VC Wiesbaden schlug SC Potsdam 3:2 (25:21, 25:23, 20:25, 21:25, 15:13) in einem dramatischen Tiebreak. Esther van Berkel wurde MVP.
Spielzusammenfassung
VC Wiesbaden W besiegte Potsdam W 3:2. Das Spiel fand in der 1. Bundesliga Women 2015 statt.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungEine Achterbahnfahrt der Gefühle
Vor rund 1.500 Zuschauern boten beide Teams eine hochklassige und emotionale Partie, die über die volle Distanz von fünf Sätzen ging. Wiesbaden erwischte den besseren Start und dominierte die ersten beiden Durchgänge mit konsequenter Blockarbeit und einer effizienten Angriffsquote. Insbesondere die Niederländerin Esther van Berkel, die später zur MVP gekürt wurde, zeigte eine starke Vorstellung und punktete aus allen Lagen.
Satz 1: Wiesbaden legt los
Im ersten Satz erkämpfte sich Wiesbaden früh eine Führung und ließ sich diese nicht mehr nehmen. Mit 25:21 ging der Auftaktdurchgang an die Gastgeberinnen, die vor allem über die Außenangriffe van Berkel und Tanja Groß Gefahr entwickelten. Die Annahme stand sicher, und die Wiesbadener Block-Feld-Abwehr machte es den Potsdamer Angreiferinnen schwer.
Satz 2: Enge Kiste für Wiesbaden
Der zweite Satz wurde deutlich enger. Potsdam kämpfte sich heran und erspielte sich mehrfach die Chance, den Satz zu kippen. Doch Wiesbaden behielt die Nerven und holte sich mit 25:23 auch den zweiten Durchgang. Insbesondere Jennifer Pettke am Netz erwies sich als verlässliche Blockgröße und entschärfte mehrere Angriffe der Gäste. Mit vier Blocks und sieben Angriffspunkten war sie eine der Schlüsselspielerinnen auf Wiesbadener Seite.
Satz 3: Potsdam schlägt zurück
Nach dem Seitenwechsel kam der SC Potsdam wie verwandelt aus der Kabine. Angeführt von Saskia Hippe, die mit insgesamt 26 Angriffspunkten (47 Prozent Quote) die mit Abstand beste Angreiferin auf dem Feld war, übernahmen die Gäste das Kommando. Wiesbaden fand kaum Mittel gegen die druckvollen Aufschläge der Potsdamerinnen und musste den Satz mit 20:25 abgeben.
Satz 4: Die Wende bahnt sich an
Auch im vierten Durchgang blieb Potsdam am Drücker. Die Mannschaft von Trainer Alberto Salomoni spielte jetzt befreiter auf, die Annahme wurde stabiler, und Regina Mapeli Burchardt (elf Angriffspunkte, drei Blocks) sorgte für die nötigen Abschlüsse. Wiesbaden geriet zunehmend unter Druck und verlor den Satz mit 21:25. Damit stand es 2:2, und der Tiebreak musste die Entscheidung bringen.
Satz 5: Nervenstärke im Tiebreak
Der fünfte Satz entwickelte sich zu einem nervenaufreibenden Krimi. Beide Teams schenkten sich nichts, die Führung wechselte mehrfach. Wiesbaden fand in der entscheidenden Phase zu alter Stärke zurück und profitierte von einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Van Berkel behielt die Ruhe und verwandelte den Matchball eiskalt zum 15:13 – der Jubel in der Sporthalle kannte keine Grenzen.
Esthers van Berkels Gala
Die niederländische Außenangreiferin Esther van Berkel war mit 21 Punkten (41 Prozent Angriffsquote), einem Ass und zwei Blocks die herausragende Spielerin auf dem Parkett und wurde folgerichtig als MVP ausgezeichnet. Auf Potsdamer Seite erhielt die Zuspielerin Luisa Sydlik die MVP-Auszeichnung, was bei den Gästen durchaus für Diskussionsstoff sorgte – die offensive Dominanz von Saskia Hippe (29 Ballkontakte im Angriff bei nur acht Fehlern und 26 erfolgreichen Angriffen) war eine der beeindruckendsten Einzelleistungen der Saison.
Die Bedeutung des Spiels
Mit diesem Heimsieg festigte Wiesbaden seinen Platz im oberen Tabellendrittel. Nach zehn Spieltagen stand der VCW bei 19 Punkten und rangierte auf dem fünften Tabellenplatz – mit direkter Playoff-Perspektive. Die Mannschaft hatte nach einem schwachen Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten vier Partien eine beeindruckende Aufholjagd gestartet und fünf der letzten sechs Spiele gewonnen.
Potsdam hingegen steckte weiterhin in einer sportlichen Krise. Es war bereits der siebte Tiebreak der Saison für den SC Potsdam – und nur der erste davon wurde gewonnen. Die Mannschaft aus Brandenburg hatte mit einer ausgeprägten Zuspielproblematik zu kämpfen. Sowohl Jelena Katić als auch Luisa Sydlik fanden selten die nötige Konstanz, und selbst die immense Punktausbeute von Hippe konnte die strukturellen Schwächen nicht kaschieren.
"Wir haben in den ersten beiden Sätzen zu viele einfache Fehler gemacht und Wiesbaden das Spiel leicht gemacht", hieß es seitens der Potsdamer Verantwortlichen nach der Partie. "Dass wir zurückgekommen sind und den Tiebreak erzwungen haben, spricht für den Charakter der Mannschaft. Aber am Ende fehlt uns in den entscheidenden Momenten die Abgeklärtheit."
Zahlen und Fakten
Die Statistik zeigt ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen für Wiesbaden in den entscheidenden Momenten. Die Gastgeberinnen verbuchten 77 Angriffspunkte bei 30 Fehlern, während Potsdam auf 74 Angriffspunkte bei 29 Fehlern kam. Im Blockbereich lag Wiesbaden mit 13 Blockpunkten vor Potsdam mit neun. Auch bei den Assen hatten die Wiesbadenerinnen mit 7:5 die Nase vorn. Die Annahmequote war mit 40 Prozent (Wiesbaden) gegenüber 36 Prozent (Potsdam) ebenfalls aufseiten der Gastgeberinnen.
Ausblick
Für Wiesbaden war dieser Sieg ein wichtiger Schritt in Richtung Playoffs. Die Mannschaft von Dirk Groß sollte sich in den kommenden Wochen weiter stabilisieren und das obere Tabellenviertel angreifen. Potsdam musste indes an der Konstanz arbeiten – die vielen Tiebreak-Niederlagen waren ein Alarmzeichen. Am Ende der Saison sollte sich zeigen, dass genau diese engen Spiele den Unterschied zwischen den Playoff-Plätzen und dem Mittelfeld ausmachten.
Das direkte Duell zwischen diesen beiden Teams hatte bereits Tradition – und sollte es auch in den folgenden Jahren behalten.
Rivalität seit 2009
VC Wiesbaden W vs Potsdam W Direkter Vergleich· 37
VC Wiesbaden W und Potsdam W trafen 37 Mal aufeinander — VC Wiesbaden W gewann 20 Mal, Potsdam W 17 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. VC Wiesbaden W führt den Direktvergleich mit 20 Siegen aus 37 Begegnungen an. Insgesamt fielen 141 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.81 pro Spiel (73 für die Heimmannschaft, 68 für die Gäste). Beide Teams trafen in 22 Spielen (59%). In 37 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2019.
Letzte Begegnungen
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API-Daten: 11. Juni 2026