Allianz MTV Stuttgart besiegte NawaRo Straubing im Playoff-Viertelfinale souverän mit 3:0 (25:12, 25:15, 25:16) und zog damit ins Halbfinale der deutschen Volleyball-Meisterschaft ein.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungAusgangslage: Stuttgarter Dominanz im Direktvergleich
Nach dem klaren 3:0-Auswärtssieg drei Tage zuvor in Straubing (25:19, 25:22, 25:17) reiste NawaRo mit dem Rücken zur Wand nach Stuttgart. Von 17 Pflichtspielbegegnungen seit 2015 hatte Stuttgart 16 für sich entschieden, Straubing lediglich eine. Die SCHARRena war für das Team von Trainer Lukasz Przybylak selten ein Ort der Freude.
Trainer Tore Aleksandersen warnte dennoch vor Überschwang. Straubing hatte in der Hauptrunde mit Rang 7 überrascht und sich erstmals in der Vereinsgeschichte für die Playoffs qualifiziert. Mit Iris Scholten, der viertbesten Scorerin der Liga, besaßen die Gäste eine individuelle Waffe.
Satz 1: Machtdemonstration von Beginn an 25:12
Stuttgart startete mit voller Konzentration. Die Annahme stand sicher, das Zuspiel von Pia Kästner war präzise, und im Block sorgten Jenna Rosenthal und Eline Timmerman für frühe Probleme im Straubinger Angriff.
Libera Roosa Koskelo zeigte eine glanzvolle Defensivleistung. Mit spektakulären Rettungstaten und exzellentem Stellungsspiel gab es für die gegnerischen Angreiferinnen kaum ein Durchkommen.
Der Wendepunkt kam früh: Maria Segura servierte eine Aufschlagserie von neun Punkten in Folge, die die Straubinger Annahme um Kapitänin Magdalena Gryka völlig aus dem Takt brachte (16:6). Krystal Rivers, am Ende mit 18 Punkten Topscorerin der Partie, legte mit drei weiteren Aufschlagpunkten nach. Den Satzball zum 25:12 verwandelte Segura mit einem cleveren Lob über den Straubinger Block. Ihre Angriffseffizienz lag bei herausragenden 75 Prozent.
Satz 2: Kurzes Aufbäumen, dann erneute Überlegenheit 25:15
NawaRo Straubing zeigte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs leicht erholt und ging kurz mit 4:5 in Führung. Bis zum Stand von 11:9 für Stuttgart hielten die Gäste mit. Dann schlug die Stunde von Michaela Mlejnková: Die tschechische Außenangreiferin servierte fünf Punkte am Stück, darunter einen spektakulären Ballwechsel mit grandiosen Rettungstaten auf beiden Seiten, den Segura im fünften Angriffsversuch abschloss.
Der Satzball war kurios: Mlejnková verwandelte einen Außenangriff im ersten Tempo, obwohl die Stuttgarter Annahme verunglückt im Netz gelandet war. Pia Kästner rettete mit einem gedankenschnellen Bagger-Zuspiel. Stuttgart nutzte zudem häufig den Hinterfeldangriff (Pipe), da Straubing hiergegen meist nur einen Einerblock stellte. 25:15.
Satz 3: Rotierter Kader bringt den Deckel drauf 25:16
Mit dem Einzug ins Halbfinale praktisch in der Tasche brachte Aleksandersen mit Hannah Kohn, Michelle Petter, Alexis Hart, Barbara Wezorke und Maria Segura fünf frische Spielerinnen. Der dritte Durchgang began erneut klar für Stuttgart. Die druckvollen Aufschläge waren für die Straubinger Annahme zu stark.
Nach kleineren Eigenfehlern auf Stuttgarter Seite gelang Straubing eine Verkürzung auf 17:15, doch Alexis Hart beendete mit druckvollen Angriffen alle Zweifel zum 25:16-Endstand.
Stars des Abends
Die MVP-Medaille erhielt ausgerechnet die Defensivspezialistin Roosa Koskelo — eine Seltenheit in einem Spiel mit solcher Angriffspower. Die finnische Libera hatte mit ihren Glanzparaden den Grundstein für die souveräne Vorstellung gelegt.
Maria Segura war mit ihrer Aufschlagserie von neun Punkten im ersten Satz die entscheidende Spielerin. Zusammen mit Krystal Rivers (18 Punkte) bildete sie ein Angriffsduo, an dem sich die Straubinger Abwehr die Zähne ausbiss.
Auch die hochgelobte niederländische Diagonalangreiferin Iris Scholten — viertbeste Scorerin der Liga — konnte ihr Potenzial zu keiner Zeit entfalten und endete bei lediglich neun Punkten.
Playoff-Implikationen
Mit dem 2:0-Sieg in der Best-of-3-Serie zog Stuttgart souverän ins Halbfinale ein. Dort wartete der Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin, der sich in einer engen Serie gegen den VfB Suhl durchgesetzt hatte. Die Art und Weise des Weiterkommens dürfte Aleksandersen zuversichtlich gestimmt haben: Nach einer wechselhaften Hauptrunde zeigte die Mannschaft in beiden Viertelfinalpartien konzentrierten, fehlerarmen Volleyball.
Für NawaRo Straubing endete die erste Playoff-Teilnahme der Vereinsgeschichte nach zwei klaren Niederlagen. Als Siebter der Hauptrunde hatten sie sich überraschend für die Meisterrunde qualifiziert und wichtige Erfahrungen gesammelt.
Fazit
Das Spiel war eine Demonstration der Klasse von Allianz MTV Stuttgart. Mit einer nahezu fehlerfreien Leistung, starkem Aufschlagdruck und einer überragenden Defensive ließ Stuttgart dem Playoff-Neuling keine Chance. Die Fragezeichen der Hauptrunde waren vertrieben — das Halbfinale gegen Schwerin versprach Spannung auf höchstem Niveau.
Rivalität seit 2015
Stuttgart W vs NawaRo Straubing W Direkter Vergleich· 13
Stuttgart W und NawaRo Straubing W trafen 13 Mal aufeinander — Stuttgart W gewann 12 Mal, NawaRo Straubing W 1 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2015 zurück. Stuttgart W führt den Direktvergleich mit 12 Siegen aus 13 Begegnungen an. Insgesamt fielen 41 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.15 pro Spiel (36 für die Heimmannschaft, 5 für die Gäste). Beide Teams trafen in 2 Spielen (15%). In 13 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Stuttgart W ist in den letzten 6 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 1–3 im Jahr 2021.
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API-Daten: 11. Juni 2026