SC Potsdam besiegt Rote Raben Vilsbiburg 3:2 (23:25, 25:21, 22:25, 25:18, 15:8) in einem packenden Fünfsatzkrimi der 1. Volleyball Bundesliga 2014/15. Bernarda Cutuk wird MVP, Michala Kvapilova Topscorerin mit 32 Punkten.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSC Potsdam ringt Rote Raben Vilsbiburg im Tiebreak nieder
Potsdam – Der SC Potsdam hat am 13. Dezember 2014 ein hochklassiges und emotionales Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Rote Raben Vilsbiburg mit 3:2 (23:25, 25:21, 22:25, 25:18, 15:8) für sich entschieden. Vor heimischer Kulisse in der MBS-Arena zeigten beide Teams über weite Strecken Volleyball auf Augenhöhe, ehe sich die Gastgeberinnen im entscheidenden fünften Satz souverän durchsetzten.
Aufregende Wochen in Potsdam
Die Partie stand bereits im Vorfeld unter besonderen Vorzeichen. Potsdams Cheftrainer Alberto Salomoni hatte im Tagesspiegel-Interview deutlich gemacht, dass er sich mehr Rückhalt von den eigenen Fans wünsche. Nachdem es in der Vorwoche beim 3:1-Erfolg gegen den VCO Berlin unschöne Bemerkungen von den Rängen gegeben hatte, appellierte der Italiener an das Publikum: „Ich erwarte, dass die Mannschaft voll angefeuert wird und das Publikum auch in schwierigen Phasen voll hinter den Spielerinnen steht.“
Salomoni betonte die besondere Philosophie des Vereins: „Meine Aufgabe ist es nicht, nur Spiele zu gewinnen.“ Der SC Potsdam setze auf die Ausbildung junger Spielerinnen, ein Weg, der dem Klub in den vergangenen drei Jahren den Respekt der gesamten Liga eingebracht habe.
Satz 1: Vilsbiburg startet furios
Die Gäste aus Niederbayern, trainiert von Jan de Brandt, erwischten den deutlich besseren Start. Mit 10:4 legten die Roten Raben im ersten Durchgang vor und zeigten, dass sie perfekt auf den Gegner eingestellt waren. „Vilsbiburg ist gut gestartet. Sie waren perfekt auf uns eingestellt“, gab Salomoni nach dem Abpfiff zu.
Potsdams Startformation um Lisa Rühl (Libera), Giulia Carraro, Jessica Rivero, Michala Kvapilova, Nikola Radosova, Kathy Radzuweit und Bernarda Cutuk fand zunächst nur schwer ins Spiel. Beim 14:17 reagierte Salomoni und brachte für Rivero die junge Mexikanerin Seomara Sainz, was sofort mehr Stabilität in der Annahme brachte. Beim 21:24 wehrten die Gastgeberinnen zwei Satzbälle ab, doch Liana Mesa Luaces (37) schmetterte den Ball zum 25:23 ins Potsdamer Feld – Satzführung für Vilsbiburg.
Satz 2: Potsdam kämpft sich zurück
Auch im zweiten Satz lagen die Raben zunächst vorn. Zur ersten technischen Auszeit führten sie 8:5. Zur zweiten technischen Auszeit hatte Potsdam das Blatt jedoch gewendet (16:15). Es entwickelte sich eine intensive Schlussphase, die bis zum 21:21 völlig offen war. Dann aber punktete der SC Potsdam viermal in Folge und glich mit 25:21 zum 1:1 nach Sätzen aus.
Satz 3: Erneute Führung für Vilsbiburg
Der dritte Satz war erneut hart umkämpft. Diesmal behielten jedoch die Gäste die Oberhand. Über die Zwischenstände 14:16, 19:22 und 22:23 aus Potsdamer Sicht war es erneut Liana Mesa Luaces, die mit ihrem Angriff zum 25:22 den Satz für Vilsbiburg entschied. Die erfahrene Kubanerin war an diesem Abend eine der bestimmenden Figuren auf dem Feld.
Satz 4: Der Schlüsseldurchgang
Der vierte Satz entwickelte sich zur entscheidenden Wende. Potsdam lag zunächst mit 8:13 zurück, startete dann jedoch eine beeindruckende Aufholjagd. Libera Lisa Rühl kratzte Bälle gerade noch vom Boden, der Block stand wie festgemauert und erzielte drei Punkte in Folge. Ein Aufschlag-Ass von Michala Kvapilova führte zum 22:16, und Jessica Rivero holte mit einem harten Angriffsschlag den Satzball zum 25:18. Der Widerstand war gebrochen – der Tiebreak musste die Entscheidung bringen.
Tiebreak: Potsdam dominiert
Und dieser ging eindeutig an die Heimmannschaft. Eine Aufschlagserie von Jessica Rivero ebnete mit dem 6:0 den Weg zum sechsten Saisonsieg für den SC Potsdam. Am Ende war es ein Blockpunkt, der die gesamte MBS-Arena zum Jubeln brachte.
Topscorerin und MVP
Potsdams Mittelblockerin Bernarda Cutuk wurde folgerichtig zur wertvollsten Spielerin der Partie gewählt – sie steuerte insgesamt 17 Punkte bei. Die absolute Topscorerin war jedoch Michala Kvapilova mit beeindruckenden 32 Punkten. Bei den Vilsbiburgerinnen wurde Silvana Olivera Capelli als beste Spielerin ausgezeichnet.
Tabellensituation und Ausblick
Durch den Sieg festigte der SC Potsdam seinen fünften Tabellenplatz in der 1. Volleyball Bundesliga der Frauen. Für die Mannschaft von Alberto Salomoni ging es am darauffolgenden Wochenende zum aktuellen Tabellenachten nach Münster, ehe die kurze Weihnachtspause anstand. Zum Abschluss der Hinrunde empfing Potsdam am 30. Dezember den VC Wiesbaden.
Die Roten Raben Vilsbiburg hingegen rutschten durch die Niederlage weiter ins Mittelfeld ab. Der Meisterschaftsdritte und Pokalsieger des Vorjahres hatte im Vorfeld bereits fünf Punkte Rückstand auf Potsdam gehabt – eine Niederlage, die nach den Worten Salmonis die Lage der Gäste „fast dramatisch“ machte.
Daten und Fakten
- Ergebnis: SC Potsdam W – Rote Raben Vilsbiburg W 3:2 (23:25, 25:21, 22:25, 25:18, 15:8)
- Datum: 13. Dezember 2014, 18:30 Uhr
- Austragungsort: MBS-Arena, Potsdam
- Zuschauer: knapp 2.000
- MVP: Bernarda Cutuk (SC Potsdam)
- Topscorerin: Michala Kvapilova (SC Potsdam) – 32 Punkte
- Beste Vilsbiburg-Spielerin: Silvana Olivera Capelli
Rivalität seit 2009
Potsdam W vs Vilsbiburg W Direkter Vergleich· 37
Potsdam W und Vilsbiburg W trafen 37 Mal aufeinander — Potsdam W gewann 22 Mal, Vilsbiburg W 15 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Potsdam W führt den Direktvergleich mit 22 Siegen aus 37 Begegnungen an. Insgesamt fielen 141 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.81 pro Spiel (72 für die Heimmannschaft, 69 für die Gäste). Beide Teams trafen in 20 Spielen (54%). In 37 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Potsdam W ist in den letzten 12 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2024.
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