VC Wiesbaden unterliegt USC Münster mit 2:3 (26:28, 19:25, 33:31, 25:23, 12:15) vor 1.307 Zuschauern in einem dramatischen Tiebreak-Krimi der 1. Volleyball Bundesliga Frauen.
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Spielanalyse
KI-Zusammenfassung2:3-Niederlage nach Aufholjagd: VC Wiesbaden unterliegt USC Münster im Tiebreak-Krimi
Der VC Wiesbaden hat sich nach einer beeindruckenden Aufholjagd am Ende nicht belohnt. Vor 1.307 Zuschauern in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit musste sich das Team von Headcoach Benedikt Frank dem USC Münster mit 2:3 (26:28, 19:25, 33:31, 25:23, 12:15) geschlagen geben – eine denkbar knappe Niederlage in einem der dramatischsten Spiele der Saison 2022/23.
Enge Kiste von Beginn an
Der erste Satz bot bereits alles, was dieses Duell in den folgenden zweieinhalb Stunden prägen sollte. Beide Teams agierten auf Augenhöhe, schenkten sich nichts und zeigten Volleyball auf hohem Niveau. Die Frank-Truppe lag über weite Teile mit ein bis zwei Punkten in Führung – beim 21:18 betrug der Vorsprung sogar drei Zähler. Doch Münster kämpfte sich zurück. Nach mehrfachem Gleichstand erspielten sich die Gäste vier Satzbälle, die Wiesbaden allesamt abwehren konnte. Am Ende behielt jedoch der USC die Nerven: Beim 26:28 entschied Münsters Kapitänin Iris Scholten den Durchgang für ihre Farben.
Münster dominiert Satz zwei
Im zweiten Durchgang geriet Wiesbaden früh mit 0:4 in Rückstand. Der hohe Aufschlagdruck der Gäste bereitete der VCW-Annahme erhebliche Probleme. Zwar gelang kurzzeitig der Ausgleich zum 7:7 und 8:8, doch dann zog Münster auf 15:10 und 22:15 davon. Am Ende hieß es 19:25 aus Wiesbadener Sicht. Die Einwechslung von Joyce Agbolossou ins Hinterfeld brachte zwar kurzzeitig Impulse, reichte aber nicht mehr, um das Blatt zu wenden. Besonders schmerzhaft: Der VCW musste erneut auf die erkrankte Libera Rene Sain verzichten – die 18-jährige Leonie Büdenbender vertrat sie.
Historischer dritter Satz
Satz drei entwickelte sich zu einem wahren Krimi, der in die Geschichtsbücher dieser Begegnung eingehen wird. Wiesbaden fand sich zunächst besser zurecht, lief aber lange der Führung der Gäste hinterher. Münster wusste die gegnerischen Angriffe mit einer hervorragend eingestellten Block-Feldabwehr zu entschärfen. Ab der Satzmitte wurde die VCW-Abwehr stabiler, und Mittelblockerin Nina Herelová initiierte fünf Punkte in Serie. Das Spiel wogte hin und her, beide Teams erarbeiteten sich wechselseitig Satzbälle. Mit 33:31 behielten die Gastgeberinnen die Oberhand – die Halle stand Kopf. Der "Tatort" ging an diesem Samstagabend in die Verlängerung.
Wiesbaden erzwingt den Tiebreak
Mit dem gewonnenen dritten Satz kehrte das Selbstvertrauen beim VCW zurück. In Durchgang vier gingen die Hessinnen beim 11:10 erstmals wieder in Führung, machten zwischenzeitlich mehrere Punkte in Serie und lagen wiederholt mit vier Zählern vorn (16:12, 18:14, 20:16). Münster konterte zwar noch einmal mit drei Punkten in Serie, doch Wiesbaden erspielte sich Satzbälle und machte den Sack mit 25:23 zu. Zwei vermeidbare Fehler der Münsteranerinnen hatten den Weg zum Satzausgleich geebnet – 2:2. Der Tiebreak war erreicht.
Entscheidung im Tiebreak
Im fünften Satz mobilisierten beide Mannschaften noch einmal alle Kräfte. Die VCW-Spielerinnen traten entschlossen auf, Außenangreiferin Jodie Guilliams punktete mit mutigen Angriffen. Doch Unkonzentriertheit in der Crunchtime kostete letztlich den Sieg. Der USC Münster behielt die Nerven und gewann den Tiebreak mit 15:12. Am Ende stand eine 2:3-Niederlage, die sich anfühlte wie eine verpasste Chance – aber auch wie ein Beweis dafür, dass dieses Team mit jedem Gegner mithalten kann.
Die Schlüsselspielerinnen
Auf Wiesbadener Seite überzeugten Jodie Guilliams, Zuspielerin Ariadna Priante und Mittelblockerin Nina Herelová, die als MVP mit Silber ausgezeichnet wurde. Auf der Gegenseite war USC-Kapitänin Iris Scholten mit beeindruckenden 32 Angriffspunkten die dominierende Figur. Die 1,91 Meter große Diagonalangreiferin profitierte enorm von ihrer starken Zuspielerin Katerina Valkova, die sich die goldene MVP-Medaille umhängen durfte.
Stimmen zum Spiel
VCW-Headcoach Benedikt Frank zeigte sich nach der Partie enttäuscht: "Wir haben den Leuten einen tollen Event geboten. Die Stimmung war genial und hat uns getragen. Aber der erste Satz war gut von uns – den hätten wir nicht weggeben dürfen. Mitte des dritten Satzes haben wir das Ding gedreht, von da an hatte ich Gänsehaut. Die Spielerinnen haben heute ihr Herz auf dem Platz gelassen, aber wir müssen einfach lernen, auch in den entscheidenden Momenten zu funktionieren."
Nina Herelová ergänzte: "Mir fehlen heute ein wenig die Worte. Wir sind sehr enttäuscht. Wir wissen doch alle, dass wir viel mehr können."
Tabellenausblick
Zum Zeitpunkt der Begegnung stand der VC Wiesbaden auf Platz 4 der Tabelle, der USC Münster auf Rang 7. Für Wiesbaden war es die zweite Heimniederlage der Saison – und eine, die lange nachhallen sollte. Die Mannschaft reiste wenig später zum Auswärtsspiel nach Potsdam, ehe das letzte Heimspiel des Jahres gegen den VC Neuwied 77 anstand.
Rivalität seit 2010
VC Wiesbaden W vs Munster W Direkter Vergleich· 37
VC Wiesbaden W und Munster W trafen 37 Mal aufeinander — VC Wiesbaden W gewann 22 Mal, Munster W 15 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2010 zurück. VC Wiesbaden W führt den Direktvergleich mit 22 Siegen aus 37 Begegnungen an. Insgesamt fielen 155 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.19 pro Spiel (84 für die Heimmannschaft, 71 für die Gäste). Beide Teams trafen in 28 Spielen (76%). In 37 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2023.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026
