Allianz MTV Stuttgart besiegt Köpenicker SC Berlin im Fünf-Satz-Krimi der 1. Bundesliga Frauen 2013/14 mit 3:2 (23:25, 25:21, 25:17, 25:27, 15:13) in der SCHARRena.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungKämpferische Rückkehr: Stuttgart stoppt Abwärtstrend gegen wiedererstarkte Berlinerinnen
Allianz MTV Stuttgart hat am 22. Februar 2014 in einem packenden Fünf-Satz-Krimi den Köpenicker SC Berlin mit 3:2 (23:25, 25:21, 25:17, 25:27, 15:13) niedergerungen. Vor heimischer Kulisse in der SCHARRena zeigten die Stuttgarterinnen eine kämpferisch ansprechende Leistung und hielten den Tabellenkonkurrenten aus Berlin damit auf Distanz.
Der 22. Februar 2014 hätte ein rabenschwarzer Tag für die Sportstadt Stuttgart werden können. Während der VfB Stuttgart am Nachmittag eine bittere Niederlage gegen Hertha BSC erlitt und sich endgültig im Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga wiederfand, lieferten die Volleyball-Damen von Allianz MTV Stuttgart wenige Stunden später in der unterhalb der Mercedes-Benz-Arena-Kurve gelegenen SCHARRena die sportliche Antwort: Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung stoppten sie den Abwärtstrend der vergangenen Wochen und besiegten den selbstbewusst angereisten Köpenicker SC.
Die Ausgangslage: Zwei Teams in unterschiedlichen Phasen
Die Gäste aus dem Berliner Süden reisten mit breiter Brust nach Stuttgart. Der Köpenicker SC hatte zuvor zwei überraschende Siege gegen Potsdam und Münster eingefahren und war hoch motiviert. Das Team von Trainer Benedikt Frank hatte in den Wochen zuvor eindrucksvoll bewiesen, dass es mehr kann, als die bisherige Saison vermuten ließ. Mit Patricia Grohmann, einer der besten Außenangreiferinnen der Liga, und der Norwegerin Hanne Haugen Aas, statistisch die beste Mittelblockerin der Saison, verfügten die Berlinerinnen über ein starkes Gerüst.
Stuttgart hingegen war nach zuletzt durchwachsenen Ergebnissen unter Druck. Trainer Guillermo Hernandez hatte vor dem Spiel die Devise ausgegeben: „Wir spielen heute vor allem gegen uns selbst – eine mentale Sache!“
Satz für Satz: Von vergebenen Chancen zur erzwungenen Entscheidung
Satz 1: 23:25 – Führung verspielt
Stuttgart erwischte einen holprigen Start. Verständnisfehler in der Abwehr sowie ein Ass und ein krachender Block von Hanne Haugen Aas brachten die Gastgeberinnen früh mit 4:7 in Rückstand. Doch das Team von Guillermo Hernandez fing sich schnell. Eine verbesserte Annahme und konsequenteres Blockspiel sorgten für die Wende. Mitte des Satzes brachte ein Hinterfeldangriff von Debbie van Daelen Stuttgart erstmals in Führung (18:17). Kurz vor Satzende schien alles für die Hausherrinnen zu laufen: Ein unüberwindbarer Doppelblock von Megan Cyr und Rebecca Pavan bescherte Stuttgart eine 22:19-Führung. Doch dann folgte die einzige wirklich durchgängig schwache Phase der Stuttgarterinnen im gesamten Match. Gleich mehrere Annahme- und Aufschlagfehler sowie Angriffe knapp ins Aus ließen Köpenick zurück ins Spiel kommen – und den Satz mit 25:23 gewinnen.
Satz 2: 25:21 – Engelhardt übernimmt das Kommando
Der zweite Durchgang war von Beginn an ausgeglichen. Kein Team konnte sich mit mehr als zwei Punkten absetzen – bis zum 16:15. Dann schlug die Stunde von Spielführerin Svenja Engelhardt. Mit einem Außenangriff longline am Block vorbei und einem mustergültigen Block über den ungesicherten Block von Köpenicks Aas hinweg schoss sie ihr Team auf 19:15 in Führung. Einen Rückstand, den Köpenick nicht mehr aufholen konnte. Nach einem Power-Block von Engelhardt und Cyr ins Köpenicker Feld endete der Satz mit 25:21 – der Ausgleich war geschafft.
Satz 3: 25:17 – Stuttgarts bislang beste Phase
Der dritte Satz geriet zur bisher deutlichsten Angelegenheit des Abends. Stuttgart setzte sich schnell und deutlich ab, profitierte dabei von einer eklatanten Aufschlagsschwäche der Gäste. Köpenick brachte es fertig, zwischen dem 20:12 und dem 23:14 gleich drei Aufschläge hintereinander nicht über das Netz zu bekommen. Nach einem harten Hinterfeldangriff von Engelhardt setzte Köpenick den Gegenangriff unkontrolliert ins Aus – 25:17, Satzgewinn Stuttgart zum 2:1.
Satz 4: 25:27 – Köpenick schlägt zurück
Doch der Köpenicker SC gab sich nicht geschlagen. Das Team um die immer stärker auftrumpfende Patricia Grohmann, die am Ende 22 Punkte erzielen sollte, ließ sich durch einen 9:5-Rückstand nicht verunsichern und ging Mitte des Satzes erstmals in Führung (11:12). Es entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch mit langen Ballwechseln auf beiden Seiten. Stuttgart kämpfte sich zurück: Zwei Angriffe von Lindsay Stalzer brachten das 23:23. Als Svenja Engelhardt mit zwei erfolgreichen Angriffen den Matchball zum 25:24 bescherte, schien die Entscheidung zum Greifen nah. Doch Köpenick wehrte ab und verwandelte postwendend durch einen Angriff von Grohmann durch die Mitte zum 27:25-Satzgewinn – der Tiebreak musste entscheiden.
Satz 5: 15:13 – Der Kampf wird belohnt
Im entscheidenden Durchgang lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Gegen die Angriffe war zu diesem Zeitpunkt auf beiden Seiten kaum ein Kraut gewachsen. Ein Aufschlagfehler von Köpenick, gefolgt von einem Ass von Engelhardt, brachte Stuttgart eine kleine Führung zum 9:7. Nach einem gelungenen Block von Rebecca Pavan und Megan Cyr stand es 11:8. Doch Köpenick blieb dran, 11:10. In dieser kritischen Phase zeigte Megan Cyr ihre Klasse: Sie versenkte einen Annahmeball direkt über Kopf im Köpenicker Feld, anstatt zu stellen. Ein entscheidender Punkt! Mit einem nachfolgenden harten Angriffsball durch die Mitte sorgte Engelhardt für drei Matchbälle (14:11). Die SCHARRena tobte. Köpenick konnte zwar noch zwei Matchbälle abwehren, schenkte Stuttgart dann jedoch mit einem Aufschlagfehler den Sieg.
Die Spielerin des Spiels: Svenja Engelhardt
Kapitänin Svenja Engelhardt war der absolute Fixpunkt im Stuttgarter Spiel. Ob als Vollstreckerin im Angriff, als Blockiererin oder mit ihrem Aufschlag – die Spielführerin von Allianz MTV Stuttgart war in den entscheidenden Phasen zur Stelle und zog ihr Team mitreißend durch die engen Momente des Spiels. Auf Kölpenicker Seite überzeugte Patricia Grohmann mit 22 Punkten, die ihr zurecht die MVP-Medaille in Silber einbrachte.
Reaktionen und Ausblick
Trainer Guillermo Hernandez zeigte sich nach dem Spiel erleichtert, aber nicht übermäßig euphorisch: „Viele werden jetzt sagen: Ihr habt einen Punkt verschenkt. Aber das ist nicht so. In dieser Saison kann jeder zwischen Platz 4 und 10 jeden schlagen. Entsprechend müssen wir die Gegner ernst nehmen, besonders wenn sie einen Lauf haben wie Köpenick! Ein glücklicher Sieg also? Nein, vielmehr ein hart erarbeiteter! Solche engen Spielsituationen trainieren wir tagtäglich.“
Mit dem Sieg festigte Stuttgart den neunten Tabellenplatz (25 Punkte) und hielt Köpenick (16 Punkte) auf Distanz. Für den Köpenicker SC war es trotz der Niederlage ein weiterer Beleg, dass das Team aus dem Berliner Süden auch gegen die etablierten Teams mithalten kann. Stuttgart hingegen meldete sich nach zuletzt schwächeren Auftritten kämpferisch und spielerisch zurück – ein wichtiges Signal für die bevorstehende entscheidende Phase der Saison.
Tabellarische Einordnung
Zum Zeitpunkt dieser Partie stand Allianz MTV Stuttgart mit 9 Siegen aus 20 Spielen und 25 Punkten auf Rang 9 der 1. Bundesliga Frauen. Der Rückstand auf Platz 4 (Aachen, 37 Punkte) betrug zwölf Zähler, der Vorsprung auf Schlusslicht Hamburg (4 Punkte) war komfortabel. Der Köpenicker SC belegte mit 4 Siegen und 16 Punkten den zehnten Rang – das rettende Ufer war in greifbarer Nähe.
Direkter Vergleich
Insgesamt trafen Stuttgart und Köpenick in der 1. Bundesliga Frauen bislang 15 Mal aufeinander. Stuttgart führt den Direktvergleich mit 11 Siegen vor 4 Siegen der Berlinerinnen an. Das Duell am 22. Februar 2014 war das zweite Aufeinandertreffen der Saison – das Hinspiel am 30. November 2013 hatte Stuttgart mit 3:0 gewonnen.
Rivalität seit 2009
Stuttgart W vs Kopenicker Berlin W Direkter Vergleich· 15
Stuttgart W und Kopenicker Berlin W trafen 15 Mal aufeinander — Stuttgart W gewann 11 Mal, Kopenicker Berlin W 4 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Stuttgart W führt den Direktvergleich mit 11 Siegen aus 15 Begegnungen an. Insgesamt fielen 61 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.07 pro Spiel (41 für die Heimmannschaft, 20 für die Gäste). Beide Teams trafen in 10 Spielen (67%). In 15 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2016.
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