SC Potsdam bezwingt SSC Palmberg Schwerin zum Saisonauftakt der 1. Volleyball Bundesliga Frauen mit 3:2 nach fünf Sätzen (20:25, 23:25, 19:25, 25:19, 15:11).
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungSaisonauftakt in der PALMBERG ARENA: Potsdam schlägt Schwerin zum Auftakt
Mit einem echten Kracher startete die 1. Volleyball Bundesliga der Frauen in ihre 46. Saison. Der SSC Palmberg Schwerin empfing den SC Potsdam in der heimischen PALMBERG ARENA — und es war die Neuauflage des DVV-Pokalfinales vom Februar, das Schwerin seinerzeit klar für sich entschieden hatte. Diesmal jedoch behielt der SC Potsdam nach einer packenden Fünf-Satz-Partie mit 3:2 (25:20, 23:25, 19:25, 25:19, 15:11) die Oberhand und sorgte für eine kleine Überraschung zum Auftakt.
Die Partie, die live im Free-TV auf SPORT1 übertragen wurde, war von Beginn an hochintensiv. Vor rund 1.000 Zuschauern in der PALMBERG ARENA lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch.
Satz 1: Potsdam startet druckvoll
Der SC Potsdam erwischte den besseren Start und dominierte den ersten Durchgang mit starkem Aufschlag- und Blockspiel. Die Schwerinerinnen taten sich schwer in der Annahme, während Potsdam konstant Druck ausübte. Mit 25:20 sicherten sich die Gäste aus Brandenburg den ersten Satz — eine frühe Ansage an den Gastgeber.
Satz 2 & 3: Schwerin schlägt zurück
Der SSC Palmberg Schwerin fand nach dem verlorenen Startsatz besser ins Spiel. Angeführt von der estnischen Diagonalangreiferin Kertu Laak und der niederländischen Zuspielerin Femke Stoltenborg steigerten sich die Schwerinerinnen deutlich. Mit konsequentem Aufschlagdruck und einer stabileren Annahme drehten sie die Partie. Satz zwei ging mit 25:23 an den SSC, Satz drei sogar deutlich mit 25:19. Die Gastgeberinnen zeigten nun die Qualität, die sie in der Vorsaison zum Pokalsieg und Vizemeistertitel geführt hatte.
Satz 4 & 5: Potsdamer Moral und der entscheidende Tiebreak
Doch der SC Potsdam, unter der Regie des spanischen Trainers Guillermo Naranjo Hernandez, steckte den zwischenzeitlichen Rückstand beeindruckend weg. Mit einer kämpferischen Vorstellung und variablen Angriffen über Außenangreiferin Ana Escamilla und Laura Emonts, die als neue Kapitänin führte, glich Potsdam zum 2:2 aus. Satz vier ging mit 25:19 an die Gäste.
Im entscheidenden Tiebreak behielten die Potsdamerinnen die Nerven. Nach einem engen Beginn setzten sie sich auf 15:11 ab und sicherten sich den zweiten Punkt am ersten Spieltag. Es war eine Demonstration der neuen Breite des Potsdamer Kaders, den Hernandez im Vorfeld als „kompletteres Team als letzte Saison" bezeichnet hatte.
Umbruch bei Potsdam zahlt sich aus
Der SC Potsdam hatte im Sommer einen massiven Umbruch hinter sich gebracht. Nur fünf Spielerinnen aus der Vorsaison blieben im Kader — die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte mit dem Einzug ins DVV-Pokal-Finale und ins Playoff-Halbfinale hatte Begehrlichkeiten geweckt. Sportdirektor Toni Rieger sprach Klartext: „Leistung weckt Begehrlichkeiten, und wenn dann auch noch der Faktor Geld in irrsinnigen Bereichen dazu kommt, machen wir das nicht mit.“
Doch die Neuverpflichtungen — allen voran die US-Zuspielerin Madison Lilley, die griechische Außenangreiferin Konstantina Vlachaki und die spanische Diagonalangreiferin Ana Escamilla — griffen sofort. Dazu kamen die jungen deutschen Talente wie Anastasia Cekulaev, die als Mittelblockerin eine starke Partie ablieferte.
Besondere Brisanz: Ex-Potsdamerinnen auf Schweriner Seite
Die Partie hatte auch eine persönliche Note. Gleich vier Spielerinnen des SSC Palmberg Schwerin trugen in der Vorsaison noch das Trikot des SC Potsdam: Zuspielerin Denise Imoudu, Außenangreiferin Annegret Hölzig sowie die US-Amerikanerinnen Symone Speech und Lindsey Ruddins. Alle vier waren Leistungsträgerinnen beim SCP und wurden von Schwerin abgeworben — zum Missfallen der Potsdamer Verantwortlichen.
„Es ist ein kompletteres Team. Wir haben jetzt 14 Spielerinnen, letztes Jahr waren es elf. Ich habe das Gefühl, wir können zwei komplett verschiedene Mannschaften in einem Spiel auf das Feld bringen, und trotzdem unser Niveau halten“, hatte Hernandez vor der Partie angekündigt — und diese Breite war am Ende ein entscheidender Faktor.
Schwerin mit Auftakt nach Supercup-Niederlage
Für Schwerin war es bereits die zweite Niederlage innerhalb weniger Tage. Erst hatte sich der SSC im Supercup dem Dresdner SC mit 2:3 geschlagen geben müssen. Trainer Felix Koslowski haderte nach dem Spiel mit der mangelnden Konstanz seiner Mannschaft, die nach einer starken Phase in den Sätzen zwei und drei im vierten Durchgang wieder einbrach.
Tabellensituation und Ausblick
Mit dem Sieg setzte sich der SC Potsdam direkt in der Spitzengruppe fest. Die reguläre Saison umfasste 22 Partien, und beide Teams sollten am Ende in den Playoffs landen — Potsdam als Tabellendritter (17 Siege, 5 Niederlagen), Schwerin als Vierter (16 Siege, 6 Niederlagen).
Potsdam empfing bereits am 8. Oktober 2021 NawaRo Straubing zum zweiten Spieltag, während Schwerin am 9. Oktober beim VfB Suhl LOTTO Thüringen antreten musste — und dort eine klare 3:0-Niederlage kassierte.
Die Saison 2021/22 sollte für beide Teams turbulent bleiben: Potsdam zog erneut ins Playoff-Halbfinale ein, Schwerin sicherte sich am Ende die Vizemeisterschaft hinter Allianz MTV Stuttgart.
SSC Palmberg Schwerin: Laak, Stoltenborg, Imoudu, Alsmeier, Hölzig, Ruddins, Baijens, Ambrosius, Speech, Nestler (L), Pogany (L), Neuhaus — Trainer: Felix Koslowski
SC Potsdam: Lilley, van Aalen, Emonts (C), Escamilla, Vlachaki, Agbortabi, Page, Cekulaev, Savić, Wilczek, Jegdic (L), Stiriz (L) — Trainer: Guillermo Naranjo Hernandez
Rivalität seit 2009
SC Schweriner W vs Potsdam W Direkter Vergleich· 35
SC Schweriner W und Potsdam W trafen 35 Mal aufeinander — SC Schweriner W gewann 31 Mal, Potsdam W 4 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. SC Schweriner W führt den Direktvergleich mit 31 Siegen aus 35 Begegnungen an. Insgesamt fielen 136 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.89 pro Spiel (99 für die Heimmannschaft, 37 für die Gäste). Beide Teams trafen in 21 Spielen (60%). In 35 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. SC Schweriner W ist in den letzten 17 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2021.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026