SC Schweriner W
Hamburg W
VT Aurubis Hamburg dreht einen 0:2-Satzrückstand in Schwerin und gewinnt sensationell 3:2. Die Hamburgerinnen um Topscorerin Jana Franziska Poll (28 Punkte) dominieren die Sätze drei bis fünf.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSensationelle Aufholjagd in der Palmberg Arena
Am 16. Januar 2016 kam es in der Palmberg Arena zu einem denkwürdigen Nordduell der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen. Der SC Schweriner W empfing den VT Aurubis Hamburg zu einem Spiel, das die Zuschauer bis in den Tiebreak hinein fesseln sollte. Was wie ein souveräner Sieg der Gastgeberinnen aussah, endete mit einer dramatischen Wende: Hamburg gewann nach einem 0:2-Satzrückstand noch mit 3:2 (25:12, 25:14, 21:25, 13:25, 15:13).
Schwerin dominiert die ersten beiden Sätze
Die Hausherrinnen starteten furios in die Partie. Vor rund 1.600 Zuschauern ließ der Schweriner SC keinen Zweifel an seiner Stärke aufkommen. Satz eins ging mit 25:12 an die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski – ein regelrechter Durchmarsch, bei dem der Block um Patricia Thormann und Marie Schölzel kaum zu überwinden war. Die Annahme der Hamburgerinnen geriet immer wieder in Bedrängnis, insbesondere durch die gefürchteten Sprungaufschläge von Denise Hanke.
Im zweiten Durchgang setzte sich das Bild fort. Schwerin zeigte sich hellwach, die Rotation griff perfekt, und Nationalspielerin Denise Hanke sorgte mit einer Aufschlagserie für die Vorentscheidung in diesem Satz. Mit 25:14 ging auch Satz zwei eindeutig an den SSC. Nach diesen beiden Durchgängen schien die Partie vorentschieden – Schwerin führte mit 2:0 Sätzen und zeigte sich auf dem Weg zum dritten Heimsieg in Folge (zuvor 3:0 gegen Münster und VCO Berlin).
Hamburg findet zurück ins Spiel
Doch der VT Aurubis Hamburg gab sich nicht auf. Trainer Dirk Sauermann fand in der Satzpause die richtigen Worte, und sein Team kam mit neuer Energie aus der Kabine. Die Hamburgerinnen, die in der Hinrunde in eigener Halle noch 0:3 gegen Schwerin verloren hatten, zeigten nun ein völlig anderes Gesicht.
Im dritten Satz agierte Hamburg deutlich aggressiver in der Annahme und stellte den Schweriner Block vor große Probleme. Insbesondere Diagonalangreiferin Jana Franziska Poll – mit 28 Punkten die überragende Akteurin des Spiels – und Karine Muijlwijk (22 Punkte) fanden immer wieder Lücken in der Schweriner Abwehr. Der SSC geriet früh mit 3:7 in Rückstand. Zwar kämpften sich die Gastgeberinnen Mitte des Satzes auf 13:13 heran, doch Hamburg behielt die Nerven und gewann Satz drei mit 25:21.
Der Tiebreak entscheidet
Im vierten Satz war der Bann endgültig gebrochen. Die Hamburgerinnen spielten wie befreit auf und ließen dem SSC kaum noch Raum zur Entfaltung. Schwerin fand kein Mittel mehr gegen die Angriffswucht von Poll und Muijlwijk, die von Zuspielerin Denise Imoudu hervorragend in Szene gesetzt wurden. Mit 25:13 zog Hamburg souverän den zweiten Satzgewinn nach und erzwang den Tiebreak.
Der fünfte Satz entwickelte sich zum packenden Krimi. Beide Teams schenkten sich nichts, die Stimmung in der Palmberg Arena kochte. Schwerin startete stark und führte schnell 10:5 – doch Hamburg kämpfte sich Punkt für Punkt heran. Beim Stand von 13:13 waren die Nerven zum Zerreißen gespannt. Am Ende behielt Hamburg die Oberhand und gewann den Tiebreak mit 15:13. Die Gäste von der Elbe feierten einen sensationellen 3:2-Auswärtssieg.
Schlüsselspielerinnen
Jana Franziska Poll (Hamburg) war mit 28 Punkten die überragende Spielerin auf dem Feld. Die Diagonalangreiferin traf aus allen Lagen und war in den entscheidenden Phasen zur Stelle. An ihrer Seite überzeugte Karine Muijlwijk mit 22 Punkten, die insbesondere im dritten und vierten Satz kaum zu stoppen war.
Auf Schweriner Seite ragten Tabitha Love (17 Punkte) und Anja Brandt (16 Punkte) heraus. Denise Hanke setzte mit ihren Aufschlagserien in den ersten beiden Sätzen die Akzente, konnte das Abkippen ihres Teams in den folgenden Durchgängen jedoch nicht verhindern.
Tabellarische Einordnung
Der Sieg war für den VT Aurubis Hamburg ein wichtiger Schritt im Kampf um die Playoff-Plätze. In der Saison 2015/16 belegte Hamburg letztlich den 8. Platz in der Hauptrunde und qualifizierte sich für die Pre-Playoffs. Der Schweriner SC, traditionell eines der Spitzenteams der Liga, fand sich nach einer durchwachsenen Saison auf dem 10. Platz der Hauptrunde wieder – eine Enttäuschung für den zwölfmaligen Deutschen Meister, der in dieser Spielzeit den internationalen Challenge-Cup bestritt und parallel dazu in der Liga um den Anschluss kämpfte.
Statistik
| Schweriner SC | VT Aurubis Hamburg | |
|---|---|---|
| Sätze | 2 | 3 |
| Punkte gesamt | 97 | 91 |
| Angriffspunkte | 50 (35%) | 53 (34%) |
| Blockpunkte | 10 | 12 |
| Aufschlagpunkte | 12 | 10 |
| Eigenfehler | 6 | 11 |
Satzverlauf: 25:12, 25:14, 21:25, 13:25, 13:15
Schiedsrichter: Jensen Börge, Gerriets Hans-Dieter
Zuschauer: ca. 1.600 in der Palmberg Arena, Schwerin
Rivalität seit 2009
SC Schweriner W vs Hamburg W Direkter Vergleich· 15
SC Schweriner W und Hamburg W trafen 15 Mal aufeinander — SC Schweriner W gewann 14 Mal, Hamburg W 1 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 14 Siegen aus 15 Begegnungen an. Insgesamt fielen 56 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.73 pro Spiel (42 für die Heimmannschaft, 14 für die Gäste). Beide Teams trafen in 9 Spielen (60%). In 15 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. SC Schweriner W ist in den letzten 13 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2012.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
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