Der VC Wiesbaden dreht einen 0:2-Satzrückstand beim SC Schweriner und gewinnt 3:2. Eine beeindruckende Aufholjagd mit 11 Spielerinnen und glänzenden Wechseln von Trainer Andi Vollmer.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungVC Wiesbaden feiert Comeback der Extraklasse in Schwerin
Dieser Volleyballabend in der Arena Schwerin war nichts für schwache Nerven. Der VC Wiesbaden zeigte am 13. Dezember 2014 eine beeindruckende Moral und drehte einen 0:2-Satzrückstand gegen den SC Schweriner noch in einen 3:2-Auswärtssieg (14:25, 22:25, 25:21, 25:23, 15:9). Vor den Augen von über 50 ehrenamtlichen Helfern, die die Partie bei der Weihnachtsfeier des Teams im Crowne Plaza auf der Großleinwand verfolgten, lieferten die Hessinnen eine der denkwürdigsten Aufholjagden der Saison ab.
Schwerin dominiert die ersten beiden Sätze
Der SC Schweriner erwischte einen Traumstart. Angeführt von der in dieser Phase überragenden Saskia Hippe dominierten die Gastgeberinnen den ersten Satz nach Belieben. Mit einer furiosen Aufschlagserie zogen sie von 8:3 auf 16:5 davon und ließen dem VCW keine Chance – 25:14 nach nicht einmal 20 Minuten. Bei den Fans in Wiesbaden, die das Geschehen auf der Leinwand verfolgten, wurde es merklich ruhiger.
Auch der zweite Satz schien nach einem ähnlichen Muster zu verlaufen. Schwerin führte bis zur zweiten technischen Auszeit, ehe der VCW um Trainer Andi Vollmer plötzlich aufwachte. Wiesbaden kämpfte sich heran und ging mit 22:19 in Führung – in der hessischen Landeshauptstadt keimte Hoffnung auf. Doch Schwerin konterte mit einer Aufschlagserie und holte sich auch den zweiten Durchgang mit 25:22. Nach Sätzen stand es 2:0 für den Meister von 2012 und 2013.
Vollmers Wechsel greifen – die Wende
Andi Vollmer, Trainer des VC Wiesbaden, zeigte in dieser Begegnung ein glückliches Händchen. Alle elf Spielerinnen seines ausgeglichenen Kaders kamen zum Einsatz, und jeder Wechsel sollte sich als goldrichtig erweisen. Bereits im zweiten Satz brachte er Iveta Halbichova für Kaisa Alanko auf der Zuspielposition und Pauliina Vilponen für Karine Muijlwijk im Diagonalangriff.
Der dritte Satz wurde zur ersten echten Standortbestimmung. Vollmer brachte Rebecca Schäperklaus für Julia Osterloh in der Mitte. Schwerin führte bis zur zweiten technischen Auszeit knapp, dann zogen die Wiesbadenerinnen auf 21:17 davon. Diesmal ließen sie sich den Vorsprung nicht mehr nehmen und verkürzten auf 1:2-Sätze (25:21). In Wiesbaden feierten die Fans stehend – die Wende war eingeläutet.
Der Kampf geht in den Tiebreak
Mit breiter Brust startete der VCW in den vierten Satz und ging schnell mit 8:2 in Führung. Der amtierende Meister Schwerin schlug zurück und glich aus, doch zur zweiten technischen Auszeit führte Wiesbaden mit 16:14. Vollmer brachte die junge Elena Steinemann für Kapitänin Regina Mapeli Burchardt auf der Außenposition – ein mutiger, aber entscheidender Schachzug.
Beim 19:19 schien die Partie erneut zu kippen. Doch der VCW zeigte an diesem Abend seinen großen Siegeswillen. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und viel Kampfgeist erkämpften sich die Hessinnen den vierten Satz mit 25:23. Damit war zumindest ein Punkt gesichert – und eine Riesenchance auf den zweiten.
Tiebreak: Wiesbaden lässt nichts anbrennen
Im entscheidenden fünften Satz war der VCW nicht mehr zu bremsen. Das Team von Andi Vollmer beherrschte den Tiebreak von Beginn an, führte beim Seitenwechsel mit 8:6 und ließ den Gastgeberinnen keine Möglichkeit zur Rückkehr. Am Ende hieß es 15:9 – ein klarer und verdienter Tiebreak-Sieg für den VC Wiesbaden.
Der Jubel war groß, sowohl in der Arena Schwerin als auch bei den Fans in Wiesbaden, die die heldenhafte Aufholjagd vor der Großleinwand miterlebt hatten.
Die Stars des Abends
Topscorerinnen auf Wiesbadener Seite waren Pauliina Vilponen, Jennifer Pettke und Tanja Großer. Als Most Valuable Player (MVP) wurde auf Wiesbadener Seite Jennifer Pettke ausgezeichnet, auf Schweriner Seite Laura Weihenmaier.
Die Startformation des VCW: Kaisa Alanko (Zuspiel), Regina Mapeli Burchardt und Tanja Großer (Außen), Jennifer Pettke und Julia Osterloh (Mitte), Karine Muijlwijk (Diagonal) sowie Izabela Sliwa (Libera).
Tabellenkletterer Wiesbaden
Mit diesem achten Sieg im neunten Saisonspiel festigte der VC Wiesbaden den zweiten Tabellenplatz in der 1. Bundesliga der Frauen. Nur der amtierende Deutsche Meister Dresdner SC stand zu diesem Zeitpunkt noch vor den Hessinnen. Schwerin hingegen musste einen Rückschlag im Kampf um die vorderen Plätze hinnehmen.
Für Wiesbaden ging es bereits vier Tage später mit einem vorgezogenen Rückrundenspiel gegen den Dresdner SC weiter – der Höhepunkt einer intensiven Vorweihnachtszeit.
Spielverlauf im Überblick
| Satz | SC Schweriner W | VC Wiesbaden W |
|---|---|---|
| 1 | 25 | 14 |
| 2 | 25 | 22 |
| 3 | 21 | 25 |
| 4 | 23 | 25 |
| 5 | 9 | 15 |
| Gesamt | 2 | 3 |
Fakten zum Spiel
- Datum: 13. Dezember 2014, 18:00 Uhr
- Austragungsort: Arena Schwerin
- Saison: 2014/15 – 1. Bundesliga Frauen, Hauptrunde
- Zuschauer: Die Weihnachtsfeier des VCW mit Live-Übertragung im Crowne Plaza wurde zum emotionalen Highlight für die Fans
- Trainer VC Wiesbaden: Andi Vollmer
Rivalität seit 2010
SC Schweriner W vs VC Wiesbaden W Direkter Vergleich· 31
SC Schweriner W und VC Wiesbaden W trafen 31 Mal aufeinander — SC Schweriner W gewann 21 Mal, VC Wiesbaden W 10 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 21 Siegen aus 31 Begegnungen an. Insgesamt fielen 123 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.97 pro Spiel (78 für die Heimmannschaft, 45 für die Gäste). Beide Teams trafen in 20 Spielen (65%). In 31 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2022.
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