Menu
1 Bundesliga WomenSaison 2022

VC Wiesbaden W vs NawaRo Straubing W

23. November 2022 um 19:00
32
Auswärts

NawaRo Straubing W

AI

VC Wiesbaden feiert gegen NawaRo Straubing den ersten Saisonsieg in der 1. Bundesliga Women. Nach souveränen Startsätzen folgte die Wende, bevor der Tiebreak alles entschied.

Match-Videos

Spielanalyse

KI-Zusammenfassung

VC Wiesbaden feiert ersten Saisonsieg: Nervenstarker Tiebreak-Erfolg gegen NawaRo Straubing

Wiesbaden – 115 Minuten Volleyball auf höchstem Niveau, 1.112 Zuschauer in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit und ein Spiel, das alle Emotionen abrief: Der VC Wiesbaden holte sich am 23. November 2022 gegen NawaRo Straubing den ersten Saisonsieg in der 1. Volleyball Bundesliga Frauen – ein 3:2 (25:18, 25:13, 27:29, 22:25, 16:12), das die Achterbahnfahrt der Saison perfekt widerspiegelte.

Dominanter Start – Sätze eins und zwei im Eiltempo

Die Hausherrinnen um Cheftrainer Benedikt Frank – der selbst bis 2021 an der Seitenlinie von NawaRo Straubing stand – legten los, als hätten sie keine vier vorangegangenen Niederlagen in der Liga zu verkraften gehabt. Mit der Starting Six um Zuspielerin Natalia Gajewska, den Außenangreiferinnen Tanja Großer und Annick Meijers, Mittelblockerin Rachel Anderson und Diagonalangreiferin Lena Große Scharmann zeigte Wiesbaden von der ersten Minute an, warum der Knoten nun platzen sollte.

Besonders im zweiten Durchgang offenbarte sich die ganze Klasse des VCW. Straubing fand gegen die gut organisierte Block-Feld-Abwehr der Gastgeberinnen kaum Mittel, leistete sich zudem zahlreiche Eigenfehler und Missverständnisse in der Abstimmung. 25:13 nach nur 22 Minuten – der VCW war auf dem Weg zu einem ungefährdeten Dreisatzsieg.

„Natürlich hätten wir das Match in drei Sätzen beenden können, aber wir sind einfach noch nicht konstant genug. Daran werden wir arbeiten.“ – Benedikt Frank

Die Wende: Straubing kämpft sich zurück

Doch Volleyball ist ein Spiel der Momentum-Wechsel. Nach der Pause kam NawaRo Straubing mit neuem Mut aus der Kabine. Der dritte Satz entwickelte sich zur Zitterpartie. Wiesbaden vergab gleich fünf Satzbälle – Straubing, angeführt von Valbona Ismaili, die in Aufschlag und Angriff zur Punktgarantin avancierte, kämpfte sich immer wieder heran. Nach mehreren Satzbällen auf beiden Seiten entschieden die Niederbayerinnen den Durchgang mit 29:27 für sich.

Der Satzgewinn gab den Gästen sichtlich Auftrieb. Im vierten Satz war Straubing nun das bessere Team, während Wiesbaden seine Sicherheit in der Annahme und im Angriffsspiel verloren hatte. Mit 22:25 ging auch der vierte Durchgang an NawaRo. Die Sensation lag in der Luft – nach einer 2:0-Satzführung stand der VCW vor einer erneuten Niederlage.

Tiebreak-Drama – Nervenstärke entscheidet

Im Entscheidungssatz schien sich das Blatt zunächst erneut gegen Wiesbaden zu wenden. Die Gäste führten mit 4:5 und 9:10, der VCW lief dem Rückstand hinterher. Doch dann zeigte das Team von Benedikt Frank die Moralkarte, die es zuvor hatte vermissen lassen. Mirta Freund markierte mit einem satten Schlag das 9:9, und plötzlich war das Momentum zurück auf Wiesbadener Seite.

Beim 11:10 und 14:12 hatten die Gastgeberinnen wieder die Nase vorn. Tanja Großer, die seit Jahren das Trikot des VCW trägt, besorgte mit einem unhaltbaren Angriff den finalen Punkt – 16:12 im Tiebreak, 3:2 aus Wiesbadener Sicht.

„Dieser Sieg war heute unfassbar wichtig. Nach so einem wilden Ritt noch das Spiel im Tiebreak gedreht zu haben, zeigt wieder mal die große Moral meiner Mannschaft.“ – Benedikt Frank

Die Spielerinnen des Spiels

Ohne den Ausfall von Stamm-Libera Rene Sain (Pfeiffersches Drüsenfieber) musste der VCW umdenken. Die belgische Außenangreiferin Jodie Guilliams übernahm die ungewohnte Libero-Position – und spielte eine herausragende Partie. Mit glänzenden Abwehraktionen und einer Reihe von Rettungstaten hielt sie den VCW in vielen Ballwechseln am Leben. Dafür wurde sie mit der goldenen MVP-Medaille ausgezeichnet.

Die silberne MVP-Medaille erhielt Mittelblockerin Linda Andersson aus Schweden, die vor allem im Block ihre Klasse aufblitzen ließ.

Bei Straubing überzeugten neben Valbona Ismaili auch Libera Amber de Tant und Mittelblockerin Shealyn McNamara. Zudem gab es ein Wiedersehen mit Laura Rodwald, die 2015 mit der VCW-U18 deutsche Vizemeisterin wurde und nun für NawaRo auflief.

„Wir sind so froh, dass wir uns endlich belohnt haben. Und das nach zweimal fünf harten Sätzen gegen Dresden und Straubing. Das hat viel Kraft gekostet.“ – Jodie Guilliams

Ein emotionaler Abend in Wiesbaden

Das Spiel war nicht nur sportlich ein Ereignis, sondern auch atmosphärisch ein Erlebnis. Der Wiesbadener „Hexenkessel“ kochte, die Fans peitschten das Team unermüdlich nach vorne. Christopher Fetting brachte es auf den Punkt:

„Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle für alle – auch auf den Rängen und vermutlich vor den Fernsehern. Volleyball in Wiesbaden macht immens viel Spaß – das war mal wieder der beste Beweis.“

Tabellarische Einordnung

Der VCW stand vor dieser Partie mit vier Niederlagen aus vier Ligaspielen unter Druck – gegen Vilsbiburg (1:3), Stuttgart (1:3), Suhl (1:3) und Dresden (2:3) hatten die Hessinnen jeweils den Kürzeren gezogen. Mit dem Dreier gegen Straubing verließ Wiesbaden den letzten Tabellenplatz und kletterte auf Rang 4 der 1. Bundesliga Women.

NawaRo Straubing hingegen hatte zum Saisonstart mit einem überraschenden 3:0-Sieg in Aachen für Aufsehen gesorgt, war dann aber gegen die Spitzenteams der Liga ohne Punkt geblieben.

Ausblick

Nur drei Tage später stand für den VCW bereits das nächste Highlight an: Im DVV-Pokal empfingen die Wiesbadenerinnen den SSC Palmberg Schwerin zum Viertelfinale – erneut vor heimischem Publikum. Am 30. November folgte das Rückspiel in der Liga in Schwerin. Die englische Woche forderte von den Spielerinnen alles ab.

Rivalität seit 2015

VC Wiesbaden W vs NawaRo Straubing W Direkter Vergleich· 9

VC Wiesbaden W und NawaRo Straubing W trafen 9 Mal aufeinander — VC Wiesbaden W gewann 8 Mal, NawaRo Straubing W 1 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2015 zurück. VC Wiesbaden W führt den Direktvergleich mit 8 Siegen aus 9 Begegnungen an. Insgesamt fielen 33 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.67 pro Spiel (25 für die Heimmannschaft, 8 für die Gäste). Beide Teams trafen in 4 Spielen (44%). In 9 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 2–3 im Jahr 2018.

Unentschieden
0
·
NawaRo Straubing W
1
Siege
Tore gesamt
33 · 3.7/Spiel
Beide getroffen
4/9 · 44%
Über 2,5
9/9 · 100%

Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.

API-Daten: 11. Juni 2026