USC Münster besiegt VC Wiesbaden im Saisonauftakt 3:2 (25:20, 17:25, 27:25, 18:25, 15:13) – Adeja Lambert überzeugt bei ihrem Debüt mit 23 Punkten, Kapitänin Wezorke entscheidet den Tiebreak per Block.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungUSC Münster vs. VC Wiesbaden 3:2 (25:20, 17:25, 27:25, 18:25, 15:13)
Der USC Münster hat sein Auftaktspiel in der Saison 2020/21 der 1. Volleyball Bundesliga Frauen gegen den VC Wiesbaden nach einem packenden Tiebreak-Krimi mit 3:2 (25:20, 17:25, 27:25, 18:25, 15:13) für sich entschieden. Vor 270 Zuschauern in der Sporthalle Berg Fidel lieferten sich beide Teams einen über zwei Stunden dauernden Schlagabtausch, der typischer nicht hätte sein können für ein Eröffnungsspiel.
Satz 1: Münster startet nervös, findet aber zurück
Wiesbaden erwischte den deutlich besseren Start und zog durch einen direkten Aufschlagpunkt von Diagonalangreiferin Marijeta Runjic schnell auf 4:0 davon. Die erste technische Auszeit beim 8:5 für die Gäste spiegelte die anfängliche Nervosität der Münsteranerinnen wider. „Am Anfang war es sicher die Nervosität“, gab USC-Kapitänin Barbara Wezorke später zu. Doch dann kam die Wende: Mit Sarah van Aalen am Aufschlag gelang der Ausgleich zum 9:9, ehe die niederländische Zuspielerin mit einem direkten Aufschlagpunkt die erste USC-Führung des Tages besorgte (10:9). Zwei sehenswerte Punkte von Nele Barber brachten den USC auf 20:16 vorentscheidend in Führung. Adeja Lambert setzte mit einem Abschluss den Schlusspunkt zum 25:20 – ihr erster von am Ende 23 Punkten an diesem Nachmittag.
Satz 2: Wiesbaden dominiert nach Belieben
Auch im zweiten Durchgang startete der VCW stark. Eine 5:1-Führung baute Wiesbaden kontinuierlich aus. Trainer Teun Buijs reagierte früh und wechselte Helô Lacerda und Taylor Nelson für Liza Kastrup und Sarah van Aalen ein. Doch der Rhythmus war weg. Mit 48 Prozent Angriffseffizienz und einer geringen Fehlerquote ließ der VCW den Gastgeberinnen keine Chance und holte sich den Satz souverän mit 25:17.
Satz 3: Die Vorentscheidung im engen Schlagabtausch
Der dritte Satz begann für den USC erneut mit einem Fehlstart. 0:4 – Trainer Buijs zog früh die taktische Auszeit. Bei 3:8 zur ersten technischen Auszeit schien die Vorentscheidung bereits gefallen. Doch Münster kämpfte sich zurück. Mit viel Herz und einer Prise Glück gelang der Ausgleich zum 9:9 und wenig später die erste Führung (13:12). Ein Block von Barbara Wezorke rettete die knappe Führung in die zweite technische Auszeit (16:15). Die Führung wechselte fortan hin und her. Der USC erspielte sich den ersten Satzball, konnte ihn jedoch nicht verwandeln (24:24). Die Gäste wehrten auch den zweiten Satzball ab (25:25). Doch die dritte Chance nutzte Adeja Lambert eiskalt zum 27:25 – ein Satzgewinn mit enormer psychologischer Wirkung.
Satz 4: Wiesbaden erzwingt den Tiebreak
Der VCW ließ sich vom verlorenen dritten Satz nicht beeindrucken. Mit 48 Prozent Angriffseffizienz und drei Blockpunkten dominierten die Hessinnen den vierten Durchgang von Beginn an. Nach einer 16:8-Führung zur zweiten technischen Auszeit war die Vorentscheidung gefallen. Münster fand keine Mittel mehr gegen die gut organisierte Wiesbadener Abwehr und musste den Satz mit 18:25 abgeben. Der Tiebreak musste die Entscheidung bringen.
Tiebreak: Wezorke macht den Unterschied
Im entscheidenden fünften Satz zeigten beide Teams noch einmal ihr ganzes Können. Der VCW setzte auf schnelles Spiel durch die Mitte, Münster vertraute auf seine starken Außenangreiferinnen. Die Führung wechselte mehrfach. Ein Block von Liza Kastrup brachte die 8:7-Führung für Münster beim Seitenwechsel. Die Schlussphase bot zahlreiche lange und umkämpfte Ballwechsel. Beim Stand von 13:12 für den USC schlug Wiesbaden zurück – 13:13. Dann der Matchball für Münster. Kapitänin Barbara Wezorke war es vorbehalten, mit einem entscheidenden Block gegen Marijeta Runjic das Match zum 15:13 zu beenden und den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen.
Spielerinnen des Spiels
Adeja Lambert feierte ein beeindruckendes Bundesliga-Debüt. Die US-Amerikanerin erzielte nicht nur 23 Punkte als Top-Scorerin, sondern musste auch 43-mal in der Annahme ran. „Sie hat unheimlich viel Druck vom Gegner bekommen und hat es toll gemacht. Es war ihr erstes Bundesligaspiel und dann gleich Top-Scorerin mit 23 Punkten – Respekt“, lobte Trainer Teun Buijs seine Neuzugang.
Auf Seiten des VC Wiesbaden wurde Neuzugang Ashley Evans zur wertvollsten Spielerin gewählt. Die Zuspielerin zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht vollends glücklich: „Es hat viel Spaß gemacht, mit dem Team auf dem Feld zu stehen. Die MVP-Auszeichnung ist natürlich eine große Ehre. Mit dem Resultat bin ich aber noch nicht ganz zufrieden. Wir wollten das Match gewinnen – die knappe Niederlage ist deshalb schade. Den Tabellenpunkt nehmen wir trotzdem gerne mit nach Hause.“
Stimmen zum Spiel
USC-Trainer Teun Buijs zeigte sich stolz auf seine Mannschaft: „Es war gut zu sehen, wie wir uns aus schwierigen Situationen immer wieder befreien konnten. Natürlich haben wir auch Fehler gemacht, aber am Ende bin ich froh, dass wir eine so geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt haben und den Kampf gegen sehr abwehrstarke Wiesbadenerinnen letztlich gewinnen konnten.“
Kapitänin Barbara Wezorke sah das Spiel kritischer: „Das Negative ist, dass wir nicht gut gespielt haben und es Wiesbaden oft zu einfach gemacht haben. Es gab zu viele Abspielfehler. Das Positive aber war, dass wir den Sack zugemacht haben und als Team in den engen Situationen funktioniert haben.“
VCW-Cheftrainer Christian Sossenheimer resümierte: „Das Team hat den Matchplan im Großen und Ganzen umgesetzt. Die Statistik zeigt ordentliche Werte auf unserer Seite. Die Annahme stand besonders sicher und das hat einen schnellen Spielaufbau ermöglicht. Trotzdem wollten wir hier gewinnen, was knapp nicht gelungen ist. Besonders ärgerlich war jedoch der dritte Satz, in dem wir bereits mit 8:3 geführt haben, aber den Vorsprung nicht ins Ziel bringen konnten. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Leistung heute einen guten Grundstein für den weiteren Saisonverlauf legen konnten.“
Fazit
Der USC Münster startet mit zwei Punkten in die Saison und kann auf eine kämpferisch starke Leistung aufbauen. Die Mannschaft von Teun Buijs zeigte Moral, kam immer wieder zurück und bewies in den entscheidenden Momenten die richtige Einstellung. Der VC Wiesbaden hingegen nahm immerhin einen Auswärtspunkt mit und konnte zeigen, dass in dieser Saison mit ihnen zu rechnen sein wird.
Rivalität seit 2010
Munster W vs VC Wiesbaden W Direkter Vergleich· 37
Munster W und VC Wiesbaden W trafen 37 Mal aufeinander — Munster W gewann 15 Mal, VC Wiesbaden W 22 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. VC Wiesbaden W führt den Direktvergleich mit 22 Siegen aus 37 Begegnungen an. Insgesamt fielen 155 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.19 pro Spiel (71 für die Heimmannschaft, 84 für die Gäste). Beide Teams trafen in 28 Spielen (76%). In 37 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2023.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026