiger Abend im Januar 2014.
Rivalität seit 2009
Aachen W vs Munster W Direkter Vergleich· 30
Aachen W und Munster W trafen 30 Mal aufeinander — Aachen W gewann 12 Mal, Munster W 18 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Munster W führt den Direktvergleich mit 18 Siegen aus 30 Begegnungen an. Insgesamt fielen 110 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.67 pro Spiel (49 für die Heimmannschaft, 61 für die Gäste). Beide Teams trafen in 16 Spielen (53%). In 30 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2017.
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