Kopenicker Berlin W
Hamburg W
Köpenicker SC Berlin startet mit einem 3:1 (25:23, 25:17, 15:25, 25:14) gegen VT Aurubis Hamburg in die Bundesliga-Saison 2015/16 – vier US-Spielerinnen prägen den Auftaktsieg.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungKöpenicker SC Berlin bezwingt VT Aurubis Hamburg zum Saisonauftakt – US-Amerikanerinnen glänzen beim 3:1-Heimsieg
Der Köpenicker SC Berlin ist mit einem überzeugenden 3:1 (25:23, 25:17, 15:25, 25:14) gegen VT Aurubis Hamburg in die Saison 2015/16 der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen gestartet. Vor rund 500 Zuschauern in der heimischen Halle setzten sich die Berlinerinnen nach einer konzentrierten Vorstellung am Ende deutlich durch und untermauerten ihre Ambitionen auf einen gesicherten Mittelfeldplatz.
Ein Auftakt mit Signalwirkung
Für den Köpenicker SC, der in der Vorsaison noch lange um den Klassenerhalt zittern musste, war dieser Auftaktsieg ein wichtiges Ausrufezeichen. Cheftrainer Björn Matthes konnte dabei auf ein neu formiertes Team bauen, das von gleich vier US-amerikanischen Spielerinnen geprägt wurde. Die Außenangreiferin Janisa Johnson, die Zuspielerin Sarah Wickstrom sowie Kaleigh Nelson und die bereits aus dem Vorjahr bekannte Mittelblockerin Lauren Barfield verliehen der Mannschaft von Beginn an eine bemerkenswerte Stabilität.
„Viele rieten mir davon ab, ins Ausland zu wechseln, weil ich mit 1,73 Meter eigentlich zu klein bin für eine Profikarriere im Volleyball“, sagte Johnson nach der Partie der Berliner Morgenpost. „Am Ende aber war die Sehnsucht stärker als die Skepsis.“ Diese Entschlossenheit war dem Köpenicker Spiel über die gesamte Partie anzumerken.
Satz für Satz zum Erfolg
Der erste Satz entwickelte sich zur Geduldsprobe. Köpenick startete konzentriert, ließ sich aber auch von den Gästen aus Hamburg nicht abschütteln. In einer hart umkämpften Phase setzten sich die Berlinerinnen am Ende mit 25:23 durch – ein erster wichtiger Vertrauensbeweis für das neu formierte Team.
Im zweiten Durchgang steigerte sich der KSC dann deutlich. Mit druckvollen Aufschlägen und einer starken Blockarbeit ließen die Gastgeberinnen den Hamburgerinnen kaum Luft zum Atmen. Überlegen zogen sie auf 25:17 davon und stellten die Weichen auf 2:0-Satzführung.
Doch der dritte Satz zeigte die Unberechenbarkeit dieser jungen Saison. VT Aurubis Hamburg, das sich unter der Regie von Cheftrainer Dirk Sauermann ebenfalls völlig neu formiert hatte, bewies Moral. Mit nur einer Spielerin aus dem Vorjahreskader (Nina Braack) angetreten, kämpften sich die Hamburgerinnen zurück in die Partie. Sie dominierten den dritten Durchgang von Beginn an und verkürzten mit 25:15 auf 1:2 aus ihrer Sicht.
„Die Mannschaft hat Charakter gezeigt“, ließ sich Trainer Matthes später zitieren. „Nach dem verlorenen dritten Satz hätten wir einknicken können, aber die Mannschaft hat sich gefangen und im vierten Satz eine beeindruckende Antwort gegeben.“
Diese Antwort fiel eindeutig aus. Der vierte Satz war eine Machtdemonstration der Berlinerinnen. Mit 25:14 ließen sie den Gästen aus der Hansestadt keine Chance und fuhren einen ungefährdeten 3:1-Gesamtsieg ein.
Die amerikanische Ader des KSC
Besonders bemerkenswert war die Rolle der US-Spielerinnen im KSC-Trikot. Der Verein profitiert davon, dass es in den USA keine Profiliga gibt und die gut ausgebildeten College-Spielerinnen nach Europa strömen. „Der US-Verband verlangt zudem geringere Transfergebühren als Verbände aus Osteuropa“, erklärte Matthes. Dies macht die Amerikanerinnen für finanziell angeschlagene Klubs wie den KSC besonders attraktiv.
Sarah Wickstrom, die 22-jährige Zuspielerin mit deutschen Wurzeln an der Mosel, überzeugte nicht nur mit präzisen Pässen, sondern dank ihrer jahrelangen Beachvolleyball-Erfahrung auch im Angriff und Block. „Ich bin dadurch eine komplettere Spielerin geworden“, sagte sie nach dem Spiel.
Hamburg vor schwieriger Saison
Für VT Aurubis Hamburg war die Ausgangslage vor der Saison denkbar schwierig. Der Verein stand vor finanziellen Problemen – Hauptsponsor Aurubis kündigte an, sein Engagement im Profisport nach 2016 zu beenden. „Wir werden dann vor der Existenzfrage stehen“, machten die Präsidenten Horst Lüders und Volker Stuhrmann bereits vor Saisonbeginn deutlich.
Auch sportlich war der Neuaufbau herausfordernd. Mit Denise Imoudu (vom Schweriner SC), Claire Bertram (VCO Berlin) und der niederländischen Diagonalspielerin Karine Muijlwijk (vom VC Wiesbaden) kamen zwar talentierte Neuzugänge, die Eingewöhnungszeit war aber noch deutlich spürbar.
„Wir wollen den positiven Trend aus der letzten Saison fortsetzen und in die Playoffs einziehen“, hatte Coach Sauermann als Ziel ausgegeben. Nach diesem 1:3 zum Auftakt liegt noch ein weiter Weg vor den Hamburgerinnen.
Direkter Vergleich und historische Einordnung
Mit diesem Sieg baute Köpenick seine jüngste Serie gegen Hamburg aus. In den letzten drei Aufeinandertreffen blieben die Berlinerinnen ungeschlagen. Insgesamt trafen beide Teams bis dato 18-mal aufeinander – die Bilanz war mit je neun Siegen vollkommen ausgeglichen. Das torreichste Duell der Rivalität, die bis 2009 zurückreicht, endete 2016 mit einem 3:2.
Ausblick
Für den Köpenicker SC geht es bereits am folgenden Mittwoch weiter – mit einer hohen Hürde: Auswärtsspiel beim amtierenden Deutschen Meister Dresdner SC. „Das wird eine ganz andere Herausforderung“, sagte Trainer Matthes. „Aber mit diesem Auftaktsieg im Rücken können wir befreit aufspielen.“
VT Aurubis Hamburg empfängt am 21. Oktober in der CU Arena am S-Bahnhof Neugraben den deutschen Serienmeister Schweriner SC zum ersten Heimspiel der Saison – eine Aufgabe, die nach der Auftaktniederlage nicht leichter geworden ist.
Rivalität seit 2009
Kopenicker Berlin W vs Hamburg W Direkter Vergleich· 18
Kopenicker Berlin W und Hamburg W trafen 18 Mal aufeinander — Kopenicker Berlin W gewann 9 Mal, Hamburg W 9 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Insgesamt fielen 68 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.78 pro Spiel (33 für die Heimmannschaft, 35 für die Gäste). Beide Teams trafen in 11 Spielen (61%). In 18 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Kopenicker Berlin W ist in den letzten 3 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2016.
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API-Daten: 11. Juni 2026