Potsdam besiegt Stuttgart im dritten Playoff-Finalspiel mit 3:2 und geht in der Best-of-Five-Serie 2:1 in Führung.
Spielzusammenfassung
Potsdam W besiegte Stuttgart W 3:2. Das Spiel fand in der 1. Bundesliga Women 2021 statt. Tabellenplatz: Stuttgart W #1, Potsdam W #3.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungPotsdam schockt Stuttgart im dritten Finalspiel
Der SC Potsdam hat im Playoff-Finale der 1. Bundesliga Frauen ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Am 4. Mai 2022 besiegte die Mannschaft von Trainer Riccardo Boieri den haushohen Favoriten Allianz MTV Stuttgart in der heimischen Scharr-Arena mit 3:2 (25:15, 14:25, 25:21, 22:25, 15:9) und ging in der Best-of-Five-Serie mit 2:1 in Führung.
Derby-Charakter auf höchstem Niveau
Die Finalserie war bis dahin von deutlichen Ergebnissen geprägt: Potsdam gewann das erste Spiel in Stuttgart mit 3:0, Stuttgart revanchierte sich in Spiel zwei ebenfalls glatt mit 3:0 in Potsdam. Vor dem dritten Aufeinandertreffen standen die Zeichen also auf Krimi – und genau der wurde den 2.100 Zuschauern in Stuttgart geboten.
Satz 1: Potsdam dominiert nach Belieben
Der SC Potsdam erwischte einen Traumstart. Mit einer aggressiven Aufschlagserie und einer nahezu fehlerfreien Annahme nahm das Team von Trainer Riccardo Boieri dem Gastgeber von Beginn an den Rhythmus. Crystal Rivers und Simone Lee, die beiden US-amerikanischen Angreiferinnen Stuttgarts, fanden kaum Lösungen gegen den gut organisierten Potsdamer Block. Kapitänin Laura Emonts führte ihr Team mit cooler Routine und verwandelte den ersten Satzball zum 25:15 – ein klares Statement.
Satz 2: Stuttgart schlägt zurück
Doch der DVV-Pokalsieger aus Stuttgart ließ sich nicht hängen. Trainer Tore Aleksandersen stellte taktisch um, forcierte das Aufschlagspiel und brachte die Potsdamer Annahme damit gehörig ins Wanken. Rivers und Lee fanden nun immer häufiger Lücken im gegnerischen Block. Die Stuttgarterinnen zogen unaufhaltsam davon: 25:14 lautete das Ergebnis nach 22 Minuten – die Antwort des Meisters.
Satz 3: Die Vorentscheidung?
Der dritte Durchgang war nervenaufreibend. Stuttgart setzte sich früh auf 14:8 ab und schien die Partie im Griff zu haben. Doch Potsdam, angeführt von einer starken Hester Jasper, die im Vorjahr noch im Stuttgart-Trikot stand und nun als Stammkraft für Potsdam auflief, kämpfte sich Punkt für Punkt heran. Die Niederländerin traf gegen ihren Ex-Verein mit Abgeklärtheit und hielt ihr Team im Spiel. Beim 21:25 schlug Potsdam zurück und stellte auf 2:1.
Satz 4: Stuttgart erzwingt den Tiebreak
Die Hausherrinnen waren nun gefordert. Mit dem Rücken zur Wand mobilisierte Stuttgart noch einmal alle Kräfte. Rivers zeigte ihre Klasse, traf aus den schwierigsten Lagen und hielt Stuttgart in der Partie. Der vierte Satz war bis zum 22:22 offen, ehe die Stuttgarterinnen zwei entscheidende Punkte verbuchten und den Satz mit 25:22 für sich entschieden. Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen.
Tiebreak: Potsdams Nervenstärke
Im entscheidenden fünften Satz waren es die Gäste, die die besseren Nerven bewiesen. Stuttgart kämpfte zwar verbissen, doch Potsdam agierte konzentrierter und machte weniger Eigenfehler. Mit mutigen Aufschlägen und einer stabilen Block-Feldabwehr-Kombination setzte sich der SC Potsdam früh auf 8:5 ab. Stuttgart kam zwar noch einmal auf 9:11 heran, doch Potsdam ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Laura Emonts verwandelte den Matchball zum 15:9 – der Jubel bei den Gästen kannte keine Grenzen.
Die Serie und das große Ganze
Für Potsdam war es der erste Final-Sieg in der Vereinsgeschichte in einer Best-of-Five-Serie überhaupt. Der Club, der im Halbfinale überraschend Titelverteidiger Dresden ausgeschaltet hatte, stand zum ersten Mal im Finale der Deutschen Meisterschaft. Stuttgart hingegen, als Tabellenerster der Hauptrunde mit einer Bilanz von 21 Siegen aus 22 Spielen und frischgekürter DVV-Pokalsieger, geriet nun mächtig unter Druck.
„Wir haben über viele Dinge gesprochen und jetzt Charakter gezeigt. Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir nichts zu verlieren haben“, hatte Trainer Aleksandersen nach dem Sieg in Spiel zwei gesagt. Nun musste seine Mannschaft in Spiel vier am 6. Mai in Potsdam gewinnen, um die Serie am Leben zu halten.
Für die Potsdamerinnen war Hester Jasper die Spielerin des Spiels. Die Außenangreiferin, die im Vorjahr noch mit Stuttgart Meister geworden war, aber kaum Einsatzzeit bekommen hatte, war nun zur Leistungsträgerin gereift und traf gegen ihren Ex-Club mit besonderer Motivation. Auch Captain Laura Emonts mit ihrer Erfahrung und Anastasia Cekulaev am Zuspiel trugen entscheidend zum Erfolg bei.
Auf Stuttgarter Seite ragten Crystal Rivers und Simone Lee heraus, die insgesamt auf eine hohe Punktausbeute kamen, aber in den entscheidenden Phasen des Tiebreaks nicht die nötige Durchschlagskraft entwickelten.
Ausblick
Das vierte Spiel der Finalserie fand zwei Tage später, am 6. Mai 2022, in der MBS Arena in Potsdam statt. Stuttgart musste gewinnen, um die Serie zurück nach Stuttgart zu holen und die Chance auf das erste Double der Vereinsgeschichte zu wahren.
Rivalität seit 2009
Stuttgart W vs Potsdam W Direkter Vergleich· 44
Stuttgart W und Potsdam W trafen 44 Mal aufeinander — Stuttgart W gewann 31 Mal, Potsdam W 13 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2009 zurück. Stuttgart W führt den Direktvergleich mit 31 Siegen aus 44 Begegnungen an. Insgesamt fielen 164 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.73 pro Spiel (102 für die Heimmannschaft, 62 für die Gäste). Beide Teams trafen in 24 Spielen (55%). In 44 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2022.
Letzte Begegnungen
Tabelle
Stuttgart W steht auf Platz #1 und Potsdam W auf Platz #3 in der 1. Bundesliga Women-Tabelle vor diesem Spiel.
Regular Season
| # | Sp | Siege | Niederl. | Pkt | |
|---|---|---|---|---|---|
| #1 | Stuttgart W | Sp22 | Siege21 | Niederl.1 | Pkt60 |
| #2 | Dresdner SC W | Sp22 | Siege17 | Niederl.5 | Pkt50 |
| #3 | Potsdam W | Sp22 | Siege17 | Niederl.5 | Pkt49 |
| #4 | SC Schweriner W | Sp22 | Siege16 | Niederl.6 | Pkt45 |
| #5 | Suhl W | Sp22 | Siege12 | Niederl.10 | Pkt40 |
| #6 | Aachen W | Sp22 | Siege11 | Niederl.11 | Pkt35 |
| #7 | VC Wiesbaden W | Sp22 | Siege12 | Niederl.10 | Pkt33 |
| #8 | Vilsbiburg W | Sp22 | Siege9 | Niederl.13 | Pkt31 |
| #9 | Munster W | Sp22 | Siege7 | Niederl.15 | Pkt23 |
| #10 | Erfurt W | Sp22 | Siege7 | Niederl.15 | Pkt22 |
| #11 | NawaRo Straubing W | Sp22 | Siege3 | Niederl.19 | Pkt7 |
| #12 | Neuwied W | Sp22 | Siege0 | Niederl.22 | Pkt1 |
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026