Rote Raben Vilsbiburg vs SC Potsdam 2:3 (25:21, 32:30, 19:25, 22:25, 15:17) – Potsdam zieht erstmals ins Halbfinale der Volleyball-Bundesliga ein.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungHistorischer Erfolg für Potsdam: Erster Halbfinaleinzug der Vereinsgeschichte
Was für ein Volleyball-Drama in der Vilsbiburger Ballsporthalle! Vor 1.020 Zuschauern lieferten sich die Rote Raben Vilsbiburg und der SC Potsdam am 4. April 2019 ein packendes Playoff-Viertelfinale, das erst im Tiebreak entschieden wurde. Am Ende setzte sich der SC Potsdam mit 3:2 (25:21, 32:30, 19:25, 22:25, 15:17) durch und zog damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in das Halbfinale der 1. Bundesliga Frauen ein.
Mit dem Sieg entschied Potsdam die Best-of-three-Serie mit 2:0 für sich – nach dem 3:1-Heimerfolg im ersten Spiel am 30. März (25:17, 25:22, 20:25, 26:24) war dies der entscheidende zweite Streich. Für die Roten Raben bedeutete die Niederlage dagegen das Aus in den Playoffs.
Satz 1: Vilsbiburg startet furios
Die Hausherrinnen erwischten einen Traumstart und zeigten von Beginn an, dass sie den Ausgleich in der Serie erzwingen wollten. Mit druckvollen Aufschlägen und einer stabilen Annahme brachten sie die Potsdamer Annahme-Reihe früh in Bedrängnis. Nach einem engen Beginn setzten sich die Roten Raben Mitte des Satzes ab und sicherten sich den ersten Durchgang souverän mit 25:21.
Satz 2: Nervenschlacht bis zur 30
Der zweite Satz entwickelte sich zur wahren Nervenprobe. Beide Teams schenkten sich nichts, die Führung wechselte mehrfach. Die Roten Raben kämpften verbissen, wehrten mehrere Satzbälle der Gäste ab und hatten selbst mehrfach die Chance, den Satz zu beenden. Am Ende behielten die Niederbayerinnen nach einer atemberaubenden Schlussphase mit 32:30 die Oberhand – zur großen Freude des heimischen Publikums.
Mit einer 2:0-Satzführung im Rücken schien die Vorentscheidung zugunsten der Mannschaft von Cheftrainer Timo Lippuner gefallen zu sein. Doch der SC Potsdam hatte anderes vor.
Satz 3: Potsdam schlägt zurück
Nach dem verlustreichen zweiten Durchgang kamen die Gäste aus der Landeshauptstadt wie verwandelt aus der Kabine. Die Potsdamerinnen steigerten ihre Aufschlagqualität und setzten die Annahme der Raben massiv unter Druck. Vilsbiburg fand kaum noch Mittel gegen den nun deutlich aggressiver agierenden Gegner. SC Potsdam dominierte den dritten Satz und gewann ihn verdient mit 25:19.
Satz 4: Der Kampf ums Entscheidungsmatch
Im vierten Satz entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams wussten um die immense Bedeutung jedes einzelnen Ballwechsels. Die Roten Raben versuchten mit aller Macht, den dritten Matchball zu verhindern, leisteten sich aber immer wieder kleine Unkonzentriertheiten in der Annahme. Der SC Potsdam blieb konsequent und erzwang mit einem 25:22 den Tiebreak.
Tiebreak: Herzschlagfinale mit bitterem Ende
Der fünfte Satz war ein echter Krimi. Vilsbiburg startete stark und erspielte sich eine 14:12-Führung – nur noch ein Punkt fehlte zum Heimsieg und zum erhofften Entscheidungsspiel am 6. April in Potsdam. Doch die Gäste bewiesen eine außergewöhnliche Moral: Sie wehrten beide Matchbälle ab und drehten die Partie. Mit 17:15 sicherte sich der SC Potsdam den Tiebreak und damit das Halbfinalticket.
Hintergrund: Grippewelle und Nervenstärke
Dass die Roten Raben überhaupt so lange auf Augenhöhe mit Potsdam kämpfen konnten, war beachtlich: Ein Großteil der Mannschaft hatte in den Tagen vor der Partie mit einer Grippewelle zu kämpfen gehabt, was die ohnehin kräftezehrende Aufgabe zusätzlich erschwerte.
Das Viertelfinal-Aus war besonders bitter, da Vilsbiburg schon mit 2:0 Sätzen und 14:12 im Tiebreak führte – und dennoch nicht gewann. Die Moral der Potsdamerinnen, die sich auch durch den verlorenen zweiten Satz nicht brechen ließen, war der Schlüssel zum Erfolg.
Historischer Meilenstein für den SC Potsdam
Für den SC Potsdam war der Einzug ins Halbfinale ein historischer Moment. Erstmals in der Vereinsgeschichte erreichten die Brandenburgerinnen die Runde der besten vier Teams der 1. Bundesliga Frauen. Dort traf die Mannschaft in der Folge auf den Hauptrundensieger Allianz MTV Stuttgart.
Saisonkontext
Die 1. Bundesliga Frauen Saison 2018/19 war geprägt von starken Mannschaften an der Spitze. Der SSC Palmberg Schwerin ging als Titelverteidiger ins Rennen, während Allianz MTV Stuttgart die Hauptrunde dominierte. Die Roten Raben Vilsbiburg, die sich in der Hauptrunde als solides Mittelfeldteam etabliert hatten, scheiterten letztlich im Viertelfinale an den aufstrebenden Potsdamerinnen.
Für Vilsbiburg bedeutete dies das vorzeitige Saisonende – ein enttäuschender Abschluss für eine Mannschaft, die in der Vergangenheit bereits deutsche Meistertitel (2008, 2010) und DVV-Pokalsiege (2009) gefeiert hatte.
Rivalität seit 2009
Vilsbiburg W vs Potsdam W Direkter Vergleich· 37
Vilsbiburg W und Potsdam W trafen 37 Mal aufeinander — Vilsbiburg W gewann 15 Mal, Potsdam W 22 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Potsdam W führt den Direktvergleich mit 22 Siegen aus 37 Begegnungen an. Insgesamt fielen 141 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.81 pro Spiel (69 für die Heimmannschaft, 72 für die Gäste). Beide Teams trafen in 20 Spielen (54%). In 37 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Potsdam W ist in den letzten 12 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2024.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026