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1 Bundesliga WomenSaison 2020

Stuttgart W vs Vilsbiburg W

4. Oktober 2020 um 17:15
30
Auswärts

Vilsbiburg W

AI

Allianz MTV Stuttgart startet mit einem souveränen 3:0 (25:16, 25:12, 25:18) gegen die Rote Raben Vilsbiburg in die Bundesliga-Saison 2020/21. Krystal Rivers führt das neue Angriffskollektiv zum Auftaktsieg.

Spielanalyse

KI-Zusammenfassung

Allianz MTV Stuttgart startet mit souveränem 3:0 gegen Rote Raben Vilsbiburg in die Saison 2020/21

Allianz MTV Stuttgart ist mit einem überzeugenden 3:0-Heimsieg gegen die Roten Raben Vilsbiburg in die Volleyball-Bundesliga-Saison 2020/2021 gestartet. Vor 500 coronabedingt zugelassenen Zuschauern in der Stuttgarter SCHARRena setzte sich das Team von Trainer Giannis Athanasopoulos am Sonntagabend mit 25:16, 25:12 und 25:18 durch und feierte damit einen ungefährdeten Auftakterfolg.

Das „Angriffskollektiv“ zeigt seine Durchschlagskraft

Schon vor dem ersten Aufschlag war die Marschroute in Stuttgart klar: Mit starkem Aufschlagdruck wollte man die gefährliche Offensive der Niederbayerinnen um die Topscorerinnen Nikki Taylor, Danielle Brisebois und Jodie Guilliams bereits im Ansatz ersticken. Neuzugang Athina Papafotiou setzte mit einer Aufschlagserie zum 3:0 gleich ein erstes Ausrufezeichen. Doch Vilsbiburg kämpfte sich zurück, adaptierte das Stuttgarter System und setzte seinerseits die Annahme der Gastgeberinnen unter Druck. Mitte des ersten Satzes lagen die Roten Raben sogar mit 14:12 in Führung – auch weil Michaela Mlejnková, der zweite Neuzugang bei Stuttgart, hier und da noch Anpassungsschwierigkeiten zeigte.

Doch dann übernahmen die Stuttgarter Führungsspielerinnen die Verantwortung. Mlejnková antwortete mit drei Punkten in Folge, darunter ein sehenswerter Longline-Schlag nach erstem Tempo. Auch Maria Segura setzte sich mit ihren druckvollen Außenangriffen immer besser durch. Zwei Aufschlagserien von Krystal Rivers und Michaela Mlejnková brachten Vilsbiburg endgültig in Bedrängnis. Beim 22:15 brachte Vilsbiburgs neuer Trainer Florian Völker Lena Möllers im Zuspiel, und Athanasopoulos schickte nach einem „Seuchenjahr“ mit schwerer Verletzung die umjubelte Pia Kästner aufs Feld. Mit einem technischen Zuspielfehler der ansonsten starken Corina Glaab endete der erste Satz schließlich mit 25:16 für Stuttgart.

Zweiter Satz: Stuttgarter Dominanz nach Maß

Der zweite Durchgang begann wie der erste mit einer 3:0-Führung für Stuttgart – wenig später stand es sogar 5:0. Spätestens ab dem 10:5 zeigte sich bei Stuttgarts Sportdirektorin Kim Renkema ein entspanntes Lächeln. Das Team spielte sicher, präzise und druckvoll, ohne sich mit „Klein-Klein“ zu verzetteln. Mit 16:8 ging es in die zweite technische Auszeit – Vilsbiburg war zu diesem Zeitpunkt völlig chancenlos. Neuzugang Mira Todorova punktete als Mittelblockerin immer wieder mit schnellen Aufsteigern durch die Mitte und dem gefährlichen Einbeiner über die rechte Seite.

Athanasopoulos nutzte den klaren Vorsprung, um Kästner sowie Lena Große-Scharmann und Hester Jasper weitere Spielpraxis zu geben. Dora Grozer punktete innerhalb von drei Minuten gleich vierfach. Mit einem Aufschlagfehler der Raben endete der zweite Satz mit 25:12 – eine eindrucksvolle Vorstellung der Hausherrinnen.

Dritter Satz: Stuttgart lässt nichts mehr anbrennen

Auch im dritten Satz legte Stuttgart sofort vor: 3:0, wenig später 6:1. Bei Vilsbiburg wurde die entnervte Nikki Taylor ausgewechselt, für sie kam die junge Luisa Keller (ehemals USC Münster). Keller zeigte sofort ihre Klasse: Ein erfolgreicher Schnellangriff über links, ein Einer-Block gegen Mlejnková und ein cleverer Lob über Jenna Rosenthal sorgten für neue Hoffnung bei den Gästen (8:4).

Doch Stuttgart ließ sich nicht beirren. Pia Kästner zeigte ihr ganzes Selbstbewusstsein, indem sie nach einem abgewehrten Angriff gleich im selben Spielzug einen zweiten folgen ließ – und punktete. Die 19-jährige Niederländerin Hester Jasper versenkte zwei Hinterfeldangriffe krachend im Vilsbiburger Feld und sorgte für Staunen beim Publikum.

Der sehenswerteste Ballwechsel des Spiels folgte beim 20:10: Weltklasse-Defensivleistungen auf beiden Seiten, bis Jodie Guilliams im vierten Angriffsversuch der Raben die Kraft für den Lob übers Netz fehlte und der Ball im Netz hängen blieb.

Die Roten Raben kamen durch die unermüdliche Luisa Keller noch einmal etwas heran, weil Stuttgart in den letzten Minuten etwas die Konzentration verlor. Doch Dora Grozer beendete die Partie mit einem Außenangriff über links zum 25:18.

Krystal Rivers und Corina Glaab als MVP ausgezeichnet

Nach der Partie wurden Krystal Rivers (Stuttgart) und Corina Glaab (Vilsbiburg) mit der MVP-Medaillen geehrt. Rivers, die nach anfänglichen Startschwierigkeiten im ersten Satz ihre Klasse zeigte und mit wichtigen Aufschlagserien das Spiel drehte, war einmal mehr die herausragende Angreiferin auf Seiten der Gastgeberinnen.

Pia Kästner zeigte sich nach ihrer überstandenen Verletzung überglücklich: „Wir konnten den Aufschlagdruck nach der Mitte des ersten Satzes konstant hochhalten und so Vilsbiburg vor allem mit Defensivarbeit beschäftigen. Am meisten freut mich, dass ich nach meinem Seuchenjahr vom Trainer gleich wieder ein halbes Match Einsatzzeit bekommen habe! So kann‘s weitergehen.“

Positive Premiere für das neue Stuttgarter System

Besonders erfreulich aus Stuttgarter Sicht: Das Ziel von Management und sportlicher Leitung, mit der Neuausrichtung des Teams Krystal Rivers als Punktesammlerin zu entlasten und das Angriffsspiel variabler und schwerer ausrechenbar zu machen, ging bereits im ersten Saisonspiel auf. Das „Angriffskollektiv“ um Mlejnková, Segura, Grozer und Jasper verteilte die Last auf mehrere Schultern und machte Stuttgart unberechenbarer.

Ob die Annahme und Defensive auch auf noch höherem Niveau über längere Zeit Sicherheit und Stabilität ausstrahlen können, wird sich im Laufe der Saison zeigen müssen – der erste Auftritt in der SCHARRena war jedoch ein vielversprechender Einstand.

Ausblick

Für Stuttgart war dies der erste Schritt in einer Saison, in der das Team erneut um die deutsche Meisterschaft mitspielen sollte. Vilsbiburg hingegen zeigte trotz der klaren Niederlage phasenweise ansprechende Ansätze, insbesondere durch Neuzugang Danielle Brisebois und die eingewechselte Luisa Keller. Die Roten Raben müssen in den kommenden Wochen an ihrer Konstanz arbeiten, um in der Spitzengruppe der Liga mitmischen zu können.

Aufstellungen:

Stuttgart W: Papafotiou – Mlejnková – Todorova – Lohuis – Rivers – Segura – Libera: Koskelo (eingewechselt: Kästner, Rosenthal, Jasper, Grozer, Große-Scharmann)

Vilsbiburg W: Glaab – Guilliams – Haneline – White – Taylor – Brisebois – Libera: Dammer (eingewechselt: Möllers, Keller)

Satzverlauf: 25:16 | 25:12 | 25:18 Spieldauer: k. A. Zuschauer: 500 (coronabedingte Begrenzung)

Rivalität seit 2009

Stuttgart W vs Vilsbiburg W Direkter Vergleich· 38

Stuttgart W und Vilsbiburg W trafen 38 Mal aufeinander — Stuttgart W gewann 27 Mal, Vilsbiburg W 11 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Stuttgart W führt den Direktvergleich mit 27 Siegen aus 38 Begegnungen an. Insgesamt fielen 132 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.47 pro Spiel (88 für die Heimmannschaft, 44 für die Gäste). Beide Teams trafen in 15 Spielen (39%). In 38 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Stuttgart W ist in den letzten 23 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2020.

Unentschieden
0
·
Vilsbiburg W
11
Siege
Tore gesamt
132 · 3.5/Spiel
Beide getroffen
15/38 · 39%
Über 2,5
38/38 · 100%

Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.

API-Daten: 11. Juni 2026