Der VC Wiesbaden unterliegt dem SSC Palmberg Schwerin in einem dramatischen Tiebreak mit 2:3 (25:20, 23:25, 14:25, 25:22, 13:15).
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Spielanalyse
KI-ZusammenfassungVC Wiesbaden vs. SSC Palmberg Schwerin — ein packender Fight bis zum letzten Ballwechsel
Wiesbaden – 1.376 Zuschauer erlebten in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit einen echten Samstagskrimi. Der VC Wiesbaden forderte dem SSC Palmberg Schwerin über 118 Minuten alles ab und unterlag am Ende mit 2:3 (25:20, 23:25, 14:25, 25:22, 13:15). Es war die bis dahin engste Begegnung zwischen beiden Teams in der Saison 2022/23 der 1. Volleyball Bundesliga Frauen.
Schwerin reiste als Tabellendritter und haushoher Favorit an. Der VCW, von Interimstrainer Benedikt Frank gecoacht, hatte in den beiden vorangegangenen Duellen der Saison jeweils mit 0:3 verloren – im DVV-Pokal-Viertelfinale Ende November (26.11.) und wenige Tage später in der Liga in Schwerin (30.11.). Dass diesmal mehr drin war, deutete sich bereits in den ersten Ballwechseln an.
Satz für Satz: So lief der Krimi
Satz 1 (25:20)
Wiesbaden startete konzentriert und aggressiv. Nach ausgeglichenem Beginn (5:3, 7:6 für Schwerin) zog der VCW auf 11:9 davon. Ein Heber von Mittelblockerin Nina Herelová in den freien Raum bescherte den Gastgeberinnen erstmals eine Vier-Punkte-Führung (17:13). Schwerins Coach Felix Koslowski reagierte mit einer Auszeit und brachte mit Frauke Neuhaus eine ehemalige Wiesbadenerin. Doch Jodie Guilliams stellte auf 22:18, und beim 24:20 verwandelte Tanja Großer den ersten Satzball zum 1:0. Die Wiesbadener Blockarbeit gegen Schwerins Diagonale Tutku Burcu Yüzgenc war der Schlüssel.
Satz 2 (23:25)
Schwerin kam mit mehr Druck aus der Kabine und lag schnell 0:3 und 4:8 vorn. Der VCW kämpfte sich Punkt für Punkt zurück und glich beim 9:9 erstmals aus. Nach einer 14:11-Führung der Hausherrinnen nahm Koslowski zwei Auszeiten binnen kurzer Zeit – mit Erfolg. Schwerin stabilisierte sich, forcierte das Tempo über die Außenpositionen und setzte Wiesbaden mit starken Aufschlägen unter Druck. Beim 22:20 und 23:21 waren die Gäste vorn. Tanja Großer hielt den VCW mit zwei Punkten zum 23:24 noch im Rennen, doch Schwerin machte den Satz zu.
Satz 3 (14:25)
Der dritte Durchgang war eine klares Zeichen der Schweriner Klasse. Hoher Aufschlagdruck brachte die Wiesbadener Annahme immer wieder in Bedrängnis. Nach einem kurzen 8:7 für Wiesbaden zog Schwerin unaufhaltsam davon – 14:11, 20:13. Zehn Satzbälle hatte der SSC, der erste saß. Anne Hölzig auf der Außenposition war für die Gäste nicht zu stoppen. Wiesbadens Wechsel zeigten nicht die gewünschte Wirkung.
Satz 4 (25:22)
Was dann folgte, war die wohl emotionalste Phase des Spiels. Schwerin setzte sich früh 5:1 und später 10:3 ab. Die Partie schien entschieden – doch der VCW bewies außergewöhnliche Moral. Nina Herelová und Liza Kastrup brachten ihr Team auf 10:10 und 11:11 heran. Selbst beim 18:14 für Schwerin gab Wiesbaden nicht auf – Punkt um Punkt kämpften sich die Hessinnen heran. Ein Block führte zum 21:21. Nach dem 22:21 für Schwerin konterte der VCW mit drei Punkten in Folge zum Satzgewinn. Die Halle bebte.
Tiebreak (13:15)
Der Entscheidungssatz war ein Nervenspiel auf höchstem Niveau. Kein Team konnte sich mehr als zwei Punkte absetzen. 4:4, 8:8, 9:9, 10:10, 13:13 – die Führung wechselte hin und her. Nina Herelová spielte groß auf, schlug spektakuläre Bälle, setzte dann aber ihren Aufschlag ins Netz (13:14). Jodie Guilliams‘ Angriff verfehlte anschließend das Feld – ein hochklassiges Match endete mit dem denkbar knappsten Ergebnis.
Spielerinnen des Spiels
Anna Pogany (Libera, Schwerin) wurde als wertvollste Spielerin ausgezeichnet. Die Ungarin war der Stabilitätsfaktor in der Schweriner Annahme und Abwehr. Tanja Großer (Außenangriff, Wiesbaden) erhielt die silberne MVP-Medaille – sie war mit konstant starken Angriffen und druckvollen Aufschlägen eine der herausragenden Wiesbadenerinnen.
Nina Herelová und Jodie Guilliams auf Wiesbadener Seite sowie Anne Hölzig und Tutku Burcu Yüzgenc bei Schwerin prägten das Spiel. Die Partie war geprägt von langen Ballwechseln, spektakulären Rettungsaktionen und intensiver Blockarbeit.
Tabellenkonstellation
Trotz der Niederlage gab es auch einen positiven Aspekt für den VCW: Der zeitgleiche Punktverlust des USC Münster (1:3 gegen Suhl) bescherte Wiesbaden den Sprung auf Rang 6 (21 Punkte). Damit gewinnt das anstehende Auswärtsspiel am 4. März in Münster zusätzliche Brisanz – es ist ein direktes Duell um die Playoff-Positionen. Schwerin festigte mit dem Auswärtssieg seinen Platz unter den Top Drei der Liga.
„Das war ein packendes Spiel, das durchaus auch anders hätte ausgehen können“, sagte Benedikt Frank nach der Partie. „Insgesamt hatten beide Seiten die Chance, das Momentum noch besser für sich zu nutzen. Im zweiten und dritten Satz haben wir uns selbst aus dem Spiel genommen. Aber vergessen wir nicht, dass der SSC in Topform ist. Wir werden weiter daran arbeiten, auch gegen solch gute Gegner stabiler zu sein.“
Joyce Agbolossou ergänzte: „Wir haben dem Rekordmeister einen großen Fight geliefert. Darauf können wir stolz sein. Es wird die Zeit kommen, wo wir auch in knappen Momenten gegen solch starke Gegner das Match für uns entscheiden.“
Fazit
Der VC Wiesbaden zeigte gegen den SSC Palmberg Schwerin eine seiner besten Saisonleistungen und war nah dran am ersten Sieg gegen den Rekordmeister. Die Moral nach dem klaren Satzverlust im dritten Durchgang, der Kampfgeist im vierten Satz und die Nervenstärke im Tiebreak lassen für die restliche Saison hoffen. Schwerin bestätigte einmal mehr seine Klasse – und die Serie gegen Wiesbaden bleibt makellos: Inzwischen neun Siege in neun Pflichtspielen, davon fünf in der laufenden Saison.
Das Rückspiel in der Liga steigt am 4. März in Münster – eine richtungsweisende Partie für den VCW im Kampf um die Playoff-Teilnahme.
Rivalität seit 2022
VC Wiesbaden W vs Palmberg Schwerin W Direkter Vergleich· 9
VC Wiesbaden W und Palmberg Schwerin W trafen 9 Mal aufeinander — VC Wiesbaden W gewann 0 Mal, Palmberg Schwerin W 9 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2022 zurück. Palmberg Schwerin W führt den Direktvergleich mit 9 Siegen aus 9 Begegnungen an. Insgesamt fielen 32 Tore in diesen Partien, im Schnitt 3.56 pro Spiel (5 für die Heimmannschaft, 27 für die Gäste). Beide Teams trafen in 3 Spielen (33%). In 9 Begegnungen (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Palmberg Schwerin W ist in den letzten 9 Aufeinandertreffen ungeschlagen. Das torreichste Spiel endete 3–2 im Jahr 2024.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026
