Erfurt Women dreht einen 0:2-Satzrückstand gegen VCO Berlin und gewinnt 3:2. Nach zwei engen Sätzen für Berlin dominieren die Gäste den Tiebreak klar mit 15:4.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungVCO Berlin vs. Schwarz-Weiß Erfurt: Erfurts famose Aufholjagd
VCO Berlin Women und Schwarz-Weiß Erfurt lieferten sich am 10. Februar 2019 in der Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz ein packendes Fünf-Satz-Duell in der 1. Bundesliga Women. Was nach zwei Sätzen wie eine Überraschung aussah, endete in einer dominanten Vorstellung der Gäste aus Thüringen: Erfurt gewann mit 3:2 (25:23, 28:26, 23:25, 23:25, 15:4) und drehte einen 0:2-Rückstand eindrucksvoll.
Die Ausgangslage
VCO Berlin – der Nachwuchsstützpunkt des Deutschen Volleyball-Verbandes – ging als klares Schlusslicht in die Partie des 23. Spieltags der Saison 2018/2019. Das junge Berliner Team stand abgeschlagen auf dem zwölften und letzten Tabellenplatz und hatte in der gesamten Saison bis dahin erst einen einzigen Sieg eingefahren. Erfurt rangierte auf Rang elf und war ebenfalls im unteren Tabellendrittel, aber dennoch klarer Favorit.
Das Hinspiel am 7. November 2018 hatte Erfurt mit 3:1 (25:22, 25:7, 23:25, 25:20) für sich entschieden. VCO Berlin hatte damals immerhin einen Satzgewinn verbuchen können – ein erstes Zeichen, dass das Team durchaus mithalten konnte.
Satz 1: VCO Berlin erkämpft sich den Auftakt
Der erste Satz war von Beginn an eng umkämpft. Beide Teams tasteten sich ab, keine Seite konnte sich entscheidend absetzen. Erfurt erreichte als erstes Team die 10-Punkte-Marke und übernahm die Führung, doch VCO Berlin kämpfte sich Punkt für Punkt zurück. Berlin gewann die entscheidenden Phasen und sicherte sich den Satz mit 25:23. Es war ein wichtiges Signal der jungen Berlinerinnen – sie waren gewillt, gegen den favorisierten Gegner zu bestehen.
Satz 2: Ein Krimi geht an Berlin
Der zweite Satz steigerte die Dramatik. Erfurt startete besser, führte nach der ersten technischen Auszeit und schien auf Kurs Ausgleich. VCO Berlin konterte jedoch, glich beim Stand von 20:20 aus und zwang Erfurt in die Verlängerung. In einem hochklassigen Tiebreak-Rallye bis über die reguläre Satzgrenze hinaus behielten die Berlinerinnen die Nerven und gewannen mit 28:26. Damit führte VCO Berlin sensationell mit 2:0 Sätzen – die Überraschung lag in der Luft.
Satz 3: Erfurt schlägt zurück
Doch Erfurt bewies Moral. Die Mannschaft von Trainer Jonas Kronseder kam mit neuem Selbstvertrauen aus der Kabine und setzte die Berlinerinnen früh unter Druck. VCO Berlin hielt zunächst mit, kämpfte um jeden Punkt. Doch beim Stand von 20:20 zeigte Erfurt seine Erfahrung und zog die entscheidenden Punkte davon. Mit 25:23 verkürzte Erfurt auf 1:2 aus Gästesicht. Die Wende war eingeleitet.
Satz 4: Erneut die Nervenstärke der Gäste
Der vierte Satz verlief fast wie eine Kopie des dritten. VCO Berlin erwischte den besseren Start, führte nach der ersten technischen Auszeit und schien auf dem Weg zum vermeintlichen Sieg. Doch erneut fand Erfurt in der Crunchtime zurück. Bei 20:20 war das Spiel wieder offen, und wieder zeigten die Gäste die größere Abgeklärtheit. 23:25 – Erfurt glich zum 2:2 aus.
Tiebreak: Erfurts Machtdemonstration
Was dann im Entscheidungssatz passierte, war eine einseitige Angelegenheit. Erfurt startete furios, gewann die ersten Punkte und zog unaufhaltsam davon. VCO Berlin fand kein Mittel mehr gegen den Aufschwung der Gäste. Mit 4:15 endete der Tiebreak – eine krachende Dominanz, die den zuvor so engen Spielverlauf Lügen strafte. Erfurt sicherte sich den fünften Satz in nur wenigen Minuten.
Schlüsselstatistiken
Erfurt punktete auf dem eigenen Aufschlag mit 55 gewonnenen Punkten, während VCO Berlin auf 42 kam. Die längste Punkteserie des Spiels legte Erfurt mit neun aufeinanderfolgenden Punkten hin – ein klares Zeichen der Dominanz in den entscheidenden Phasen, insbesondere im Tiebreak. VCO Berlin kam lediglich auf eine Serie von fünf Punkten am Stück.
Bemerkenswert: Erfurt gewann die Sätze drei und vier jeweils mit 25:23, zeigte also in den engen Phasen die größere Abgeklärtheit. Nachdem VCO Berlin die ersten beiden Sätze mit insgesamt vier Punkten Vorsprung für sich entschieden hatte (25:23 und 28:26), kippte das Momentum endgültig zugunsten der Gäste.
Bedeutung für die Saison
Für VCO Berlin war es die zwölfte Saisonniederlage – eine weitere Enttäuschung in einer schwierigen Spielzeit, in der das junge Team oft Lehrgeld zahlte. Positiv war die Steigerung: Anders als bei vielen anderen Partien (häufig glatte 0:3- oder 1:3-Niederlagen) zeigte VCO Berlin über weite Strecken eine ansprechende Leistung und führte gegen einen erfahreneren Gegner zwischenzeitlich mit 2:0 Sätzen.
Erfurt dagegen stabilisierte seine Position im unteren Tabellendrittel und sammelte wertvolle Punkte im Abstiegskampf. Der Sieg war ein wichtiger Schritt für die Mannschaft von Schwarz-Weiß Erfurt.
Fazit
Das Spiel zwischen VCO Berlin und Erfurt war eine Achterbahnfahrt der Emotionen: Zwei eng gewonnene Sätze für die Berliner Nachwuchsmannschaft, eine beherzte Aufholjagd der erfahrenen Gäste und am Ende eine Machtdemonstration Erfurts im Tiebreak. Es zeigte einmal mehr, dass Volleyball ein Spiel der Momentum-Wechsel ist – und dass mentale Stärke in den entscheidenden Phasen oft den Unterschied macht.
Rivalität seit 2018
VCO Berlin W vs Erfurt W Direkter Vergleich· 1
VCO Berlin W und Erfurt W trafen 1 Mal aufeinander — VCO Berlin W gewann 0 Mal, Erfurt W 1 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2018 zurück. Erfurt W führt den Direktvergleich mit 1 Sieg aus 1 Begegnung an. Insgesamt fielen 4 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.00 pro Spiel (1 für die Heimmannschaft, 3 für die Gäste). Beide Teams trafen in 1 Spiel (100%). In 1 Begegnung (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 3–1 im Jahr 2018.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026