Schweriner SC besiegt VC Wiesbaden auswärts klar mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:22). Lonneke Slöetjes überragt mit 22 Punkten.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSchweriner SC deklassiert VC Wiesbaden auswärts mit 3:0
Der Schweriner SC hat seine Titelambitionen in der 1. Volleyball Bundesliga der Frauen eindrucksvoll untermauert. Am 7. Februar 2015 feierten die Norddeutschen einen souveränen 3:0-Auswärtssieg (25:21, 25:18, 25:22) beim VC Wiesbaden und fügten den Hessinnen vor 1.820 Zuschauern in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit eine deutliche Heimniederlage zu.
Pre-Match: Spitzenspiel mit großer Vorfreude
Vor der Partie hatten die Vorzeichen auf ein enges Duell gestanden. Der VC Wiesbaden empfing den Tabellenzweiten Schweriner SC als Vierter der Tabelle – und das mit der berechtigten Hoffnung, erstmals in der Vereinsgeschichte beide Saisonspiele gegen den zehnfachen Deutschen Meister zu gewinnen. Das Hinspiel in Schwerin hatten die Wiesbadenerinnen sensationell mit 3:2 für sich entschieden.
„Eine schwere Aufgabe, aber gerade darin sehen wir den Reiz“, hatte VCW-Trainer Andi Vollmer vor dem Anpfiff betont. „Wir haben die Herausforderung in Schwerin mit dem 3:2 schon einmal mit Bravour bestanden.“ Auch Mittelblockerin Jennifer Pettke zeigte sich kämpferisch: „Schwerin hat ein sehr starkes Team mit einem großen Kader, es wird für uns kein leichtes Spiel, aber wir bereiten uns gut vor.“
Die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern reisten als klarer Favorit an. Von den vergangenen acht Spielen hatte der SSC nur die Partie gegen Tabellenführer Dresdner SC (0:3) verloren. In bislang acht Auswärtsspielen der Saison gelangen sieben Siege.
Der Spielverlauf: Drei Sätze, drei Geschichten
Satz 1: Fehlstart besiegelt den Durchgang
Der VC Wiesbaden erwischte einen denkbar schlechten Start. Nach einer Aufschlagserie von Jennifer Geertjes lag das Team von Andi Vollmer schnell mit 0:5 zurück, zur ersten technischen Auszeit stand es 2:8. Zwar kämpfte sich der VCW bis auf 18:20 heran, doch der Rückstand aus dem anfänglichen Loch war zu groß. Satz eins ging mit 25:21 an den Schweriner SC.
Satz 2: Zwischen Hoffen und Bangen
Im zweiten Durchgang zeigte sich ein völlig anderes Bild. Die Wiesbadenerinnen legten los wie die Feuerwehr und führten zwischenzeitlich mit 14:11. Die Halle, in der auch Wissenschaftskabarettist Vince Ebert für Stimmung sorgte, bebte. Die Partie blieb bis zum 18:19 ausgeglichen – doch dann schlug die Stunde von Jennifer Geertjes. Erneut servierte die Schwerinerin eine Aufschlagserie, die den VCW aus dem Rhythmus brachte. Mit 25:18 ging der Satz an die Gäste.
Satz 3: Die große Chance und die große Ernüchterung
„Kann der VCW zurückschlagen? Kann er die Begegnung wie in der Vorrunde in Schwerin drehen?“, fragten sich die Fans in der Pause – und sahen ein entschlossenes Heimteam. Regina Mapeli Burchardt und ihre Mitspielerinnen führten bei der ersten technischen Auszeit mit 8:4 und bauten den Vorsprung auf 14:9 aus. Der Satzgewinn schien in greifbarer Nähe.
Doch erneut beendete eine Schweriner Aufschlagserie – diesmal von Anja Brandt – die Wiesbadener Träume. Beim 20:21 und 21:22 schnupperten die Gastgeberinnen noch einmal am Ausgleich, aber Schwerin hatte die Antwort parat. 25:22 lautete das Endergebnis des dritten Satzes. Nach genau 80 Minuten war die Partie entschieden.
Die Schlüsselspielerinnen
Überragende Akteurin des Abends war Lonneke Slöetjes. Die belgische Diagonalspielerin des Schweriner SC erzielte unglaubliche 22 Punkte und „erschoss den VCW fast im Alleingang“, wie der Wiesbadener Bericht treffend festhielt. Gegen ihre Angriffspower hatte die VCW-Abwehr kein Rezept. Zuspielerin Diana Nenova brillierte mit einer herausragenden Annahme- und Abwehrleistung und setzte ihre Angreiferinnen immer wieder geschickt in Szene.
Auf Seiten des VC Wiesbaden waren Karine Muijlwijk (11 Punkte) und die spielführende Regina Mapeli Burchardt (10 Punkte) die erfolgreichsten Punktesammlerinnen. Zur MVP des VCW wurde Außenangreiferin Pauliina Vilponen gekürt.
Aufstellungen
VC Wiesbaden: Kaisa Alanko (Zuspiel), Regina Mapeli Burchardt und Pauliina Vilponen (Außen), Jennifer Pettke und Rebecca Schäperklaus (Mitte), Karine Muijlwijk (Diagonal), Izabela Sliwa (Libera).
Im Laufe der Partie wechselte Trainer Andi Vollmer auf der Außenposition zwischen Tania Großer und Pauliina Vilponen. Am Ende des zweiten Satzes brachte er Iveta Halbichova für Kaisa Alanko auf der Zuspielposition und im dritten Satz ersetzte die nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Annalena Mach Karine Muijlwijk auf Diagonal.
Schweriner SC: Unter der Regie von Cheftrainer Felix Koslowski überzeugten die Gäste mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Jennifer Geertjes und Anja Brandt setzten mit ihren Aufschlagserien die entscheidenden Momentumwechsel.
Implikationen für die Saison
Der Sieg festigte die Position des Schweriner SC im Kampf um die Tabellenspitze. Für den VC Wiesbaden bedeutete die Niederlage einen Rückschlag im Rennen um Platz drei und eine bessere Ausgangsposition für die anstehenden Playoffs. Der VCW stand vor einem schweren Restprogramm mit Spielen gegen den USC Münster, SC Potsdam und Allianz MTV Stuttgart.
„Wir müssen wie im Hinspiel sehr konzentriert spielen und als Team um jeden Ball kämpfen“, hatte Jennifer Pettke vor dem Spiel gefordert – eine Vorgabe, die an diesem Abend nicht umgesetzt werden konnte. „Es geht gegen ein Team, das vor uns in der Tabelle steht, wir werden sehen, wo wir im Moment stehen und woran wir noch arbeiten müssen bis zu den Playoffs“, hatte Spielführerin Regina Mapeli Burchardt ergänzt. Die Antwort war ernüchternd.
Fazit
Der Schweriner SC demonstrierte in Wiesbaden eindrucksvoll, warum er zu den Topteams der Liga zählt. Mit ihrer taktischen Disziplin, der überragenden Annahmeleistung und der individuellen Klasse von Lonneke Slöetjes waren die Norddeutschen eine Nummer zu groß für den VCW. Die Wiesbadenerinnen zeigten über weite Strecken ansprechende Vorstellungen, konnten diese aber nicht in Satzgewinne ummünzen – ein Muster, das sich durch alle drei Durchgänge zog.
Der VCW traf sich drei Tage später im nächsten Heimspiel gegen den USC Münster, wo die Mannschaft die Gelegenheit hatte, Selbstvertrauen für die Playoffs zu tanken.
Rivalität seit 2010
VC Wiesbaden W vs SC Schweriner W Direkter Vergleich· 31
VC Wiesbaden W und SC Schweriner W trafen 31 Mal aufeinander — VC Wiesbaden W gewann 11 Mal, SC Schweriner W 20 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 20 Siegen aus 31 Begegnungen an. Insgesamt fielen 125 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.03 pro Spiel (48 für die Heimmannschaft, 77 für die Gäste). Beide Teams trafen in 21 Spielen (68%). In 31 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2022.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026