NawaRo Straubing feiert einen sensationellen 3:0-Auswärtssieg beim Tabellenzweiten SC Potsdam in der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungNawaRo Straubing sorgt für dicke Überraschung in Potsdam
Was für ein Nachmittag in der MBS-Arena: NawaRo Straubing hat am 5. Dezember 2020 den Tabellenzweiten SC Potsdam mit einer imposanten Vorstellung glatt mit 3:0 (25:23, 25:23, 25:19) besiegt und damit für das vielleicht größte Ausrufezeichen der Saison gesorgt. Dabei gingen die Gastgeberinnen aus Potsdam als klarer Favorit in die Partie – und hatten am Ende gegen einen bärenstarken Außenseiter aus Niederbayern das Nachsehen.
Ein enger erster Satz mit dem besseren Ende für Straubing
Der erste Durchgang war von Beginn an hart umkämpft. NawaRo zeigte keine Scheu vor dem spielstarken Gegner und hielt auf Augenhöhe mit (7:7). Nach der ersten technischen Auszeit schien Potsdam sich entscheidend absetzen zu können (10:14), doch die Mannschaft von Trainer Benedikt Frank bewies enormen Kampfgeist. Libera Sophie Dreblow brillierte mit spektakulären Abwehraktionen und hielt ihre Mannschaft im Spiel. Punkt um Punkt kämpfte sich NawaRo zurück – beim 19:19 war die Partie wieder völlig offen. In einer packenden Schlussphase wehrte sich Potsdam nach Kräften, doch zwei entscheidende Blocks bescherten NawaRo den Satzgewinn mit 25:23.
NawaRo zeigt Nehmerqualitäten – auch der zweite Satz geht an Straubing
Der zweite Satz verlief nach einem ähnlichen Muster: Potsdam legte vor (9:13), NawaRo blieb dran. Die Außenangreiferin Anne Hölzig, die einst selbst das Potsdamer Trikot trug, erwies sich als nicht zu entschlüsselnde Größe. Ihre harten diagonal geschlagenen Angriffe ließen die Potsdamer Abwehr immer wieder ratlos zurück. Satz für Satz kämpfte sich NawaRo heran – und glich kurz vor dem Satzende zum 23:23 aus. Diesmal war es Iris Scholten, die nach einer von Potsdam genommenen Auszeit den Satzball für ihr Team erspielte. Ein Angriff von Potsdams Kelsey Veltman landete im Aus – und NawaRo jubelte auch über den zweiten Durchgang mit 25:23.
Im dritten Satz ist der Widerstand gebrochen
Der erneute Satzverlust nagte am Selbstvertrauen des Tabellenzweiten. NawaRo startete furios in den dritten Satz und legte schnell mit 5:2 vor. Zwar kämpfte sich Potsdam zurück und glich zum 9:9 aus, doch die Straubingerinnen ließen sich nicht beirren. Das junge Team fand auch in schwierigen Situationen kreative Lösungen und verteidigte leidenschaftlich. Beim Stand von 18:17 hatte NawaRo nach mehreren engen Entscheidungen gegen sich das nötige Quäntchen Glück, als ein Rückraumangriff von Potsdams Brittany Abercrombie knapp im Aus gegeben wurde. NawaRo nutzte das Momentum und zog auf 22:18 davon. Ein feiner Lob von Iris Scholten und ein zweiter Ball, den Zuspielerin Magda Gryka direkt ins gegnerische Feld setzte, bescherten NawaRo den Matchball. Anne Hölzig verwandelte ihn mit einem ihrer unnachahmlichen diagonalen Angriffe – Endstand 25:19.
„Unfassbar cleveres Spiel“ – Trainer Benedikt Frank voll des Lobes
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich NawaRo-Trainer Benedikt Frank mehr als zufrieden: „Wir haben es geschafft, geduldig und ruhig zu bleiben in stressigen Situationen. Wir haben ein unfassbar cleveres Spiel gemacht!“ Frank attestierte seinem gesamten Team eine herausragende Leistung: „Wir haben es geschafft, uns die Punkte zu erkämpfen und zu erarbeiten. Es war nicht so, wie bei Potsdam, die die Bälle ins Feld knallen. Unser Ziel war es, gut abzuwehren und gut aufzuschlagen, um uns den Gegner so zurechtzulegen, dass wir unsere Stärken ausspielen können. Das haben wir geschafft.“
Ein Sonderlob verdiente sich die 19-jährige Neuzugang Noemi Oiwoh, die mit acht Punkten (davon fünf Blocks) eine starke Partie ablieferte. „Sie hat das heute toll gemacht. Sie hat sich bereits gut integriert und fühlt sich wohl bei uns“, lobte Frank.
Schlüsselspielerinnen und Tabellensprung
Als wertvollste Spielerin (MVP) wurde Libera Sophie Dreblow ausgezeichnet, die an ihrer alten Wirkungsstätte in Potsdam eine herausragende Partie ablieferte und mit spektakulären Abwehraktionen sowie einer stabilen Annahme maßgeblich zum Erfolg beitrug. Anne Hölzig war mit 19 Punkten die erfolgreichste Scorerin bei NawaRo, Iris Scholten steuerte 17 Zähler bei.
Mit diesem überraschenden Erfolg katapultierte sich NawaRo in der Tabelle um zwei Plätze nach vorn auf Rang sieben. Für den SC Potsdam war es ein herber Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze – der Underdog aus Straubing hatte an diesem Nachmittag eindrucksvoll bewiesen, dass in der verrückten Volleyball-Bundesliga tatsächlich jeder jeden schlagen kann.
Direkter Vergleich: Potsdam bleibt dominant – aber dieser Sieg zählt
Obwohl der SC Potsdam den direkten Vergleich mit nun neun Siegen aus elf Begegnungen weiterhin klar dominiert, war dieser 3:0-Erfolg für NawaRo Straubing ein historischer Moment. Bis dahin hatte Straubing in zehn Aufeinandertreffen lediglich einen Sieg verbuchen können. Umso bemerkenswerter war die Art und Weise, wie sich die Mannschaft an diesem Dezembernachmittag in der MBS-Arena präsentierte – taktisch diszipliniert, kämpferisch überragend und vor allem in den entscheidenden Momenten eiskalt.
Rivalität seit 2016
Potsdam W vs NawaRo Straubing W Direkter Vergleich· 10
Potsdam W und NawaRo Straubing W trafen 10 Mal aufeinander — Potsdam W gewann 9 Mal, NawaRo Straubing W 1 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2016 zurück. Potsdam W führt den Direktvergleich mit 9 Siegen aus 10 Begegnungen an. Insgesamt fielen 34 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.40 pro Spiel (28 für die Heimmannschaft, 6 für die Gäste). Beide Teams trafen in 4 Spielen (40%). In 10 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Potsdam W ist in den letzten 8 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 1–3 im Jahr 2018.
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