VC Wiesbaden besiegt ETV Hamburg am 27.12.2025 souverän mit 3:0 (25:16, 25:20, 26:24) zum Abschluss der Hinrunde der 1. Volleyball Bundesliga Frauen. Jovana Đorđević überzeugt als Matchwinnerin.
Spielanalyse
KI-ZusammenfassungVCW dominiert zum Hinrundenabschluss – 1.643 Zuschauer sehen klaren Dreisatzsieg
Der VC Wiesbaden hat sich am 27. Dezember 2025 mit einem ungefährdeten 3:0 (25:16, 25:20, 26:24) gegen die ETV Hamburger Volksbank Volleys in die Rückrunde der 1. Volleyball Bundesliga Frauen verabschiedet. Vor 1.643 Zuschauern in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit zeigte die Mannschaft von Trainer Tigin Yağlioğlu eine solide Vorstellung und erfüllte die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten.
Pre-Match: Ausgangslage vor dem 11. Spieltag
Der VC Wiesbaden ging als klarer Favorit in die Partie. Die Hessinnen belegten vor dem Spieltag den 7. Tabellenplatz, während der Aufsteiger ETV Hamburg abgeschlagen auf Rang 11 – dem letzten Platz – lag. Wiesbaden hatte zuvor am 20. Dezember eine klare 0:3-Niederlage beim deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin hinnehmen müssen (25:21, 25:21, 25:20) und war entsprechend motiviert, sich mit einem Erfolgserlebnis in die kurze Winterpause zu verabschieden.
Der ETV Hamburg wiederum reiste mit einer deutlichen 0:3-Auswärtspleite beim VfB Suhl LOTTO Thüringen (25:13, 25:16, 25:19) im Gepäck nach Wiesbaden. Die Mannschaft von Trainer Friedrich Markus wollte zumindest einen Satzgewinn mitnehmen, um das Jahr halbwegs versöhnlich zu beenden.
1. Satz: Konijnenberg legt mit zwei Assen los
Wiesbadens niederländische Zuspielerin Sanne Konijnenberg eröffnete die Partie gleich mit zwei Aufschlagasssen – eine Ansage an den Gegner. Der VCW wurde in der Folge mehrfach geblockt, hielt die Partie aber knapp in Front. Beim 5:6 aus Wiesbadener Sicht gelang den Hamburgerinnen kurzzeitig die Führung, die jedoch postwendend wieder abgegeben werden musste – es sollte der einzige ETV-Vorsprung im gesamten Satz bleiben.
Beim 14:10 hatte sich der VCW erstmals vier Punkte Vorsprung erspielt. Ein Gästeball ins Aus bescherte den Gastgeberinnen neun Satzbälle. Ausgerechnet Marlene Rieger, die an diesem Tag Geburtstag feierte, war es vorbehalten, den ersten Abschnitt mit 25:16 zu beschließen. Beste Punktsammlerin war zu diesem Zeitpunkt ETV-Außenangreiferin Lina Köster mit vier Zählern.
2. Satz: Hamburger Comeback-Versuch bleibt unbelohnt
Der zweite Satz begann deutlich ausgeglichener. Die Hamburgerinnen verschafften sich gehörig Respekt – der VCW lag rasch mit 3:5 und 8:10 zurück, ehe man wieder konzentrierter agierte. Die Angriffe wurden nun schneller und konsequenter ausgespielt.
Der Umschwung kam durch einen Block von Dagmar Boom (15:12), gefolgt von Hannah Clayton (18:15). Die eingewechselte 19-jährige Zuspielerin Hanna Weinmann setzte ein Ass drauf, und auch das ebenfalls 19-jährige Nachwuchstalent Jovana Đorđević mischte im Block erfolgreich mit (20:15). Ein weiteres Ass von Dagmar Boom zum 22:16 stellte die Weichen endgültig. Pleun van der Pijl behielt zweimal das Oberhändchen (24:19), bevor Đorđević den Satz mit 25:20 zuschlug.
3. Satz: Spannung bis zum letzten Ballwechsel
Der dritte Satz entwickelte sich zum emotionalen Höhepunkt der Partie. Đorđević brachte den VCW mit der ersten Aktion in Front, und der VCW marschierte munter voran – bis zur 14:8-Führung schien alles klar. ETV-Coach Friedrich Markus nahm bereits früh seine erste Auszeit.
Doch dann drehte sich das Spiel. Die zweite ETV-Auszeit beim Stand von 16:10 brachte die Gastgeberinnen tatsächlich aus dem Takt. Der Wiesbadener Vorsprung schmolz dahin: 17:16, 18:17, 19:18. Der Ausgleich zum 19:19 war nicht mehr abzuwenden. Als Pleun van der Pijl ungehindert ins Aus schlug, lag Hamburg plötzlich mit 19:20 vorn.
„Zum Ende des dritten Satzes wurde es unnötig eng, weil wir Fehler gemacht haben, die nicht sein mussten. Hamburg hat das genutzt“, analysierte Đorđević später. Beim 21:22 nahm Yağlioğlu seine zweite Auszeit – mit positiver Folge: Đorđević punktete prompt. Boom stellte auf 23:22, was der ETV mit einem erneuten Remis beantwortete. Marlene Rieger setzte ihren Aufschlag ins Aus (24:24).
Schließlich war es erneut Jovana Đorđević, die mit einem satten Angriff den letzten siegbringenden Punkt des Kalenderjahres 2025 besorgte (26:24). Die erleichterten Zuschauer bedankten sich bei den Spielerinnen mit lautem, langem Applaus.
Schlüsselfiguren und Statistiken
Als Spielerin des Spiels in Gold wurde VCW-Libera Rene Sain (Kroatien) ausgezeichnet, die sich im häufigen Wechsel mit der 19-jährigen Lilly Bietau die Aufgaben teilte. Die Auszeichnung hätte ebenso die 19-jährige Đorđević verdient gehabt, die mit neun Punkten und zahlreichen spektakulären Aktionen für Begeisterung sorgte. Auf Hamburger Seite erhielt Anna Hartig die Silber-Auszeichnung.
Zwei Spielerinnen punkteten zweistellig: Wiesbadens niederländische Außenangreiferin Pleun van der Pijl (10 Punkte) und Hamburgs Svea Frobel (10 Punkte).
VCW-Kader und Punkteverteilung:
- Zuspiel: Sanne Konijnenberg (3), Hanna Weinmann (1)
- Außenangriff: Cayetana López Rey (5), Pleun van der Pijl (10), Dagmar Boom (7), Jovana Đorđević (9)
- Mittelblock: Laura Broekstra (2), Hannah Clayton (6), Marlene Rieger (3), Kathi Breitenbach
- Diagonal: Jimena Fernández Gayoso (7)
- Libera: Rene Sain, Lilly Bietau
Trainerstatement: Rotationsoffensive für die Zukunft
„Wir wollten drei Punkte holen, und das ist gelungen“, bilanzierte Tigin Yağlioğlu nach der Partie. „Sicher hätten wir noch souveräner auftreten können, keine Frage. Auf der anderen Seite haben wir viel rotiert, alle eingesetzt und das Spiel dann auch laufen lassen, damit die Mädels auch mal länger drinbleiben. Erfahrung ist wichtig im Hinblick auf die Rückrunde.“
Die Rotation war auffällig: Yağlioğlu schenkte vor allem den jungen Spielerinnen viel Vertrauen. „Kein nachträgliches Weihnachtsgeschenk“, stellte er klar. „Sie haben es sich verdient zu spielen.“
Tabellenkonsequenzen
Durch den Sieg bleibt der VC Wiesbaden auf Platz 7 der Tabelle. Da der USC Münster im Parallelspiel bei Schwarz-Weiß Erfurt ebenfalls mit 3:0 die Oberhand behielt, haben die Green Kalinen weiterhin drei Punkte Vorsprung auf die Wiesbadenerinnen – bei einem absolvierten Spiel mehr.
An der Tabellenspitze thront weiterhin Allianz MTV Stuttgart mit einer nahezu perfekten Bilanz von zehn Siegen aus zehn Spielen und nur einem einzigen Satzverlust (am 20.12.2025 beim USC Münster). Überraschender Zweiter ist der äußerst stabil auftretende VfB Suhl LOTTO Thüringen, der zu den positiven Überraschungen der Saison zählt.
Ausblick
Der VC Wiesbaden kann sich bereits am 11. Januar 2026 (Doppelspieltag mit der zweiten Mannschaft) in eigener Halle gegen die Ladies in Black Aachen wieder heranrobben und den Abstand auf die Playoff-Ränge verkürzen. Der ETV Hamburg hingegen empfängt am 17. Januar 2026 den deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin in der CU Arena Neugraben – eine Herkulesaufgabe für den Tabellenletzten.
Die Hinrundenbilanz des VCW fällt gemischt aus: Neben starken Auftritten gegen Borken (3:0) und Flacht (3:0) sowie einem dramatischen 3:2-Sieg gegen Münster stehen klare Niederlagen gegen die Spitzenteams aus Stuttgart, Dresden und Schwerin. Für die Playoffs wird die Mannschaft um Trainer Yağlioğlu insbesondere in der Konstanz über die gesamte Saison zulegen müssen.
Rivalität seit 2026
VC Wiesbaden W vs ETV Hamburg W Direkter Vergleich· 1
VC Wiesbaden W und ETV Hamburg W trafen 1 Mal aufeinander — VC Wiesbaden W gewann 1 Mal, ETV Hamburg W 0 Mal, dazu kamen 0 Unentschieden. Die Rivalität reicht bis 2026 zurück. VC Wiesbaden W führt den Direktvergleich mit 1 Sieg aus 1 Begegnung an. Insgesamt fielen 4 Tore in diesen Partien, im Schnitt 4.00 pro Spiel (3 für die Heimmannschaft, 1 für die Gäste). Beide Teams trafen in 1 Spiel (100%). In 1 Begegnung (100%) fielen mehr als 2,5 Tore — ein torreiches Duell. Das torreichste Spiel endete 1–3 im Jahr 2026.
Statistiken dienen nur zur Information. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Resultate.
API-Daten: 11. Juni 2026